Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 18:17
EVOLUTION UND THERMODYNAMIK

Der zweite thermodynamische Hauptsatz, eines der Grundgesetze der Physik, besagt, dass unter normalen Bedingungen alle sich selbst überlassenen Systeme in direkter Korrelation mit dem Zeitablauf zur Unordnung tendieren. Alles, ob belebt oder unbelebt, verbraucht sich, verdirbt, verrottet, zerfällt und ist im Endzustand zerstört. Nach diesem physikalischen Grundgesetz steht dieser Endzustand allen Lebewesen auf die eine oder andere Weise bevor, er ist unausweichlich und kann nicht vermieden werden.

Es ist etwas, das wir alle schon beobachtet haben. Wenn Sie ein Auto in die Wüste stellen und es dort lassen, werden Sie kaum erwarten, dass Sie es in einem besseren Zustand vorfinden, wenn Sie nach Jahren zurückkommen. Stattdessen würden Sie feststellen, dass die Reifen platt sind, die Scheiben zerbrochen, das Chassis verrostet, und der Motor defekt ist. Derselbe unvermeidbare Prozess gilt auch für alle Lebewesen.

Der zweite thermodynamische Hauptsatz definiert diesen natürlichen Prozess durch mathematische Gleichungen und Berechnungen.

Dieses berühmte Gesetz der Physik ist auch unter dem Namen "Entropiegesetz" bekannt. In der Physik ist die Entropie der Maßstab für den Grad der Unordnung eines Systems. Die Entropie eines Systems steigt, wenn es aus einem geordneten, organisierten und geplanten Status in einen unordentlichen, unorganisierten und weniger geplanten Status übergeht. Je größer die Unordnung eines Systems, umso höher seine Entropie. Das Entropiegesetz besagt, dass das gesamte Universum unausweichlich auf einen ungeordneten, unorganisierten Zustand hinläuft.

Die Gültigkeit des zweiten thermodynamischen Hauptsatzes bzw. Entropiegesetzes wurde experimentell und theoretisch nachgewiesen. Alle führenden Wissenschaftler sind sich darin einig, dass das Entropiegesetz das prinzipielle Paradigma für die vorhersehbare Zukunft darstellt. Albert Einstein, der größte Wissenschaftler unseres Zeitalters, bezeichnete es als das "erste Gesetz aller Wissenschaften". Sir Arthur Eddington nannte es das "erhabene metaphysische Gesetz des gesamten Universums".

Die Evolutionstheorie ignoriert dieses fundamentale Gesetz der Physik. Der von ihr angenommene Mechanismus widerspricht dem zweiten thermodynamischen Hauptsatz. Sie besagt, dass ungeordnete, leblose Atome und Moleküle sich im Zeitablauf spontan in einer besonderen Ordnung zusammen gefunden hätten, um extrem komplexe Moleküle wie Proteine, DNS und RNS zu bilden, aus denen sich graduell Millionen verschiedene lebende Arten mit noch komplexeren Strukturen gebildet hätten. Nach der Evolutionstheorie geschah dieser Prozess, der in jedem Stadium ein größeres Maß an Organisation benötigt, von selbst, unter natürlichen Bedingungen. Das Entropiegesetz macht klar, dass dieser so genannte natürliche Prozess den Gesetzen der Physik vollständig widerspricht.

Evolutionistische Wissenschaftler sind sich dessen auch bewusst. J. H. Rush stellt fest:

Im komplexen Verlauf seiner Evolution zeigt das Leben einen bemerkenswerten Kontrast zu der durch den zweiten thermodynamischen Hauptsatz ausgedrückten Tendenz. Wo der zweite Hauptsatz eine irreversible Progression in Richtung Entropie beschreibt, entwickelt sich das Leben zu immer höheren Ordnungsebenen.365

Der evolutionistische Autor Roger Lewin drückt diesen thermodynamischen Widerspruch der Evolution in einem Science Artikel so aus:

Ein Problem, dem sich die Biologen gegenüber sahen, ist der scheinbare Widerspruch der Evolution gegen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Systeme sollten im Zeitablauf zerfallen, ungeordneter und nicht geordneter werden.366

Ein anderer Verteidiger der Evolutionstheorie, George Stravropoulos, beschreibt die Unmöglichkeit der spontanen Lebensentstehung und die Unmöglichkeit einer Erklärung der Existenz komplexer Organismen unter natürlichen Bedingungen in dem bekannten, evolutionistischen Magazin American Scientist:

Doch unter normalen Bedingungen können sich niemals organische Moleküle spontan bilden, sie würden entsprechend dem zweiten Hauptsatz eher zerfallen. Je komplexer sie würden, umso instabiler müssten sie werden und umso sicherer müssten sie früher oder später zerfallen. Photosynthese und alle anderen Prozesse des Lebens, sogar das Leben selbst können jedoch nicht in Kategorien von Thermodynamik oder irgendeiner anderen exakten Wissenschaft verstanden werden, trotz des manchmal absichtlich verwirrenden Sprachgebrauchs.367

Wie wir gesehen haben, ist die Evolutionsbehauptung völlig über Kreuz mit den Gesetzen der Physik. Der zweite thermodynamische Hauptsatz konstituiert ein in logischer und wissenschaftlicher Hinsicht unüberwindbares Hindernis für das Evolutionsszenario. Evolutionisten sind unfähig, eine wissenschaftliche und konsistente Erklärung zur Überwindung dieses Hindernisses zu liefern, sie können dies nur in ihrer Phantasie. Zum Beispiel äußert der bekannte Evolutionist Jeremy Rifkin seinen Glauben an eine "magische Kraft", die dieses physikalische Gesetz überwände:

Das Entropiegesetz besagt, dass die Evolution die überall verfügbare Energie des Lebens auf diesem Planeten verstreut. Wir glauben, dass Evolution irgendwie auf magische Weise eine größere Wertschöpfung und Ordnung auf der Erde kreiert.368

Diese Worte weisen deutlich darauf hin, dass Evolution eher ein dogmatischer Glaube als eine wissenschaftliche Theorie ist.
Re: Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 18:24
Hi seras,

der zweite thermodynamische Hauptsatz gilt nur für geschlossene Systeme. Die Erde ist ein offenes. Ihre Energiebilanz ist positiv: sie nimmt mehr Energie aus dem Weltraum auf (Sonnenstrahlung), als sie dorthin abgibt. dieser Energieüberschuss ist ausreichend, um den entropischen Effekt zu überlagern.

Grüße

Grägar
Re: Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 18:33
Die falsche Vorstellung über offene Systeme

Manche Anhänger der Evolution suchen Zuflucht in dem Argument, der zweite thermodynamische Hauptsatz gelte nur für "geschlossene Systeme", "offene Systeme" seien von dem Gesetz nicht betroffen. Diese Behauptung ist jedoch nichts als ein Versuch mancher Evolutionisten, wissenschaftliche Tatsachen, die ihre Theorie entwerten, zu entstellen. Eine Vielzahl von Wissenschaftlern stellt tatsächlich öffentlich fest, dass diese Behauptung falsch ist und die Gesetze der Thermodynamik verletzt. Einer von ihnen ist John Ross, ein Wissenschaftler an der Harvard-Universität, der ansonsten evolutionistische Ansichten hat. Er erklärt in Chemical and Engineering News, dass diese unrealistische Behauptung einen grundsätzlichen Irrtum enthält:

...Es gibt keine bekannten Verletzungen des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik. Üblicherweise wird der zweite Hauptsatz in Zusammenhang mit isolierten Systemen genannt, doch er gilt genauso für offene Systeme. ...aus irgendeinem Grund gibt es bei ungleichgewichtigen Systemen die Assoziation, für sie gelte der zweite Hauptsatz der Thermodynamik nicht. Wichtig ist, dies klarzustellen, damit sich dieser Irrtum nicht verewigt.369

Ein "offenes System" ist ein thermodynamisches System, in das Energie und Materie ein- und austreten. Evolutionisten halten daran fest, die Erde sei ein offenes System: sie sei einem konstanten Energiefluss von der Sonne ausgesetzt, das Entropiegesetz gelte nicht für die Welt als ganzes und geordnete, komplexe Lebewesen könnten aus ungeordneten, einfachen und unbelebten Strukturen entstehen.

Doch die alleinige Tatsache, dass einem System Energie zugeführt wird, reicht nicht aus, daraus ein geordnetes System zu machen. Es werden besondere Mechanismen benötigt, damit die Energie umgesetzt werden kann. Zum Beispiel braucht ein Auto einen Motor, ein Getriebe und entsprechende Steuermechanismen, damit die im Benzin enthaltene Energie in Arbeit umgesetzt werden kann. Ohne eine solches System der Energieumwandlung kann das Auto keinen Gebrauch von der im Benzin gespeicherten Energie machen.

Dasselbe gilt für alles Leben. Es stimmt natürlich, dass alles Leben seine Energie von der Sonne bezieht. Doch Solarenergie kann nur durch die unbeschreiblich komplizierten Energieumwandlungssysteme der Lebewesen, wie die Photosynthese der Pflanzen und die Verdauungssysteme der Menschen und Tiere in chemische Energie umgewandelt werden. Kein Lebewesen kommt ohne ein solches Energieumwandlungssystem aus. Ohne ein Energieumwandlungssystem ist die Sonne nichts als eine destruktive Energiequelle, die die Dinge auf der Erde ausdörrt, verbrennt und schmelzen lässt.

Ein thermodynamisches System, gleichgültig ob offen oder geschlossen, ist also für die Evolution unvorteilhaft. Niemand behauptet, dass ein solch komplexer und bewusster Mechanismus in der Natur unter den urzeitlichen Bedingungen auf der Erde existiert haben könnte. Tatsächlich besteht das Problem, dem sich die Evolutionisten gegenüber sehen darin, die Frage zu beantworten, wie komplexe Energieumwandlungssysteme wie die Photosynthese der Pflanzen von selbst entstanden sein sollen.

Der ständige Zufluss an Sonnenenergie allein konnte diese Ordnung nicht hervorbringen. Im übrigen gehen Aminosäuren keine in bestimmter Reihenfolge geordneten Bindungen ein, wie hoch die zugeführte Wärme auch sein mag. Energie allein lässt Aminosäuren nicht die komplexen Proteinmoleküle bilden, und erst recht können Proteine nicht die noch komplexer organisierten Strukturen der Zellorganellen bilden.
Mosquito
Re: Evolution und Thermodynamik
01. September 2005 19:11
Wo ist mein Post geblieben? Wird hier gelösch?
de Buer
Re: Evolution und Thermodynamik
02. September 2005 20:36
Hallo seras,
wenn man zum gleichen Thema mehrere Threads öffnet, dann ist das unvorteilhaft für die Diskussion.

Deswegen zitiere ich mich mal selbst bzw. das Beispiel das ich an anderer Stelle gebracht habe:


"Es geht nämlich nicht um Ein- sonder um Durchströmen. Ein ganz einfaches Beispiel:

Ich fülle einen zylindrischen Behälter mit einem Gas, meinetwegen mit Helium, und betrachte ihn als thermodynamisch geschlossenes System. Messen wir die Parameter Druck und Temperatur. Temperatur und Druck sind und bleiben konstant da Energie weder zugeführt noch abgegeben werden kann. Überall im Zylinder herrscht der gleiche Druck und die gleiche Temperatur.
Jetzt wird ein Ende des Zylinders erwärmt. Angenommen der Zylinder kann keine Energie abgeben, es strömt nur Energie ein. Die Temperatur steigt der Druck auch und ich messe überall im Zylinder den gleichen Druck und die gleiche Temperatur.
Basteln wir uns jetzt ein offenes System. Ein Ende des Zylinders wird erwärmt, während das gegenüberliegende Ende Wärme abgeben kann. Dann steigen Temperatur und Druck ebenfalls an. Allerdings sind die gemessenen Temperaturen und Drücke nicht mehr überall gleich. Am erwärmten Ende des Zylinders ist die Temperatur höher und der Druck niedriger als am anderen Ende.

Was ist passiert? Wir haben in einem inerten Gas eine Struktur erzeugt und dem Gas eine Information aufgeprägt und das nur durch ein Durchströmen von Energie. Sowas nennt man auch Ordnung.

DAS ist der Motor. Und der arbeitet in allen offenen Systemen. Außerdem – offene Systeme sind die „normalen“, geschlossene System gibt es wohl nur eines, das Universum – wenn überhaupt."


Übrigens, aus lauter Schludrigkeit spreche ich auch immer wieder von einem geschlossenen System meine aber ein abgeschlossenes.



Oben sagst du:"Ein thermodynamisches System, gleichgültig ob offen oder geschlossen, ist also für die Evolution unvorteilhaft."

Das Leben um das es dir ja geht, entwickelt sich nicht nur in einem offenen System - es ist ein offenes System. Die Erde ist eines, ich bin eins, die Sonne, das Sonnensystem, mein Auto (wenn ich jetzt so drüber nachdenke, bei den Spritpreisen wäre es mir lieber wenn wenigstens der Motor ein geschlossenes System wäre) , du bist auch eins, Hund, Katze, Maus, Gummibaum, Bakterie, alles mehr oder weniger ineinander verschachtelte offene Systeme.

Und natürlich gilt der 2. Hauptsatz nicht in einem offenen System. Das ist schon per Definition so. Ob er in einem abgeschlossenen System gilt, weiss ich nicht. Es deutet vieles darauf hin aber experimentell überprüft hat es noch niemand.

Die Überschrift deines letzten Beitrages lautet "Die falsche Vorstellung über offene Systeme". Das trifft es genau.
Re: Evolution und Thermodynamik
10. September 2005 22:18
Hallo,
wollte nur mal kurz anregen, daß man den 2ten Hauptsatz in Bezug auf die Evolutionstheorie noch nicht als gescheitert erklären kann. Denn die Evolution ist noch nicht beendet, bis jetzt hat sie sich in der ordnung und komplexität immer gesteigert, das ist klar, deshalb ist es ja auch die Evolution. Aber wir müssen noch abwarten..100 Jahre 1000 oder 1 Million, vielleicht aber auch nur 1 Tag....die Evolution wird sich irgendwann an den 2. thermodynamischen Hauptsatz anpassen und alles wieder in Unordnung werfen. Denn es heißt ja, "zum Schluß" also warten wir diesen Schluß doch einfach mal ab.
Gruß Jörg
Mosquito
Re: Evolution und Thermodynamik
11. September 2005 01:13
>> Temperatur und Druck sind und bleiben konstant da Energie weder zugeführt noch abgegeben werden kann. Überall im Zylinder herrscht der gleiche Druck und die gleiche Temperatur. <<

Es ist unmöglich. Jedes Objekt wird an seinem Ort einen anderen gemeinsamen Schwerpunkt sehen und ihn anvisieren. Die Entropie kann niemals unendlich werden.


>> Denn die Evolution ist noch nicht beendet, bis jetzt hat sie sich in der ordnung und komplexität immer gesteigert, das ist klar, deshalb ist es ja auch die Evolution. <<

Ordnung und Komplexität stellen gegensinnige Begriffe dar. In der perfekten Entropie gäbe es die perfekte Ordnung und die die absolute Unkomplexität. Evolution meint einfach nur Entwicklung unter der Verfolgung von Zielen (wenn wir Darwin nicht als Ende des Verständnisprozesses ansehen).
de Buer
Re: Evolution und Thermodynamik
11. September 2005 13:35
@ Mosquito

Das ist ein Gedankenexperiment unter Berücksichtigung des 2. Hauptsatzes der Thermodynamik. Dass dieser Behälter in der Realität nicht herstellbar ist, ist mir auch klar. Das scheitert schon an der Forderung eines abgeschlossenen Systems.

Wenn ich aber könnte wie ich wollte und der 2. Hauptsatz gültig ist, dann wäre das so.

Deine Begründung habe ich aber nicht verstanden. Welches Objekt meinst du? Gemeinsamer Schwerpunkt - gemeinsam mit was? Wie visiert ein Objekt einen Schwerpunkt an?
Mosquito
Re: Evolution und Thermodynamik
11. September 2005 20:37
@de Buer,

der Behälter kann niemals außerhalb von Gravitationswirkung sein. Selbst draußen zwischen den Galaxien ist Gravitation spürbar. Die Teilchen im Behälter befinden sich an verschiedenen Orten (klar, es sind ja Fermionen). Jetzt ergibt sich für jedes Teilchen eine eigene Freie-Fall-Situation. Lass ich hier einen Starfighter fallen (es gab Zeiten, da ging sowas *g*), fällt er nicht einfach sondern strebt dem gemeinsamen Schwerpunkt entgegen. Auch Terra und Luna bilden einen gemeinsamen Schwerpunkt, er liegt innerhalb von Terra. Aber das sind nur Result-Kräfte. Jedes einzelne Teilchen kennt seine eigene Schwerpunktsituation. Also drücken alle gegeneinander.

Auch wenn du die äußere Gravitation komplett wegdenkst, die Kapsel würden auch keine Gravitation zeigen, blieben immer noch die fast gleichmäßig verteilten Teilchen im Behälter. Sie haben unausweichlich unterschiedliche Entfernungen und Richtungen zueinander. Wären sie das einzige, was es gibt, würden sie ein Rotationssystem beginnen incl. lokaler Wirbel.

Das heißt, der 2. Hauptsatz dominiert bei hohen Temperaturen, eine gleichmäßige Abstandsverteilung wird angestrebt. Bei geringeren Temperaturen dominiert die Gravitation, es bilden sich chaosgeordnete Strukturen. Da beides immer vorhanden ist, kann selbst die Temperaturverteilung niemals gleichmäßig werden. Eine perfekte Entropie ist schlichtweg nicht möglich.

Soweit mir bekannt ist, gilt der 2. Hauptsatz ehern. Die ewige Bestrebung zu einer Gleichverteilung und deren unmögliche Erreichbarkeit können auch gedanklich nachvollzogen werden.

Gruß
Mosquito
de Buer
Re: Evolution und Thermodynamik
19. September 2005 01:10
@ Mosquito

Es ist richtig, dass die Teilchen in Abhängigkeit von Temperatur und Dichte und bedingt durch die Gravitation zwischen den Teilchen, eine Tendenz zu einer lokalen Verdichtung zeigen können. Insgesamt überwiegt aber das Bestreben zu einer Gleichverteilung, da diese energetisch am günstigsten ist. Nach deiner Auffassung müsste man das Gas nur weit genug abkühlen um irgendwo eine Zusammenballung zu erzeugen, aber genau das geht eben nicht.

Ziel dieses Beispiels war es, Seras’ Ansicht: “... die alleinige Tatsache, dass einem System Energie zugeführt wird, reicht nicht aus, daraus ein geordnetes System zu machen „“ zu widerlegen. Das Beispiel zeigt, mit welch einfachen Mitteln man Information und Struktur erzeugen kann.
Jasper
Re: Evolution und Thermodynamik
20. September 2005 19:16
Folgendes kommt aus der Wikipedia:

Das überwältigende Bestreben nach Unordnung bedeutet nicht, dass sich geordnete Strukturen wie Sterne und Planeten über geordnete Lebensformen wie Pflanzen und Tiere nicht bilden können. Sie können. Und sie tun es offensichtlich. Der Zweite Hauptsatz der Thermodynamik besagt, dass bei der Hervorbringung von Ordnung eine mehr als gleichwertige Erzeugung von Unordnung erfolgt. Die Entropiebilanz ist noch immer in der Gewinnzone, selbst wenn einige Bestandteile ein höheres Maß an Ordnung annehmen. Brian Greene: – Der Stoff, aus dem der Kosmos ist

Gruss jasper
Re: Evolution und Thermodynamik
06. October 2006 01:42
seras ursprünglicher Post zeugt ja bestenfalls von mangelndem Wissen in Sachen Thermodynamik. Die Entropie der Erde nimmt stetig ab. Das ist nichts neues, sondern sogar recht einfach zu prüfen. Rechne es selbst aus! vergiss bei der Entropiebilanz nicht die eingehende und ausgehende Strahlung und ihr jeweiliges Spektrum.

Mit seiner eigenen Logik, die Richtigkeit der Evolutionstheorie an die Entropiebilanz zu koppeln würde er also die Evolutionstheorie stützen.

Gut gemacht, seras,
better luck next time
JGC
Re: Evolution und Thermodynamik
24. December 2006 20:02
Hi...

Das Entropiebestreben nimmt nur auf der materiellen Seite ab!!

Stell dir einfach als beispiel mal eine Salzlösung vor, welche im gelösten Zustand ihre höchste Entropie aufweist..

Verdunstet nun das Wasser oder kühlt es immer weiter ab, so steigt die Entropie in Form von Kristallisation wieder an... Wenn es langsam genug geschieht, dann sinkt die Entropie so weit, das nur noch ein einziger, wunderschöner Salzkristall überbleibt..

Also ist die momentane Theorie über die Entropie nicht ganz korrekt!

Im Weltraum wird die Materie nach ihrer Auflösung nämlich ebenfalls in ihren ursprünglichen energetischen oder sonstwie unsichtbaren Zustand gelöst, der wieder auskondensiert, wenn die Gravitation wieder so stark wirksam ist, das Teilchen direkt aus dem Vakuum entstehen.

Der bisher bekannte Entropiesatz ist also nicht falsch... er müsste nur an die Realität angepasst werden.

Dann wäre ersichtlich, das in dem Maße wie die EM-Wellenförmige Entropie(Masse und all ihre Erscheinungen)erhöht, entgegengesetzt in ihrer linearen Wirkung über die Gravitationskraft wieder abnimmt und Ordnung schafft.

Es gehören also 2 entropische Richtungen gleichzeitig zur realen Betrachtung des entropischen Geschehens, dann wird es zu einem sinnigen Ganzen.

mfg................JGC
Re: Evolution und Thermodynamik
14. January 2010 16:01
der 2.hauptsatz ist ein gesetz!!!!
die evolutionsgeschichte nur eine theorie.
es wurde noch nie nachgewiesen, dass aus einer art eine neue art hervorgegangen ist.
wo sind die milliarden von fossilen die eben diese brückentiere darstellen sollen.
der lamarkismus beeinflusst trotz darwinistischer schein emanzipation immer noch das denken der entwicklung.
biomembranen können nicht de novo entstehen!!!es würde mich mal interessieren wie biomembranen entstanden sein sollen-bitte nicht mit der tante emma geschichte der micelle(gähhhhn) argumentieren. haben wir überhaupt die komplexität eines einzigen zellkompartiments begriffen bevor wir hier abenteuerliche geschichtchen über selbstorganisation verbreiten.
10jahre forschung in der verdammten biochemie ich weiss worüber ich mich beschwere.
Re: Evolution und Thermodynamik
06. May 2010 21:44
Wann wurde jemals Makroevolution beobachtet? Wie funktioniert der Mechanismus, um neue komplexe Lebensformen wie lebenswichtige Organe zu bekommen? Falls die tausenden lebenswichtigen Organe sich durch Evolution entwickelt haben, wie konnte der ganze Organismus leben bevor er die lebenswichtigen Organe erhielt? Falls sich ein Bein eines Reptils sich in einen Flügel eines Vogels entwickeln würde, würde es nicht für eine lange Zeit ein verkrüppeltes Bein sein? Wie fand die Evolution der Metamorphose statt?
Wie konnten Organe so komplex wie das menschliche Auge, das Gehirn oder sogar ein winziger Vogel jemals durch Zufall oder einen natürlichen Prozeß entstehen? Wie entwickelte sich der Motor einer Bakterie?
Falls die Evolutiontheorie richtig ist, wo sind die Milliarden Fossilien, die von Übergangsphasen zwischen zwei Tieren zeugen? Nicht nur ein paar fragwürdige Einzelexemplare sondern Milliarden! Warum sieht man kein flüssiges Kontinuum in den Kreaturen noch in den Fossilien oder beiden?
In den Textbüchern unserer Kinder wird oft der Stammbaum der Evolution abgebildet. Warum hat dieser Baum keinen Stamm und Äste? Zum Beispiel: Was sind die Vorfahren der Insekten nach der Evolutiontheorie?
Woher kam das Leben in der ersten lebenden Zelle? Das würde noch ein größeres Wunder als die angebliche Entwicklung der Bakterie zum Menschen sein! Wie konnte sich die erste lebendige Zelle fortpflanzen?
Enthielt die Atmosphäre vor dem ersten Leben Sauerstoff oder nicht? Welche Wahl Sie auch immer treffen, es stellt die Evolutionstheorie vor ein großes Problem.
Bitte nennen mir einen rein natürlichen Prozeß, der Information schafft. Welche Beweise existieren, daß Information (wie z.B. DNA-Ketten) sich selbst zusammensetzt? Was ist mit den 4000 Büchern, die in jeder Ihrer 100 Trillionen Zellen gespeichert sind? Wenn ein Astronom ein intelligentes Signal aus eine entfernten Galaxie empfing, würden die meisten Menschen auf eine intelligente Quelle schlussfolgern. Warum ist nicht die Schlußfolgerung aus der unglaublichen Anzahl von Informationen in einer einzelnen Bakterie, daß es eine intelligente Quelle (Gott) gibt?

Woher kommt Masse? Was ist mit Raum, Zeit, Energie und den Gesetzen der Physik?

Soll nun aber aus einer Art eine andere Werden, so muss es Übergangsarten geben.
Dabei stellt sich das Problem, dass diese Übergangsarten nicht unbedingt einen Vorteil von ihrer Höherentwicklung haben, ein Vogel mit halb entwickelten Flügeln kann nicht fliegen, ein halbentwickeltes Auge nicht sehen. Durch die natürliche Auslese müsste ein solcher Organismus aussterben, bevor seine Veränderungen fruchtbar werden. Auch sind viele Eigenschaften aneinander gekoppelt. Wenn ein Fisch Füße ausbildete, müsste er auch eine Lunge haben, um an Land atmen zu können.
Ebenso verhält es sich schon mit der Urzelle. Jede Zelle ist ein äußerst komplexer Organismus, der nur durch das harmonische Zusammenwirken aller Organellen überlebensfähig ist. Allein für die zufällige Bildung passender Proteine ist die Wahrscheinlichkeit utopisch.

Dass eine Kuh nicht „aus Versehen“ ein Pferd gebären kann, ist unmittelbar einleuchtend.

Auch vom Standpunkt der Genetik aus, sieht man, wie unwahrscheinlich das Zustande kommen neuer Gene ist. Die Struktur des Erbgutes ist sehr komplex. Das Genom des Menschen zum Beispiel besteht aus 3×109 Basenpaaren. Dabei sind die verschiedenen Gene zum Beispiel für ein Organ auf verschiedene Abschnitte der DNA verteilt.

Taufliegen haben eine rasche Generationenfolge und Veränderungen zeigen sich daher sehr schnell. Da Mutationen unter normalen Bedingungen selten sind, wurden die Insekten extremen Bedingungen von Hitze, Kälte, Licht, Dunkelheit und Behandlung mit Chemikalien und Bestrahlung unterzogen. Doch die Mutationen blieben entweder belanglos oder schädlich, nicht nur entstand keine neue Spezies, es konnte nicht einmal das Aufkommen eines einzigen neuen Enzyms beobachtet werden. Die Praxis zeigte, dass Mutanten entweder starben, unfruchtbar waren, oder durch Reparaturmechanismen zum natürlichen Typus zurückkehrten.

Anhand der Fossilienfunde zeigt sich, dass Spezies abrupt auftreten und sich über lange Zeitepochen hinweg nicht verändern. Die reichen Funde aus der kambrischen Epoche zum Beispiel zeigen schon sehr komplizierte Lebewesen. Die Versteinerungsfunde des kambrischen Gesteins stammen von Schnecken, Trilobiten, Schwämmen, Erdwürmern, Quallen, Seeigeln und anderen komplexen wirbellosen Wassertieren. Die meisten weisen komplexe Organsysteme wie Augen, Kiemen, Kreislauf usw. auf. Diese voll ausgebildeten wirbellosen Wassertiere erschienen unmittelbar, ohne irgend welche Übergangsformen, die sie mit den einzelligen Organismen, den einzigen früheren Lebensformen, in Verbindung setzen könnten ("kambrische Explosion").

Das Dilemma der Naturwissenschaft ist wohl die Angst, in Unwissenschaftlichkeit abzugleiten, wenn sie eine Schöpferintelligenz postuliert. Anstatt die logische Konsequenz aus den Tatsachen zu ziehen, stützt sie ihre Welterklärung also lieber auf eine utopische Wahrscheinlichkeit. Wenn die wissenschaftliche Denkweise aber zu dem Ergebnis führt, dass eine Schöpferintelligenz existiert, die, soll es eine biologische Entwicklung geben, auch noch heute eine wichtige Rolle im Weltgeschehen spielt, ist es inkonsequent, diese Folgerung als unwissenschaftlich zu erklären und in den Bereich der Religion zu verweisen. Wissenschaft ist eine Methode, kein begrenzter Forschungsbereich.
Jan
Re: Evolution und Thermodynamik
11. December 2011 15:35
Hallo,

die Entropie hat nichts mit dem im Alltag verwendeten Begriff "Unordnung" zu tun. Er wird zwar in der Physik immer wieder zu Anschauungszwecken verwendet, ist aber so nicht korrekt. Eigentlich geht es darum, dass Energie nicht mehr nutzbar gemacht werden kann. Abgesehen davon gibt es genügend "ordentliche" Strukturen, die "spontan" entstehen: Schneeflocken, Kristalle usw. und neben bemerkt: Das sind hochkomplexe geordenete Strukturen. Doch nicht jede Schneeflocke sieht gleich aus. Sie unterliegt zwar den Naturgesetzen und man kann statistisch beschreiben, wie sich die Wassermolekükle anordnen, kann es aber nicht vorhersagen. (Übrigens: Wahrscheinlichkeitstheorie mach keine Weissagungen!). Also entsteht zufällig, aber nicht willkürlich, weil gebunden an die Naturgesetzte, eine Struktur. Strukturen müssen entstehen!

Noch etwas: Die Thermodynamik kommt von den Dampfmaschinen. Und da geht es im wesentlichen darum, wie Wärme in Bewegung, Arbeit umgewandelt werden kann. Thermo = Wärme und Dynamik = Kraft. Keine Ahnung, wie das in einen sinnvollen Zusammenhang mit der Evolutionstheorie gebracht werden kann? Noch etwas: Die Evolutionstheorie erzwingt nicht immer komplexerwerdende Lebensformen, sondern nur bestangepasste und das kann auch bedeuten, dass wenn sich Umweltbedingungen drastsich ändern, die einfacheren überleben. Keine Widerspruch zur Evolutionstheorie.

LG Jan
Jan
Re: Evolution und Thermodynamik
11. December 2011 15:42
Ps.: Gibt es eigentlich die Steigerungsform von komplex? Ich bin der Meinung, dass komplex eh schon bedeutet, dass das Verhalten eines Systems nicht mehr vorhersagbar ist, auch wenn die Einzelkomponenten und ihrer Wechselwirkungen bekannt. Also bedeutet ja komplexer: noch weniger vorhersagbar?
Re: Evolution und Thermodynamik
17. January 2012 02:03
Zunächst ist es richtig, die entscheidende Grundfrage lautet, wie die Lebewesen ihre geordnete Struktur gegen den Satz der Vermehrung der Entropie erhalten können. Man kann aber sagen, daß jedes Leben sich nur erhalten kann durch ständige Zufuhr von Energie, insofern jeder lebendiger Organismus das genaue Gegenteil eines geschlossenen Systems darstellt. Das Leben erhält seine Ordnung dadurch, daß es höher organisierte Ordnungszustände in niedriger organisierte Ordnungszustände verwandelt, es geht also um Entropievermeidung in lebenden Systemen, also um sogenannte negative Entropie. Die Organismen erhalten ihre Ordnung, indem sie in ihrer unmittelbaren Umgebung Unordnung erzeugen, d.h., sie schaffen einen Zustand, für den der 2. Hauptsatz der Thermodynamik lokal nicht gilt, indem sie die Entropie des Kosmos vermehren. In der belebten Natur haben wir es ausschließlich mit offenen Systemen zu tun, die durch Energieaufnahme eine Ordnung aufbauen und erhalten, die dann zu einer Erhöhung der Gesamtentropie führt, da ständig Energie verbraucht und abgegeben wird, bis der Organismus nach dessen Tod zerfällt, was wiederum die Entropie erhöht.

(Text soeben gesehen, geklaut, danke :) )
Hallo Pupsfloh,
ich möchte noch einmal auf das Verständnis der offenen Systeme eingehen: So lange es Zeit gibt, so lange das Universum sich ausdehnt, hat die Welt die Chance Entropie "zu exportieren". Dadurch ist die Möglichkeit der negativen Entropie entstanden womit Komplexitätszuwachs, also Evolution, sich entfalten kann. In der sozialen Welt finden wir diese offenen Systeme in Staaten und Familien. Länder und Kulturen, die sich abschließen entwickeln einen höheren Grad an Entropie (siehe das alte chinesische Kaiserreich oder die DDR, ebenso wie den Nationalsozialismus). Familien, die sich selbst genug sind, deren Kinder nicht raus gehen, entwickeln psychische Erkrankungen (bestes Beispiel sind die Magersucht und Schizophrenie), Familien die sich untereinander Fortpflanzen entwickeln Erbkrankheiten (Bluterkrankheit bei Aristokraten). Somit ist zwar der zweite Hauptsatz der Thermodynamik als universell zu begreifen, er findet jedoch in einem sich dynamische ausdehnenden Universum statt, welches dadurch ständig "negative Entropie" erzeugt.
Gehen wir also mal wieder raus zum Joggen, um negative Entropie zu erzeugen.
Gruß von
Abab Zyzut
Dieser Film hier bildet eine interessante Erklärung, hier werden in sich geschlossene Systeme und Einheiten charakterisiert.

http://www.youtube.com/watch?v=-pRfGVHU_Qg&noredirect=1
Mich wundert nur was am Ende de Entwicklung passiert. Ist es wie bei der Lichtgeschwindigkeit. Wird es immer schwieriger für das Leben die negative Entropie zu erzeugen oder gar zu halten. Ist es dann Gesetzmäßig , dass das Leben mit der Evolution irgendwann aufgeben muss. Oder kann das Leben die Entropie generell überall aufheben bis zu einem endzustand der alles in max Ordnung erreicht hat. Geht das überhaupt thermodynamisch , oder wird es eine gleichverteilung von Unordnung und Ordnung geben ?
@Spok

10 Jahre als Forscher der Biochemie und du kennst immer noch nicht den Unterschied zwischen "Theorie" und "Hypothese"?
Das muss ja ein spitzen Institut gewesen sein an dem du geforscht hast..

Ach ja wenn jemand die Evolutionstheorie widerlegen möchte dann doch bitte nicht mit einem Gesetz welches von Maschinenbauern entwickelt wurde. Das geht nämlich wesentlich einfacher. Grabt einfach ein Kaninchenfossil aus der Gesteinsschicht der Kreidezeit aus. Bis dahin spart euch bitte euren pseudo Intellekt.

Danke
Re: Evolution und Thermodynamik
04. November 2015 18:03
Roland,

ganz schön emotional und herabsetzend. Wer so abgleitet unterstützt die Vorstellung des Mangels an Beweisen und der Vernunft. Man braucht ja nur durchzählen welches der beiden Lager damit glänzt.

Alles Gute