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Du bist Deutschland!

geschrieben von Jen 
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Jesus
Re: Du bist Deutschland!
24. November 2005 17:04
Also, meiner Meinung nach sollte der Titel dieser Kampagne nicht lauten: Du bist Deutschland - was soll das patriotische Gefasel, kommen wir doch zum gleich zum Wesentlichen:
Du bist Gott!
Das ist es doch, was diese Kampagne uns sagen will.
Tango02
Re: Du bist Deutschland!
24. November 2005 19:55
Jaja. Das mit der Unterstützung der herrschenden Machtstrukturen ist (leider) richtig. Aber wenn selbst die Sozis es nicht mal mehr schaffen, das "Kapital" vom ollen Charlie Marx zu lesen (vom kommunistischen Manifest ganz zu schweigen), dann wird das auch nie was werden.

Howgh

Tango
Re: Du bist Deutschland!
25. November 2005 13:24
Es sollte vielleicht zu denken geben.
Es sollte Einsichten vermitteln.

Wem eigentlich?

Ein Liebhaber von langen guten nutzlosen Sätzen.
Mit freundlichen Grüßen
will ich das?!
Re: Du bist Deutschland!
28. November 2005 17:27
Eine Kampagne voller (heißer) Luft und (kritikloser Selbst-) Liebe..Erreicht diese Kampagne nicht vornehmlich diejenigen, die bereits im Vornherein die "geforderte" Gesinnung mitbrachten?! Wie kommt man zu der Annahme, dass mangelndes Nationalbewusstsein die Ursache der Probleme bilden könnte? Kleine Erinnerung: es ist ja nicht so, dass ein Reich bzw. Nationalstolz und Opferbereitschaft zu überleben vermag..
Welches Ziel verfolgt der Aufruf, was soll denn erreicht werden? Dass auf dem Arbeitsamt net mehr so viel gemeckert wird?! Dass die Rentner die sonstwievielste Nullrunde als patriotischen Akt gutheißen?! Dass ich mich mit einer Gesellschaft identifiziere, in der all jenen, deren Eltern nicht zufällig zu viel Geld oder höchste berufliche Qualifikation besitzen, der Zugang zu Bildung und Chancen mehr und mehr weiter erschwert wir?!
Es ist ja nicht so, dass in "unserer Heimat" generell keine soziales Initiative, kein Gestaltungswille, kein Ehrgeiz, keine Kraft zu finden wäre- warum verschweigt man private Aktionen, die ihr Geld und ihre Arbeit einsetzen, um die Lücken zu füllen, die der Staat offenließ, z.B. weil unnötige Beamtenstellen wichtiger sind als Spielplätze? Warum zeigt man keine überarbeitete, unterbezahlte Sozialarbeiter, die sich mit aller Kraft derer annehmen, für die sich sonst niemand mehr verantwortlich fühlt? Familien, die zwischen Hartz IV und Benachteiligung aufgrund hoher Kinderzahl ums Überleben ringen? All jene, die trotz Diskriminierung funktionieren müssen? Oh, oder gäbe das vielleicht kein chickes Bildchen für Hochglanzmagazine? Sind die Knüppel, die der Staat den engagierten zwischen die Beine wirft, etwa nicht massenmedientauglich?!
Was haben diese auf Hochglanz polierten Spots mit den Menschen zu tun, die sich trotz aller Widerstände Tag für Tag abrackern? Was sollen sie NOCH tun?! In meinen Augen kann diese Aktion bei der Betrachtung der sozialen Missstände nur noch zynisch wirken..
Wie soll ein "Ruck" durch Deutschland gehen können, wenn die zu Engagement nöiigen sozialen und intellektuellen Kompetenzen sytematisch breiten Bevölkerungsschichten vorenthalten werden? Wie kann man erwarten, die Menschen zu motivieren, wenn die politische Praxis doch bestens geeignet ist, dieses zu stoppen- eine Politik, für die Begriffe wie "sozial", "Bildung" und "Nachhaltigkeit" nichts sind als blenderische Aufreißer für das nächste, wirklichkeitsblinde Wahlprogramm? Aber es ist ja so viel einfacher, statt schwieriger, langfristiger Lösungsansätze vor der Wahl ein paar halbherzige Kurzschlussaktionen durchzuziehen und den Rest der Verantwortung auf die Bevölkerung zu schieben- eine Bevölkerung, die zu großen Teilen befangen ist durch die Bedingungen ihrer Existenz..die teilweise wohl nicht einmal mehr als mündig zu bezeichen ist..
Aber natürlich ist es viel schöner, wenn ein paar Promis in kuschliger Atmosphäre einen gleichsam väterlich/mütterlich-ermutigend in den Arm nehmen.
Das verschreckt auch nicht diejenigen "Leistungsträger", die sich von die Idee der sozialen Verantwortung vlt nicht angesprochen fühlen, von denen man aber hofft, dass sie ihren Egoismus irgendwann wenigstens einmal in den Dienste des Bruttosozialproduktes stellen..
Letztlich finde ich den Rückfall in patriotische Selbstherrlichkeit höchst bedenkenswert- wäre ein etwas offener Ansatz in Zeiten der Globalisierung und der Bestimmung Deutschlands als Einwanderungsland nicht sinnvoller? Darf man Deutschland sein, auch wenn man einen Doppelpass besitzt? Und wird nicht immer die- gerade wirtschaftliche- Abhängigkeit Deutschlands betont? Deutschland kann man nicht isoliert betrachten. Vielleicht sollte man mehr Energie darein investieren, ALLEN Menschen die humanistische Werte näherzubringen und zu einem Selbstwertgefühl zu verhelfen, dass nicht von ihrer Abstammung abhängt, sondern von der Fähigkeit, Kultur-egal ob die "eigene" oder eine "fremde"- zu verstehen und zu leben. Denn selbst wenn man einen typisch deutschen Mangel an Selbstbewusstsein bemängelt, kann es doch nicht Sinn der Sache sein, ein Defizit durch ein anderes zu ersetzten. Und das ist diese Deutschtümelei letztlich- was nutzt es mir, Goethe zu sein, wenn ich doch unter ganz anderen, drängenden Fragen leide? Was hat ein Kind armer Eltern in einem "Problemviertel" von den intellektuellen Genüssen des debildeten Geistes, wenn es vielleicht nicht einmal einen Schulabschluss erlangen wird? Ich will die Geschichte Deutschlands nicht auf den Nationalsozialismus beschränken, sowohl in der Gegenwart als auch in der Vergangenheit existieren ja noch ne ganze Menge anderer Hammer..aber vielleicht sollte man den kritischen, distanzierten Blick auf die Geschichte nicht immer als Unfähigkeit zu patriotistischem Stolz auslegen, sondern diesen auch auf internationaler Ebene reflektieren.. Letztlich sollte der Wunsch, sich zu engagieren, dem Interesse am Menschen und nicht dem Festhalten an herkunftsfixierten Mentalitäten(die hoffentlich irgendwann einmal als überkommen bezeichnet werden können) entspringen.
Fazit: Meiner Ansicht nach geht diese Aktion völlig an der Wirklichkeit vorbei. Er spricht nur diejenigen an, die bereits ein Interesse an ihrer Mitwelt haben, aber die Probleme liegen doch woanders..es fehlt an lauten Stimmen, sicherlich. Aber an protestierenden..
Doch Engagement lässt sich nicht erzwingen, man kann nur günstige Bedingungen schaffen. Hier hat die Politik versagt. Ein(doch sehr kitschiger) "Aufruf zur Intiative" kann genausowenig funktionieren wie "Revolution von oben". Es bleibt zu hoffen, dass ein Klima entsteht, dass die konstruktive Freiwerdung der Kräfte, die der Unmut erzeugt, ermöglicht- und nicht bloß die Zerstörungswut als Ausweg der Verzweifelten übrig bleibt.. denn dass scheinen mir die Alternativen zu sein, die sich auf die Frage hin anbieten, durch was die "große Resignetion" einmal abgelöst werden könnte..


papst
Re: Du bist Deutschland!
01. December 2005 12:55
Ich bin Papst!



Bund Aufgeklährter Bild-Leser!
Re: Du bist Deutschland!
01. December 2005 15:43
papst schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich bin Papst!
>
>
>
> Bund Aufgeklährter Bild-Leser!


Aufklärung schreibt man ohne "h"


Bund der pseudo-intellektuellen Dummschwätzer!

---
gruß,
Alldaris


... und wenn am Ende alle Stricke reissen, dann häng ich mich auf!

Homepage: http://people.freenet.de/Sandy.dynalias.org/
Forum: http://30967-0.forum.alluwant.de/
happy
Re: Du bist Deutschland!
05. December 2005 03:21
Ich fall vom Glauben ab. Auf der einen Seite bin ich erstaunt Interesse und Feedback zu einem solchen Thema zu beobachten, auf der anderen Seite bin ich durch und durch baff zu hören, was wir in Deutschland für nicht Lebenswerte bedingungen vorfinden. Man könnte glauben wir stünden vor dem Abgrund und ein Strick wäre unsere einzige Lösung.
Vorweg aber kurz gesagt: dies soll kein persönlicher Angriff auf die Personen sein, welche ihre Meinung niedergeschrieben haben, sondern vielleicht ihnen und anderen so verzweifelten Bürgern dieses Landes mal die Augen öffnen.
Fangen wir mit Arbeitslosenzahlen an: Ohne Frage wäre es großen Konzernen wie Mercedes oder T-Com möglich die momentanen Schwankungen abzufangen und nicht nötig Menschen zu entlassen, aber wie schon von jemand anderem erwähnt, hat unsere Politik nur wenig Einfluss darauf. Jeder, der dies verurteilen möchte solle sich bitte die Folgen von staatlich organisierter Wirtschaft und ihrer langfristigen Funktionalität anschauen (Russland, Rumänien, China und nicht zu vergessen die Wohlstandsgeselschaft der DDR). Man möge ankreiden was dort geschieht, aber in dem Modell der Marktwirtschaft ist es anders nicht möglich. Wer es also für unakzeptabel hällt, soll nicht über diejenigen herfallen, die das Verstanden haben und es nutzen, sondern überlegen wie man es besser machen kann. Destruktive Kritik wird uns auch in hundert Jahren nicht weiterbringen.
Desweiteren können wir uns beim Staat nicht über Obdachlose beklagen. In Deutschland hat zum einen, ein jeder Bürger die Möglichkeit von Sozialleistungen zu leben und eine Wohnung zu beziehen, was in fast allen andren Staaten der Welt nicht so ist, zum anderen ist es den Behörden nicht möglich Menschen von der Straße zu holen, die dies nicht wünschen. Würden wir dafür plädieren, wäre die Folge ein teilweiser Verzicht auf unsere Grundrechte. Denn in einem Land, in dem alle Menschen laut Grundgesetz unabhängig ihrer Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, Glauben, etc. gleich sind, können wir den Obdachlosen keinen besonderen Rang einordnen. Solange wir also nicht wollen, dass unsere Grundrechte eingeschränkt werden und Obdachlose sich nicht Sittenwidrig verhalten oder gar straffällig werden, können sie zu unserem Glück tun was sie wollen.
Die Tatsache, dass immer weniger Kindergartenplätze vorhanden sind ist nicht erfreulich. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten. Ich zum Beispiel und ich denke nicht der Einzige zu sein, habe große Teile meiner Jugend bei den Großeltern verbracht. Klingt komisch, aber die können auch lesen, schreiben und rechnen und Kinder somit auf die Grundschule vorbereiten. Wir sollten nicht vergessen die Erziehung unserer Kinder in erster Hand in der Familie zu halten, bevor wir sie in die Hände Fremder geben um uns dann zu beschweren, wie missraten die heutige Jugend ist. Ein positiver Nebeneffekt am Kontakt mit den Großeltern ist übrigens ein wenig Respekt vor dem Alter und nicht die heutige Sicht in Industriestaaten, dass "alte" dement und nervtötend sind.
Kommen wir dazu wie teuer in Deutschland doch alles ist. Wahnsinn, eine Levi´s kostet jenseits der 100€, ein Paar Nike-Schuhe ebenso und wer zu Designerklamotten greift wird ganz schnell arm. Desweiteren kosten Handys immer mehr und die ganzen Spielkonsolen sind alles andere als billig. Es ist nicht zu fassen mit was für Problemen wir hier leben müssen.
Unser Problem ist nicht die Politik oder die Wirtschaft, es ist der Egoismus, welcher in unserer Geselschaft oberhand gewonnen hat. Es ist der absolute Verfall
von Werten wie Familie und Hilfsbereitschaft.
Und wenn man es so betrachtet, dann hat ein jeder von uns die Möglichkeit mit seinem kleinen Beitrag diese Geselschaft ein wenig aufzuwerten und unser Land in einem anderen Licht stehen zu lassen.
Also ich denke ein jeder von uns sollte sich einfach darüber bewusst sein, dass er als Schmetterling eine menge bewegen kann.

In diesem Sinne

Ich bin Deutschland
Re: Du bist Deutschland!
05. December 2005 11:14
happy schrieb:
-------------------------------------------------------

> Vorweg aber kurz gesagt: dies soll kein
> persönlicher Angriff auf die Personen sein, welche
> ihre Meinung niedergeschrieben haben, sondern
> vielleicht ihnen und anderen so verzweifelten
> Bürgern dieses Landes mal die Augen öffnen.

Na das hat mir gerade noch gefehlt. Nur zur Information: Nur weil ich die Zukunft dieses Landes und die Perspektive bestimmter Bevölkerungsgruppen nicht ganz so positiv beurteile wie Du das - meiner Meinung nach in einem Anflug unbegründetem Optimismus - beurteilst, bedeutet das noch lange nicht, dass ich blind durch die Gegend stolper. Meine Augen s i n d offen. Ganz weit sogar.

> Fangen wir mit Arbeitslosenzahlen an: Ohne Frage
> wäre es großen Konzernen wie Mercedes oder T-Com
> möglich die momentanen Schwankungen abzufangen und
> nicht nötig Menschen zu entlassen, aber wie schon
> von jemand anderem erwähnt, hat unsere Politik nur
> wenig Einfluss darauf. Jeder, der dies verurteilen
> möchte solle sich bitte die Folgen von staatlich
> organisierter Wirtschaft und ihrer langfristigen
> Funktionalität anschauen (Russland, Rumänien,
> China und nicht zu vergessen die
> Wohlstandsgeselschaft der DDR). Man möge ankreiden
> was dort geschieht, aber in dem Modell der
> Marktwirtschaft ist es anders nicht möglich.

Und wie soll das weitergehen? Jedesmal wenn in diesem Land die Wirtschaft schwankt, und die Firmenbosse Angst um ihre Zweitwagen haben (manch einer kann sich nichtmal einen leisten), sollen die Arbeiter dafür bluten?
Und wenn es die wirtschaftliche Lage verlangt, dann kehren wir auch wieder zur Sklavenarbeit (1€ Jobs sind für mich nichts anderes) zurück? Soll das die Argumentation sein? Es geht halt nicht anders? Unsere Wirtschaft verlangt das so? Dann sollte man sich mal die Frage stellen, ob nicht irgendwas an unserem Wirtschatssystem falsch ist, wennn die so einfach machen können was sie wollen, und der kleine Bürger stets dafür bluten muss.


> Wer
> es also für unakzeptabel hällt, soll nicht über
> diejenigen herfallen, die das Verstanden haben und
> es nutzen, sondern überlegen wie man es besser
> machen kann. Destruktive Kritik wird uns auch in
> hundert Jahren nicht weiterbringen.

Richtig. Aber dafür geh ich wählen, weil ich damit (unbegründeter Weise wie ich inzwischen glaube) Leute einzusetzen glaube, die sich um die Probleme im Interesser aller kümmern werden. Aber ich seh nichts, ich höre nur Ausflüchte, während die Interessen der oberen Schichten nach wie vor gewahrt bleiben, als hätte sich in Deutschland nichts verändert.


> Desweiteren können wir uns beim Staat nicht über
> Obdachlose beklagen. In Deutschland hat zum einen,
> ein jeder Bürger die Möglichkeit von
> Sozialleistungen zu leben

Das stimmmt. Fragt sich nur wie lange noch.

> und eine Wohnung zu
> beziehen, was in fast allen andren Staaten der
> Welt nicht so ist, zum anderen ist es den Behörden
> nicht möglich Menschen von der Straße zu holen,
> die dies nicht wünschen. Würden wir dafür
> plädieren, wäre die Folge ein teilweiser Verzicht
> auf unsere Grundrechte. Denn in einem Land, in dem
> alle Menschen laut Grundgesetz unabhängig ihrer
> Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft,
> Glauben, etc. gleich sind, können wir den
> Obdachlosen keinen besonderen Rang einordnen.
> Solange wir also nicht wollen, dass unsere
> Grundrechte eingeschränkt werden und Obdachlose
> sich nicht Sittenwidrig verhalten oder gar
> straffällig werden, können sie zu unserem Glück
> tun was sie wollen.
> Die Tatsache, dass immer weniger
> Kindergartenplätze vorhanden sind ist nicht
> erfreulich. Aber es gibt auch andere
> Möglichkeiten. Ich zum Beispiel und ich denke
> nicht der Einzige zu sein, habe große Teile meiner
> Jugend bei den Großeltern verbracht.

Na toll, glaubst Du ich setze Kinder in die Welt, um sie dann bei den Grosseltern aufwachsen zu lassen (mal ganz abgesehen davon, dass wir demnächst bis 67 zur Arbeit gehen, die Großeltern also in den meisten Fällen selber berufstätig sind)? So sehr ich meine Eltern auch mag, aber ich würde dann schon ganz gerne meine Kinder alleine grossziehen, und zwar so wie ICH es für richtig halte.
Das können die meisten aber nicht, weil es der Job und die finanzielle Lage gar nicht erlaubt. Die Konsequenz ist, dass man als junger Mensch lieber auf Kinder verzichtet, denn wozu soll ich Kinder in die Welt setzen, wenn ich schon vorher weiss, dass ich mich nicht um sie kümmern kann? Und erzählt mir jetzt bitte nicht, dass man auch mit ganz wenig Geld und ganz wenig Liebe und sehr wenig Zeit gross werden kann... Natürlich kann man (Frau auch). Die Frage aber ist doch, ob das Normalität sein soll.


> Klingt
> komisch, aber die können auch lesen, schreiben und
> rechnen und Kinder somit auf die Grundschule
> vorbereiten. Wir sollten nicht vergessen die
> Erziehung unserer Kinder in erster Hand in der
> Familie zu halten, bevor wir sie in die Hände
> Fremder geben um uns dann zu beschweren, wie
> missraten die heutige Jugend ist. Ein positiver
> Nebeneffekt am Kontakt mit den Großeltern ist
> übrigens ein wenig Respekt vor dem Alter und nicht
> die heutige Sicht in Industriestaaten, dass "alte"
> dement und nervtötend sind.

Das hat ganz andere Ursachen. Dabei geht es nicht um Respekt, sondern schlicht und einfach um den Fakt, dass heutzutage der Beruf und die Karriere so viel von den Menschen abverlangt, dass für Deine romatischen Vorstellungen von Familie gar kein Platz mehr ist. Wie soll denn das alles geleistet werden? Wenn ich 12 Stunden auf den Beinen bin, weil mein Arbeitgeber mir mal wieder die Ohren vollheult wie schlecht es doch der Frima geht, und wie sehr es jetzt auf mein Engagement ankommt (Du bist Deutschland), wieviel Zeit soll denn da noch übrigbleiben, um sich um seine kranken Großeltern zu kümmern, in dem Maße wie es eigentlich nötig wäre? Nebenbei soll ich dann auch noch Kinder großziehen (mit viel Liebe, ist klar...)
Und wann soll ich mich eigentlich mal um mich selbst kümmern? Entschuldigung, aber ich habe auch Bedürfnisse, und die bestehen aus mehr als nur aus Arbeit und für andere Leute da zu sein.

> Kommen wir dazu wie teuer in Deutschland doch
> alles ist. Wahnsinn, eine Levi´s kostet jenseits
> der 100€, ein Paar Nike-Schuhe ebenso und wer zu
> Designerklamotten greift wird ganz schnell arm.
> Desweiteren kosten Handys immer mehr und die
> ganzen Spielkonsolen sind alles andere als billig.
> Es ist nicht zu fassen mit was für Problemen wir
> hier leben müssen.

Es geht hier nicht um Designerklamotten, sondern um Dinge des alltäglichen Gebrauchs. Als Mensch, der von sich selbst behauptet, er würde mit offenen Augen auf die Gesellschaft blicken, scheinst Du mir aber relativ wenig Sinn für die Realität zu haben. Das seit der Euroeinführung alles zum Teil auf dreiste, räuberische Art und Weise teurer geworden ist, während im gleichen Maße die Löhne fallen, ist Dir nicht aufgefallen?
Wie weit soll ich als ausgebildeter Gas-Wasser-installateur mit 7 € die Stunde (brutto!) - das war mein letzter Stundenlohn - eigentlich kommen?
Wozu habe ich dreieinhalb Jahre gelernt? Um mich jetzt so verarschen zu lassen?
Wie soll man den jungen Leuten erklären, dass eine gute Ausbildung wichtig ist?
Die lachen mich doch aus, und das mit Recht.
Man schaue sich doch die überfüllten Universitäten an. Die Leute haben erkannt, das man in diesem Land nurnoch an der spitze wirklich auf der Gewinnerseite steht. Das Problem ist: Wer soll die anderen Arbeiten machen, und wie werden diese Leute in Zukunft bezahlt werden?
In Deutschland scheint man zu einer Politik der Bekämpfung von Symptomen übergegangen zu sein, anstatt Ursachen zu bekämpfen.
Anstatt Billiglöhne und Ausbeutung zu bekämpfen, führt man den Hartz IV-Wahnsinn ein, und zwingt die Leute damit sich selbst den Vorstellungen davon, was gute Arbeit in Zukunft kosten soll (nämlich am liebsten gar nichts), zu unterwerfen.
In den UNIS kommen die Studiengebühren, wiviele können die nicht bezahlen?
Was soll denn ein Mensch in dieser Situation machen? Ein Job, der angemessen bezahlt wird ist rar, studieren in Zukunft nur für Reiche, was bleibt noch?
Hartz IV oder sich der Ausbeutung beugen.
Wo ist da eigentlich unser Grundrecht auf freie Wahl des Arbeitsplatzes?
Und wenn in Zukunft der Sozialstaat vollkommen zusammenbricht (Hartz IV war erst der Anfang, da bin ich sicher), dann ist man als Arbeitnehmer vor gar nichts mehr sicher. Die Arbeitgeber haben dann alle Druckmittel die sie brauchen, um auch die absurdesten Lohnvorstellungen durchzusetzen.
Grosskonzerne machen Milliardengewinne, entlassen aber gleichzeitig immer mehr ihrer Angestellten, damit die Börsenbillanz stimmt.
Ist das normal? Wer, wessen Arbeit hat eigentlich die Konzerne zu dem gemacht, was sie heute sind?

> Unser Problem ist nicht die Politik oder die
> Wirtschaft, es ist der Egoismus, welcher in
> unserer Geselschaft oberhand gewonnen hat. Es ist
> der absolute Verfall
> von Werten wie Familie und Hilfsbereitschaft.

"Was soll nicht alles Meine Sache sein!
Vor allem die gute Sache, dann die Sache Gottes, die Sache der Menschheit, der Wahrheit, der Freiheit, der Humanität, der Gerechtigkeit;
ferner die Sache Meines Volkes, Meines Fürsten, Meines Vaterlandes;
endlich gar die Sache des Geistes und tausend andere Sachen.
Nur Meine Sache soll niemals Meine Sache sein.
„Pfui über den Egoisten, der nur an sich denkt!" - Max Stirner

Altruismus wird dann am wirksamsten sein, wenn die Leute auch was haben, was sie geben können. Ich seh überhaupt nicht ein, warum ich mich für andere engagieren soll, während um mich herum die High-Society in Saus und Braus lebt und mir erzählen will, ich solle auf noch mehr verzichten, damit die reichen Säcke weiterhin ihren Champus saufen können und die wirtschaftliche Lage nicht spüren müssen.
Das kannste gleich vergessen.
Und das nur als Warnung: Wenn es hart auf hart kommt - und das halte ich gar nicht für unwahrscheinlich - sollte man sich immer darüber im klaren sein, w e r hier in Deutschland den breiten Teil der Bevölkerung ausmacht. Wie gesagt, das ist als Warnung zu verstehen, nicht als Drohung. Wenn die Leute sich eines Tages in ihrer Existenz bedroht sehen (unabhängig davon, ob das objektiv tatsächlich der Fall ist), dann wird sich ihr Zorn zuerst denen gegenüber entladen, die Alles haben.Und dabei wird dies auch Leute treffen, die eigentlich an der ganzen Misere unschuldig sind. Der Klassenkampf ist keine reine Fiktion, sondern kann (Die Menschen hier in Deutschland mögen das hoffentlich verhindern) brutale Realität werden (wenn er es nicht schon längst ist).

> Und wenn man es so betrachtet, dann hat ein jeder
> von uns die Möglichkeit mit seinem kleinen Beitrag
> diese Geselschaft ein wenig aufzuwerten und unser
> Land in einem anderen Licht stehen zu lassen.
> Also ich denke ein jeder von uns sollte sich
> einfach darüber bewusst sein, dass er als
> Schmetterling eine menge bewegen kann.
>
> In diesem Sinne
>
> Ich bin Deutschland
>


D I E S E S Deutschland bin ich N I CH T !!!!!!!

Soviel zum Thema "offene Augen".

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gruß,
Alldaris


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14-mal bearbeitet. Zuletzt am 05.12.05 12:47.
Re: Du bist Deutschland!
06. December 2005 17:49
Hey.

Ich habe das Ganze ganz anders gedeutet.

Jeder von uns ist Deutschland. Wir sollen also 1. zusammen halten 2. uns auch verantwortlich fuehlen 3. sollte in dieser Werbung (oder was auch immer es war) gezeigt werden wozu Deutschland so faehig ist, siehe zB Einstein.

Ich finde die Werbung gut. Denn sie stimmt einfach. Wenn wir alle immer amerikanischer werden (nur noch aud sich selbs fixiert und seinen eigenen Vorteil) (hoert sich ein wenig rechts an soll es aber nciht sein. soll nur zur visualisierung beitragen) dann werden wir in Zukunft auch noch so jemanden wie den Bush waehlen.
Denkt mal drueber nach. Wir alle koennen was bewirken und wir MUESSEN auch wieder was bewirken. Wir muessen ja nicht gleich Kommunistisch werden aber ein wenig mehr an Andere denken muesste doch wohl moeglich sein.
Ich habe letztens noch einen sehr interessanten Beitrag im TV gesehen.

Da meinte so ein armer Kerl dem es echt beschissen geht, dass er nicht weiter den Urwald abholzen will (obwohl darauf seine existens beruht), weil er spaeteren Generationen nichts kaputtes hinterlassen will.
Zeigt das nicht groeße?
Warum koennen wir sowas nicht mal machen??
Lasst uns Verantwortung uebernehemen. Lasst uns zusammen arbeiten. Lasst uns Deutschland sein.
Denn wenn WIR es nicht sind wer dann? Dann ist es niemand. Tolle Idee.

PS. @Eisenmann: Lass doch bitte solceh Eintraege. Natuerlich ist nicht alles richtig geschrieben aber was du schreibst ist erstens off Topic und zweitens bringt es niemanden weiter. Wenn du ueber die Verarmung der Sprache reden willst eroeffne ein neues Thema. Sorry, dass ich mich so aufspiele, steht mir wahrscheinlich nicht zu aber sowas nervt echt.

ciao
max
Re: Du bist Deutschland!
06. December 2005 20:09
Klar, wenn wir alle eine wenig mehr Verantwortung zeigen, dann können wir viel verändern ud erreichen.
Aber das kann nur funktionieren, wenn wir ALLE diese Verantwortung ernst nehmen, und nicht nur ein Teil der Bevölkerung, während der andere sich auf der Leistung der anderen ausruht.
Das gilt - das MUSS - für BEIDE Seiten gelten.
Leider seh ich immer nur Menschen, - und ich schliesse mich da mit ein - die mit den Fingern immer nur auf die Anderen zeigen, und von den Anderen Einsicht fordern.

Wenn aber alle am gleichen Strang ziehen, und im gleichen Maße Verantwortung FÜREINANDER übernehmen, DAS wäre das Deutschland in dem ich gerne lebe.
Wirklich, das würde mir gefallen.


---
gruß,
Alldaris


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4-mal bearbeitet. Zuletzt am 06.12.05 20:19.