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Platons Höhlengleichnis

geschrieben von oX 
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oX
Platons Höhlengleichnis
08. September 2007 09:11
Ich habe mal ein Gedicht verfasst, das a) zum Ausruck bringt
wie sich Erleuchtung gefühlsmässig bei mir ausgewirkt hat
b) irgendwo auch meine Leidengeschichte wiederspiegelt
c) als Anleihe hatte ich Platons Höhlengleichnis

ich würd gern Eure Meinung dazu wissen

Himmel und Hölle

Gehst ins Kino, wunderschön
da willst du mal ein Filmchen sehn
Dunkel ist's, Du bist gespannt
schaust Du nun auf diese Wand

der Vorhang ist noch immer zu
kommst Du nun zu Deiner Ruh
jetzt geht es los, die Spannung steht
weißt noch nicht worum es geht

viele Kinder siehst Du sitzen
in einer Höhle und sie schwitzen
schon seit Geburt sind sie nun da
an Ketten gebunden, wunderbar

stand'n noch nie und sahen auch nicht
die Sonne, die da scheint, das Licht
des Ketten Rasseln ignorierten sie
wen stört's, sie wussten es noch nie

starrten immer auf eine Wand
die sich gegenüber da befand
dort ist das, was ihn'n gefiel
sahen Licht- und Schattenspiel

weil gespiegelt vom Sonnenschein
kommt dauernd in die Höhle rein
doch kannten sie das leider nicht
die Quell von Schatten und von Licht

doch endlich einem nun dies Rasseln
tötet Nerven, hört auf zu quasseln
will er aufstehn, doch die Ketten
hat er leider noch vergessen

erkennt er nun zum ersten Mal
die Ketten an, als höllisch Qual
voller Zorn, er zieht am Ring
als ob es um sein Leben ging

er hat's geschafft, er ist nun los
er wundert sich, was war das blos
ist nun stolz, will es auspetzen
doch er sagt nichts, lieber setzen

geht nach vorn zu dieser Wand
bis er vollends vor ihr stand
wundert sich, sein Schatten sah
wundert sich, was da geschah

die anderen Kinder lachten nun
fanden's komisch, sah'n sein Tun
er fands nicht so, dreht sich um
stellt schnell fest, er war so dumm

Sah er nun, das erste Mal
die Höhle an als höllisch Qual
zog ihn magisch an das Tor
tritt zu dieser Richtung vor

voller Schreck er tritt zurück
als ihn warmes Licht voll trifft
macht die Augen zu und weint
war er nicht gewohnt, was scheint

dreht sich um und sah nun das
was anderen Kindern machte Spass
wird ihm bewusst, was er da tat
war jahrelang sich selbst verrat

ging er raus und sah die Welt
so wie sie ihm doch echt gefällt
sah Berge, Wiesen und Vögelein
spürte Wind und warmen Sonnenschein

am See so laut, da zirpen Grillen
wollte Lebensdurst gut stillen
hatte Mitleid mit den Kindern
dessen Ketten sie ja hindern

in dessen Höhle geht er zurück
er beenden will, das Bühnenstück
schreitet schnell und frohen Mutes
ja er sah es und er tut es

stellt sich vor ihnen hin und sagt
dass draussen ist der schöne Tag
zeigt Ketten, Sonne und die Wand
aber leider keiner ihn verstand

seiner Freundin lieb, schon jahrelang
griff er ihre Ketten an
das Rasseln nicht zu überhören
den Kindern war es nichts als stören

die Freundin weint, es tut ihr weh
er bittet sie, sie mit ihm geh
doch Steine flogen, es wird zuviel
die Kinder schrien: Seid endlich Still

er hört nicht auf mit lautem Rasseln
noch größere Steine auf ihn prasseln
er ist fast tot, ihm wunderts nicht
soviel Dummheit verdient kein Licht

geht hinaus zur echten Welt
sein Leben nicht mehr ist verstellt
die Wärme lindert seine Schmerzen
im Glück gebadet auch im Herzen

sammelt ohne Ende echte Kraft
ging er nun auf Wanderschaft
trifft er plötzlich einen Mann
hörte nun was er noch so kann

hörte nun auf mit Rasen mähn
gab ihm Kleider, schön anzusehn
brachte ihm das Lesen bei
Schreiben, Muse und die Jodelei

die Zeit vergeht, nicht lange dauert
er um seine Freundin trauert
schreibt er nieder seine Geschicht
in Form eines Gedicht

doch sie leider kann nicht lesen
erfassen der Welten wahres Wesen
fleht er nun den Manne an
ob er ihm nicht helfen kann

der Mann dazu nur folgendes sagt
ist's nicht besser, sie selber nagt
an ihren Ketten und sich befreit
selbst drauf kommt und ist bereit

wünscht er sich, seine Freundin nun
die Fesseln ihr geben keine Ruh'n
das sie sich selbst befreit
ihr Schatz im Inneren ergreift

er ist Willens zurück zu gehn
wollt nach seiner Freundin sehn
extra kurzen Weg genommen
in der Höhle angekommen

nicht mehr da, wo er sie dachte
mit einem anderen Wärme machte
seine Welt stürzt schnell zusammen
sein Herz spuckt Blut und Flammen

sah noch eine Weile zu
schliesst sein Herz und findet Ruh
sah in allem keinen Sinn
setzt er sich nun neben ihr hin

so wie sie ihn früher kannte
und in ihrem Herzen brannte
sie wusste nicht von seinen Gaben
ja sie wollt ihn wiederhaben

nackt und blass und ungeschoren
hatte er ihr nie geschworen
trotzdem zog er sich schnell aus
und das nur für seine Maus

schaut hinab zu ihren Füssen
sah neue Ketten ihn begrüssen
zum neuen Freund führten sie hin
auch darin sah er keinen Sinn

ihr war kalt, sagt sie mit Scham
als er nicht mehr wiederkam
er sagt traurig wärst du bloß
mit ihm und nicht in seinem Schoß

sagt sie, ewig kann sie nicht
laufen mit ihm Sicht in Sicht
nur der Herzenswärme willen
würde ihr Herz nicht stillen

er sagt dass sie bräuchte nicht
da draussen ist doch warmes Licht
und goldne, silber oder sieben
Ketten nun mal Ketten blieben

So zog er an der Kette wieder
und wieder Steine prasseln nieder
sie sah zurück zu ihrer Wand
sie es noch immer nicht verstand

träfe sie doch keine Steine
ließ er sie nun doch alleine
macht er nur der Liebe wegen
die Steine, er hatte was dagegen

ihr Neuer sah die Steine fliegen
er konnte keine Wärme kriegen
zog sie feste an sich ran
um selber sich zu wärmen kann

er fragte nach dem Wann
weise zog er sich noch an
der Freie weinte, letzter Blick
ging er tot zum Licht zurück

vor der Höhle wartet er
bis heut fällt Warten ihm so schwer
die Ketten jetzt, woanders sind
er wurde wieder Kind

doch keiner Art von Traurigkeit
er liebt sie noch, er ging zu weit
hofft er eines schönen Tages
kommt sie raus aus diesem Hades

träumt er ging, so Hand in Hand
durch dieses wunderschöne Land
mit seiner Liebe gleich daneben
die wahre Natur der Welt erleben

zu Ende ist der Film jetzt nu
der Vorhang, der geht wieder zu
Lichter gehen an im Saal
Film so schön und traurig Qual

stehst du auf und schreist herum
schreist: Der Typ im Film ist dumm
für Ketten ohne Rasseln auch
Schlüssel wär'n da im Gebrauch

leise wärs doch gut gelung
wäre doch von beiden Lösung
schreit dann jemand dir zurück
denkst du erst er ist verrückt

du bist doch die dumme Sau
in die Hände schnell mal schau
ganze Zeit hälst in der Hand
die Schlüssel zum Wunderland

wird dir nun bewusst: 'Oh warte'
für den Film die Eintrittskarte
so AN die FÜNFzig Verse schon
bekommst du der Liebe Lohn

Verstand der muß schnell LEERE werden
dann erst wirst du alles erben
wird dir klar, dir wird bewusst
das das wohl sein, die wahre Liebe muss
Für einen Anfänger schon nicht schlecht, das Gedicht wirkt aber stellenweise ziemlich zusammenhangslos und das Ende wie gerade noch so hingebogen.
Ich denke mal, Platon ist für die Verarbeitung persönlicher Traumata ungeeignet.
oX
Re: Platons Höhlengleichnis
03. May 2008 16:36
Dieses Gedicht verdeutlich eher
das Verständniss-Problem zwischen
Menschen die ausser der existenziellen Ebene nichts anderes kennen
und Menschen die mit Ihrer Bewusstheit
durch den Spiegel der Realität gewandert sind
eine Existenz ohne Materie...

erkläre mal einen Schimpansen wie man ein Auto baut.
Das Gedicht ist eine einzige Große Metapher
so wie es die größten Dichter nicht anders machen könnten
Beispiel..
die Höhle ist der Verstand,
die Wand sind die eigenen Vorstellungen
die Steine sind die schlechten Vorurteile
usw...
Re: Platons Höhlengleichnis
26. November 2008 15:00
Die drei vorhergehenden Seiten betrachtend, muss ich mich fragen, ob das entweder ein Virus ist, Dummheit oder pure Langeweile.

Nicht der Aufgabenstellung entsprechend!

der Stefan
Wahrheit
Re: Platons Höhlengleichnis
26. February 2011 20:47
Ganz im ernst? "Das Gedicht ist eine einzige Große Metapher so wie es die größten Dichter nicht anders machen könnten". Also wenn die größten Dichter es nicht besser hinbekommen würden/hätten, wäre das ein Armutszeugnis unserer Art. Du hast dich brav mit Platon auseinandergesetzt, ein bisschen an der Ontologie und Erkenntnislehre geschnuppert, aber Meisterschaft kann ich weder im Inhalt, noch auf künstlerisch-dichterischer Ebene erkennen. Ich würde sogar sagen, dir fehlt jegliches Talent fürs Dichten. Dein Gespür für Sprachästhetik scheint beinahe unterentwickelt, bestenfalls durchschnittlich. "das das wohl sein, die wahre Liebe muss"? Ich würde mich schämen, etwas derartiges zu veröffentlichen.