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Kreationismus im Biologieunterricht

geschrieben von Stefan 
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kos
Re: Kreationismus im Biologieunterricht
17. February 2006 21:11
@Gregor
Natürlich kann man Forschung betreiben und dabei vor Entzücken kreischen, wie toll Gott doch ist. Für die Forschung ist es aber weder notwendig noch förderlich.
@ kos:

Forschung braucht nicht eine bestimmte Zielrichtung, sondern eine bestimmte Einstellung.

Ob Frankenstein oder Dr. Jekyll: entscheidend ist nicht die Art oder Grösse des Ziels, sondern die Grösse des Wunsches, ans Ziel zu gelangen.

Wenn also einer bereit ist, sein ganzes Leben ausschließlich der Aufgabe zu widmen, Gottes Rafinesse in allen Lebewesen aufzuzeigen, dann wird er ein besserer Forscher als jemand, der Darwin für den Größten hält, aber jeden Abend pünktlich um 17.00 Uhr ds Reagenzglas fallen läßt, weil er "ja auch noch ein Privatleben" hat.

Das Problem mit den Kreationisten ist nicht, dass sie selbst nicht an Darwin glauben, sondern dass sie andere dazu zwingen wollen, es auch nicht zu tun.

Ich weiß, es ist ein frommer Wunsch, aber das Erste, was ich von Forschern erwarte, ist Respekt vor der Schöpfung, und das zweite ist Respekt vor einer abweichenden Meinung, wenn sie denn handwerklich gut begründet ist.

Aber wir wissen ja spätestens seit Thomas S. Kuhn, dass es so nicht abläuft.

Grüsse

Grägar
Re: Kreationismus im Biologieunterricht
18. February 2006 20:42
Gregor Koch schrieb:
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> Ich weiß, es ist ein frommer Wunsch, aber das
> Erste, was ich von Forschern erwarte, ist Respekt
> vor der Schöpfung, und das zweite ist Respekt vor
> einer abweichenden Meinung, wenn sie denn
> handwerklich gut begründet ist.

Dem ersten Punkt stimme ich uneingeschränkt zu (nur würde ich hier Schöpfung durch Natur ersetzen, denn der Begriff Schöpfung setzt einen Schöpfer bereits vorraus), dem zweiten eigentlich auch, aber wenn Du damit sagen willst, dass die Theorien der Kreationisten in diese Kategorie fallen, dann sollten wir uns noch einmal über die Definition von "handwerklich gut begründeten" Theorien unterhalten. Denn auch wenn manche offenbar zu meinen scheinen, dass Wissenschaft und Glaube letztendlich ein und das selbe sind, gibt es doch wichtige, entscheidende Unterschiede in der Methodik.




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gruß,
Alldaris


... und wenn am Ende alle Stricke reissen, dann häng ich mich auf!

Homepage: http://people.freenet.de/Sandy.dynalias.org/
Forum: http://30967-0.forum.alluwant.de/



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 18.02.06 20:47.
kos
Re: Kreationismus im Biologieunterricht
19. February 2006 17:26
@Gregor
Ha, wenn der Fromme dabei nicht an Darwin "glaubt", dann wird er keineswegs ein besserer Forscher, sondern landet in einem einschlägigen Forum.

Die Forschung braucht keinen Gott. Man kann sich auch anders, auf eine vernünftige Art und Weise motivieren.
@ Alldaris:

Genau. Über Fakten zu streiten, ist sinnlos. Fakten sind.

Worüber man streiten kann, ist das Vorher und das Nachher der Fakten: Wann steht etwas als Faktum fest, und was bedeutet das Faktum für die Inredestehende Angelegenheit?

Mit einer vernünftigen Debatte über Methodik hat man also schon die halbe Arbeit erledigt.

Aber da beißt sich die Katze in den Schwanz: Um vernünftig zu diskutieren, braucht man eine Diskussions-Methodik. Und die kann man nur im Diskurs festlegen, etc..

Schwierigkeiten tauchen immer dann auf, wenn zwei Leute mit der festen Absicht ins Gespräch gehen, den anderen überzeugen zu wollen, aber sich nicht überzeugen lassen zu wollen; dann redet man nicht mit einander, sondern bestenfalls abwechselnd (schlimmstenfalls gleichzeitig).

Diskussion setzt also die Bereitschaft voraus, die Position des anderen nicht nur als prinzipiell berechtigt, sondern sogar als potentiell besser anzuerkennen.

Deshalb sagte Jean Paul einmal: "Wenn Du die Wahrheit herausfinden willst, versuche, die Position Deines Gegners zu verteidigen."

Und ehrlich: wenn Deine ganze Argumentation notwendig darauf angewiesen ist, dass Dein Gegenüber die Existenz Gottes bei seinen Überlegungen außer Betracht läßt, wie nah an der Wahrheit kannst Du dann sein?

Damit meine ich nicht, mann soll Narren nach dem Mund reden. Aber um einen Narren als Narren auszuweisen, reicht es nicht, ihn Narr zu nennen und wie einen Narren zu behandeln. Das kann jedem passieren. Du mußt ihn wie einen vernünftigen Menschn behandeln, dann wird er sich selbst als Narr erweisen.

Grüsse

Grägar