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Begriffe

geschrieben von blabla 
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blabla
Begriffe
17. July 2009 14:54
schade, dass die sprache voller falsch zu verstehenden oder nichtssagenden begriffen ist.

philosophen und natur- oder geisteswissenschaftler definieren begriffe deshalb sehr genau. missdeutungen sind fast nicht möglich, zumindest nicht wenn man sich halbwegs mit den themen auskennt. sobald es aber religiös oder esotherisch wird, scheint das sogar gewollt zu sein.

gott (egal welcher) ist so weil er eben so ist. man kann es nicht erklären oder verstehen. wenn ich dann lese, dass er nur zu "erkennen" ist, frage ich mich was das zu bedeuten hat. ich kann personen, gegenstände usw. erkennen wenn ich ihn/es vorher gesehen habe. ich kann erkennen, dass ein baum ein baum ist weil ich vorher welche gesehen habe. und das auch, wenn dieser baum einer art angehört von der ich vorher nie gehört habe. das alles sind dinge die man erklären kann. auch dinge die man nicht sieht kann man erkennen und erklären. zum beispiel die gravitation (vielleicht kein ganz so gutes beispiel). man beobachtet irgendwelche gegebenheiten und schliesst auf ursachen. diese müssen aber auch belegt werden können. dafür gibt es glücklicherweise die wissenschaft.

wie erkennt man einen gott? nie zuvor wurde einer gesehen, niemand hatte jemals persönliche und nachweisbare erfahrungen mit einem gott. all die persönlichen erfahrungen mit gott sind sehr viel einfacher durch halluzinationen, fehler im gehirn oder anderes zu erklären.

wie also erkennt man einen gott? man weiss nicht das geringste über seine gründe, ideen oder ziele. gott gibt nicht die geringste erklärung für irgendwelche geschehnisse.

wenn man aus dem "wort" gottes irgendwelche hilfen für das leben findet und diese hilfe das leben einfacher machen, hat man dann gott erkannt? aber solche hinweise findet man auch in märchen oder in donald duck comics. sind die gebrüder grimm oder walt disney dann auch sowas wie götter?

abgesehen von den verworrenen und sich teilweise widersprechenden aussagen und geschichten in jeder art von bibel, verfügen religionen nicht einmal über eine geeignete sprache um tatsächlich erklären zu können was sie eigentlich sagen möchten. in den alten schriften handelt es sich nicht um wahre aussagen (weil von verschiedenen wissenschaften widerlegt) sondern um metaphern. diese kann jeder auslegen wie er will. das ist doch schon sehr eigenartig, wenn diese worte vom allmächtigen wesen kommen, dass den menschen eine botschaft überbringen wollte. erklärungen der priester, pfarrer, ... sind ebenfalls mehrdeutig auslegbar oder so von eigenen meinungen behaftet, dass sie manchmal nichts mit den ursprungstexten zu tun haben. eben weil diese pfarrer die metaphern der texte auslegen wie sie es für richtig halten. und in foren wie diesen, gespräche in fussgängerzonen mit gläubigen die einen bekehren wollen sind ebenfalls nicht überzeugend weil eben die sprache nicht ausreicht.

was bedeutet es, wenn jemand sagt man könne gott erkennen? das zu erklären funktioniert nur, wenn man wieder andere nichtssagende begriffe verwendet. dann erkennt man schnell, dass religionen eine sehr persönliche sache sind. abgesehen von fundamentalisten, die jedes wort aus bibeln exakt übernehmen (was wie vorher gesagt ja falsch ist), sucht sich jeder das raus was er gebrauchen kann. dann gibt es aber nicht sowas wie weltreligionen. nur leute mit ähnlichen ansichten, die sich zu gruppen zusammenschliessen und in wirklichkeit alle etwas anderes glauben. abgesehn von der tatsache, dass sie von gott geschaffen wurden und irgendwann evtl. in himmel oder hölle enden werden.

solange das so ist, sind religionen nichts weiter als irgendwelche märchen an die menschen für wahr halten. wenn ich 3mrd kindern sage das kühe fliegen können, und diese mir glauben, können kühe trotzdem nicht fliegen. es ist glaube.

glaube ist dummerweise ebenfalls ein schwammiger begriff. wie oft habe ich hier von "wissenschaftsglauben" gelesen. was für ein schwachsinn. an naturgesetze glaubt man nicht. die gibt es und sie gelten immer und überall. das weiss man und es ist bewiesen. die kinder die an fliegende kühe glauben verlassen sich dagegen nur auf meine worte. sie glauben was ich ihnen gesagt habe. das hat aber nichts mit wissen oder der realität zu tun und glücklicherweise werden sie das auch relativ schnell erkennen.

glaubt ein religiöser mensch jetzt also an gott oder weiss er, dass es ihn gibt? wenn er es weiss, warum sagt er das dann nicht auch? warum sagt er, dass er glaubt? und wenn er es nur glaubt und nur nicht von wissen spricht, weil er sich nicht zu 100% sicher ist, warum überzeugen ihn dann die wissenschaften nicht? warum sind alte bücher, teilweise manipulierte historie und nichtwissen wichtiger?

ich möchte hier darum bitten, nicht nur darüber zu diskutieren ob es gott nun gibt oder nicht sondern schwammige begriffe wirklich zu definieren. keine unnötigen verweise auf internetquellen zu harun yaha oder ähnlichem. mir geht es nicht um irgendwelche beweisführungen die schon zig tausend mal vorgebracht wurden und gott dadurch erklären, weil es so oder so in irgendwelchen texten steht. deutliche und klare aussagen...

vielen dank
Re: Begriffe
17. July 2009 16:37
Hallo blabla,

Du machst es Dir zu einfach. Du sagst: "An Naturgesetze glaubt man nicht, die gibt es und sie gelten immer und überall." Aber woher weißt Du das? Wer hat überprüft, ob die Naturgesetze wirklich immer und überall gelten? Gab es die elektroschwache Wechselwirkung denn wirklich schon im Augenblick des Urknalls? Oder nicht erst ein bis drei Sekunden später?

Du glaubst (wahrscheinlich) zu wissen, dass sich das Universum (derzeit) kontinuierlich ausdehnt - aber stimmt das? Oder ist der Raum vielleicht konstant, nur alles in ihm schrumpft kontinuierlich - was wir aber nicht bemerken, weil unsere elementaren Natur"konstanten" genauso kontinuierlich mitschrumpfen? alles eine Frage der vorzeichen, will ich meinen. Wie entscheidest Du Dich, wenn Du nicht "nur" glauben willst?

Was meinst Du, wie viele Menschen Geld darauf wetten würden, dass die Aussage: "Die Erde ist keine Kugel" falsch ist? Sie würden alle verlieren, denn die Erde ist keine Kugel; sie ist ein Rotationsellipsoid (habe ich gehört).

Kopernikus glaubte, die sonne stehe im Mittelpunkt des Universums und die Erde bewege sich auf einer Kreisbahn um sie herum; aber die sonne ist (vermutlich) nicht der Mittelpunkt des Universums, sondern nur unseres Sonnensystems, und die Erdumlaufbahn ist kein Kreis, sondern eine Ellipse.

Ich habe mein Abitur 1983 gemacht. Damals hätte ich für die Behauptung, das Sonnensystem bestünde nur aus acht Planeten, in Physik wohl eine fünf bekommen; heute bekommt man eine fünf, wenn man sagt, es seien neun.

Vieles, wenn nicht alles in den Naturwissenschaften nimmt ein durch nichts begründetes Vertrauen in Anspruch; denk nur an Einstein und seinen Mißgriff mit der kosmologischen Konstante: ohne sie konnte er seine eigenen Ergebnisse "nicht glauben".

Ich hoffe, das war Dir deutlich genug.

Grüsse

Grägar
blabla
Re: Begriffe
17. July 2009 17:28
ich mache es mir nicht einfach. zumindest versuche ich das. ich kann nicht besonders gut schreiben und ich verfüge in fast allen bereichen über recht mangelhaftes wissen.

ich bin mir darüber im klaren, das auch in den wissenschaften oft fehler gemacht wurden und auch immer noch gemacht werden. ich weiss, dass wir nur theorien aufstellen die eigentlich jederzeit widerlegt werden können und somit falsch - oder zumindest erweiterungsbedürftig - sind. dennoch erklären sie die welt ziemlich gut. sie können erklären was geschehen ist, was geschieht und vermutlich geschehen wird.

das physikalische gesetze in extremen fällen wie dem moment des urknalls anders gewesen sein könnten (oder nicht vorhanden waren) kann sein oder ist sehr wahrscheinlich. aber massen ziehen sich im universum überall an. das wird jeden tag beobachtet. strahlung wird gemessen usw. alles so wie von den theorien beschrieben.

das wir nicht alles wissen oder messen können ist kein grund anzunehmen, dass unsere bisherigen theorien falsch sind oder nur hier gelten. ich habe nie behauptet, dass hier alles perfekt wäre.

wissen baut auf vorherigem wissen auf. kopernikus konnte mit seinem system die welt besser erklären als seine vorgänger. und wir können es nun besser als kopernikus.

das die genaue form der erde oder der planetenbahnen den menschen nicht bekannt ist, liegt wohl daran das es die meisten menschen einfach nicht interessiert. fehlendes wissen. und ich finde es sehr schade, wenn menschen sich nicht einmal mit den naturwissenschaftlichen oder philosophischen grundlagen ausstatten um sich ihr eigenes weltbild aufzubauen. so wie es heute möglicherweise mit den religionen ist.denn dabei handelt es sich tatsächlich nur um glauben der durch nichts zu belegen ist. ich habe nichts dagegen wenn menschen an einen gott glauben. den kann ich weder beweisen noch widerlegen und habe es auch nicht vor. aber wie du sehr genau wiesst sind die meisten beiträge hier, die von gläubigen stammen totaler quatsch. meistens fehlt jede art von grundwissen.

wenn wissenschaftler (wie einstein) von gott sprechen, meinen sie meist einen gott, der sich auf alles bezieht. etwas das sie in den formeln und den zusammenhängen in der welt erkennen. kein gott der regeln vorgibt oder ähnliches. das würde ich aber eher mit staunen als mit religion bezeichnen.

und ich sage nicht, dass die menschen dumm wären, nicht intelligent genug sind um nachzudenken. ich selbst halte mich selbst auch nicht für besonders intelligent und ich kenne mich auf keinem gebiet gut genug aus um wirklich ernst genommen zu werden. von vielen dingen weiss ich nichts. sport, autos, musik, ... viele dinge interessieren mich einfach nicht. wenn ein mensch aber überlegt warum es ihn gibt, woher er kommt und was aus ihm evtl. wird nachdem er gestorben ist, sollte er sich doch auch ein wenig mit philosophie und wissenschaften auskennen. man muss kein physiker oder biologe werden wollen, aber die grundlagen sollten vorhanden sein.

hier geht es meist um den ursprung, deswegen wird hier so oft von der evolution gesprochen. den lautesten gläubigen fehlt darüber jedes wissen. du bist (glaube ich) physiker und kennst dich mit der evolutionstheorie vermutlich relativ gut aus. du wirst doch nicht behaupten sie sei falsch?

mir geht es hier nicht darum evolutionstheorie und die schöpfung gottes zu vergleichen. ich möchte nur wissen, warum die menschen glauben. mit ein wenig mehr wissen kann man sich leicht eine welt ohne gott vorstellen. und wer nach dem ursprung fragt sollte nicht nur an die bibeln glauben sondern sich wissenschaftlich und philosophisch bilden. einheitsdenken bringt nichts.

glauben die leute an gott, weil sie es schon als kinder so beigebracht bekommen haben oder weil sie suchen? und was meinen sie mit "glauben"?

mehr wollte ich nicht.