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Ethik und Emotionen

geschrieben von Alldaris 
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Ethik und Emotionen
08. February 2006 10:30
Wie der Mediziner und Philosoph Manfred Spitzer in seiner zur Zeit auf Br3 laufenden Reihe von 15 minütigen Sendungen erläutert, hat die Gehrinforschung in der letzten Zeit erstaunliche Erkenntnisse zutage gefördert.

Demnach werden wenn wir über Ethik nachdenken die gleichen Hirnareale aktiviert wie wenn wir Emotionen haben. Spitzer erklärt:

"Wenn Kant also forderte man solle bei einem Nachsinnen über die Ethik die Emotionen aussen vor lassen, dann irrte er sich.
Das können wir gar nicht!"

Sendetermine und Informationen über Dr. Dr. Manfred Spitzer, sowie die ersten beiden bereits gelaufenen Staffeln als Real Media, finden sich auf der Seite des Br3:

http://www.br-online.de/alpha/geistundgehirn/

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Re: Ethik und Emotionen
09. February 2006 00:50
Betrachtet man Kants Ethik genauer, speziell zum Thema Strafrecht, so drängt sich dem unbefangenen Leser schnell der Eindruck auf, daß da sehr intensive Emotionen eingeflossen sind, und zwar auf der unbewußten Ebene, während auf der bewußten alles scheinbar streng rational und aufgeklärt ablief. Diese unbewußten Emotionen wirken überall dort, wo höchst willkürliche Annahmen (etwa beim Gerechtigkeitsbegriff) wie naturgegebene Selbstverständlichkeiten eingeführt werden und darauf dann ein Gedankengebäude errichtet wird. Ein krasser Fall von Verdrängung also.

Um das zu erkennen, ist keinerlei Hirnforschung erforderlich. Ebensowenig für die Einsicht, daß schlechterdings alles, was der Mensch tut oder unterläßt, einen emotionalen Aspekt hat. Brisante ethische Konfliktfälle wären ja nicht brisant, wenn die zu erwartenden Konsequenzen der Entscheidungen nicht mit intensiven Lust- oder Unlustempfindungen verbunden wären.

Nun leben wir in einer extrem wissenschaftsgläubigen Zeit, und da könnte man sich als Hirnforscher doch mal einen Jux erlauben. Stellen wir uns mal vor, die Hirnforscher stellen ein großangelegtes psychologisches Experiment an. Sie geben bekannt, daß genau das Gegenteil ihrer tatsächlichen Meßergebnisse zutrifft: Die bei Ethikthemen aktivierten Hirnareale sind völlig verschieden von den für Emotionen zuständigen, und letztere bleiben gerade bei Ethikthemen absolut ruhig. Ziel des Experiments ist es, herauszufinden, inwieweit das gläubige Publikum bereit ist, diese angeblich wissenschaftlich erwiesene Behauptung als unumstößliche Wahrheit zu schlucken, obwohl die Evidenz der eigenen Erfahrung, vulgo common sense, das ganze Leben hindurch nachdrücklich das Gegenteil bezeugt.

Re: Ethik und Emotionen
09. February 2006 16:17
Ahh, mein Leiblings-Philosoph und Gegengewicht ist zurück =)


nwabueze schrieb:
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>
> Um das zu erkennen, ist keinerlei Hirnforschung
> erforderlich. Ebensowenig für die Einsicht, daß
> schlechterdings alles, was der Mensch tut oder
> unterläßt, einen emotionalen Aspekt hat. Brisante
> ethische Konfliktfälle wären ja nicht brisant,
> wenn die zu erwartenden Konsequenzen der
> Entscheidungen nicht mit intensiven Lust- oder
> Unlustempfindungen verbunden wären.
>

Du und ich , wir wissen das.
Es ist eine intutive Erkenntnis.
Ich bin sogar bereit so weit zu gehen (meine Philosophie basiert auf dieser Annahme), dass am Anfang immer eine oder mehrere Emotionen stehen.
Denn jedes noch so rationale Gedankengebäude, jede noch so gut durchdachte Begründung mit rationaler Basis, beantwortet nicht die Frage nach ihrer Herkunft.
Warum beschäftigen wir uns überhaupt mt diesem oder jenem Problem?
Warum ist Dir das Thema Ethik so wichtig?
Warum verteidigen Menschen den Begriff der Nächstenliebe so vehement, und machen dabei die tollsten gedanklichen Verenkungen?
Warum setzt sich ein manfred Spitzer hin, und wird Hirnforscher, um später dann in einer Fernsehsendung zu sagen, dass Kant sich in diesem Punkt irrte?
Was treibt diese Menschen an? Woher kommt ihre Motivation?
Ich behaupte, IMMER ist eine Emotion der Anfang.
Zuerst haben wir ein Gefühl zu einer Sache, und DANN versuchen wir dieses rational zu rechtfertigen. Und wie sehr wir uns dann bei der Beweiserbringung auch an die Regeln der Ratio halten, die Basis ist und bleibt Emotion!

Und dennoch:
Es gibt Menschen, die glauben (oder machen sich selbst vor), sie wären in der Lage sich von subjektiven Empfindungen zu lösen, und eine Sache vollkommen objektiv zu beurteilen.
Das können sie n i c h t !
Aber sie können es glauben.

Nur:
Das ist nicht das Gleiche!


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3-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.06 16:25.
Re: Ethik und Emotionen
09. February 2006 18:54
Ich hoffe, Herr Spitzer ist nicht beleidigt, wenn ich ihm empfehle, beim Nachdenken über Ethik die Logik nicht aussen vor zu lassen.

Dass beim Nachdenken über Ethik dieselben Hirnareale aktiviert werden wie beim Empfinden von Emotionen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass Ethik und Emotionen mit einander verbunden sind.

Offenbar geht Herr Spitzer davon aus, dass jedes Hirnareal nur eine bestimmte aufgabe leisten kann. Ist das aber bewiesen?

Die Haut kann doch auch verschiedene dinge gleichzeitig: Feuchtigkeit absondern und atmen. Beweist das einen wie auch immer gearteten Zusammenhang zwischen Wasser und Luft?

Die Hirnforschung soll sich mal nicht so wichtig nehmen (womit ich nicht sagen will, dass sie nicht wichtig wäre).

Ich kann mich aber nicht erinnern, dass es in Kants Rechtslehre eine Passage gäbe, die die Notwendigkeit oder Zulässigkeit von Wertungen verneinte.

Jede Ethik, auch die von Kant, funktioniert doch nach dem einfachen Prinzip: gut - tu es / schlecht - lass es.

Gut oder schlecht sind aber rein subjektive Kategorien, die komplexe Wertungen erfordern. Rein sachlich ist man damit schon recht nahe an den Emotionen.

Es ist aber ein Unterschied, ob ich (sagen wir mal, im Jahre 1944) Adolf Hitler den Tod wünsche, weil ich

a.) Österreicher hasse,
b.) ihn für die Deportation der Eltern meiner Verlobten verantwortlich mache,
c.) ihn bestrafen will, weil er Deutschland dem Untergang nahe gebracht hat, oder
d.) das sinnlose Sterben auf den Schlachtfeldern beenden will.

A.) dürfte so ziemlich eine Reinform von Emotion sein, d.) dagegen stellt eine relativ kühle Überlegung dar. Ich kann aber d.) nicht erzielen ohne ene Vielzahl von Werturteilen, und ich werde trotz der Erkenntnis, dass "der weg muss", vermutlich schon Schuldgefühle haben, weil ich "nur an so was denken" kann.

Eine Ethik ohne jede menschliche Regung wäre eine unmenschliche Ethik. Das heißt aber nicht, dass Lynchjustiz okay wäre.

Grüsse

Grägar
Re: Ethik und Emotionen
09. February 2006 20:04
Gregor Koch schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich hoffe, Herr Spitzer ist nicht beleidigt, wenn
> ich ihm empfehle, beim Nachdenken über Ethik die
> Logik nicht aussen vor zu lassen.

Ich glaube nicht, denn ich denke, er würde Dir empfehlen, Dich erst einmal mit diesem Forschungsbereich zu beschäftigen, bevor Du ein Urteil darüber fällst, ob etwas logisch ist oder nicht.

Folge 23: Ethik im Scanner.
Schön fand ich in dieser Folge auch das Beispiel mit den Schienen, an dem deutlich wird, das Teile der Kantschen Ethik vollkommen unbrauchbar sind, wenn man die Probleme anders formuliert!
Der Kerl hat auch eine Reihe Bücher geschrieben.
Vieleicht schaut man da mal rein?

>
> Dass beim Nachdenken über Ethik dieselben
> Hirnareale aktiviert werden wie beim Empfinden von
> Emotionen, bedeutet nicht zwangsläufig, dass Ethik
> und Emotionen mit einander verbunden sind.

Doch, denn unter dem Scanner zeigt sich, dass, wenn wir über Ethik nachdenken, d.h. wenn wir versuchen ethische Probleme zu lösen, die selben Hirnareale aktiv sind.
Das heisst nichts anderes, als das Du während Du über die Ethik nachdenkst Emotionen dabei hast, denn genau der Bereich, der für Emotionen zuständig ist, wird dann aktiv. Dieser Bereich befindet sich vorne hinter der Stirn, im Gegensatz zu dem Bereich, in dem Probleme gelöst werden, die sich z.B auf Rechenaufgaben beziehen. Bei solchen Problemstellung feuern die Neuronen im hinteren Hirnbereich.
Es existiert hier also eine nachgewiesene Trennung zwischen den Hirnarealen die für Ethikprobleme zuständig sind, und solchen, die z.B. mathematische Aufgabenstellungen lösen.

>
> Offenbar geht Herr Spitzer davon aus, dass jedes
> Hirnareal nur eine bestimmte aufgabe leisten kann.
> Ist das aber bewiesen?

Nein, das sagt er nicht. Er behauptet, dass Ethik und Emotionen im SELBEN Hirnareal (von den selben Neuronen) bearbeitet werden. Genau das ist ja der Grund für die Annahme, dass in dem Moment, in dem wir über Ethikprobleme nachsinnen auch die Emotionen aktiv werden, also ein Nachdenken über Ethik, OHNE dabei Emotionen zu haben unmöglich ist, weil beide Dinge GLEICHZEITIG aktiviert werden.
Wie sollte das Deiner Meinung nach zu trennen sein? Du HAST Emotionen beim Nachdenken über Ethik, ob Du willst oder nicht. Die Stärke der Emotionen ist allerdigs vom Grad der Verbundenheit mit dem Problem über das Du nachdenkst abhängig. D.h. die Stärke der Emotionen variert, gänzlich ohne geht es aber nicht.

>
> Die Haut kann doch auch verschiedene dinge
> gleichzeitig: Feuchtigkeit absondern und atmen.
> Beweist das einen wie auch immer gearteten
> Zusammenhang zwischen Wasser und Luft?

Nein. Aber es beweist, dass die Haut für beides zuständig ist.
Es kann keine Haut geben, die das eine macht, das andere aber nicht.
Nach Kant müsste ich jetzt fordern, die Haut solle gefälligst nur atmen und kein Wasser ausscheiden.
Mal ganz abgeshen davo, dass ein komplexes Netzwerk von Neuronen wohl ganz anders funktioniert als ein Stück Haut, wo die Zellen schonmal unabhängig voneinander arbeiten können... Aber das nur am Rande.

>
> Die Hirnforschung soll sich mal nicht so wichtig
> nehmen (womit ich nicht sagen will, dass sie nicht
> wichtig wäre).

Ansichtssache. Ich persönlich glaube ja, dass man einen alten Zausel, der einfach nur Angst davor hatte, dass die Menschen das Gesetz nicht achten könnten, viel zu lange ernst genommen hat.

>
> Ich kann mich aber nicht erinnern, dass es in
> Kants Rechtslehre eine Passage gäbe, die die
> Notwendigkeit oder Zulässigkeit von Wertungen
> verneinte.


Darum geht's auch nicht, sondern um die Behauptung, man könne bei der Begründung dieser Wertungen die Emotionen aussen vor lassen.
Und was ist der Grund, dass Du überhaupt werten willst? Und warum eine jene Sache, und nicht ein andere? Es gibt so viele Probleme auf der Welt, wieso entscheidet man sich dafür, dass eine ganz bestimmte Sache so nicht bleiben kann?


> A.) dürfte so ziemlich eine Reinform von Emotion
> sein, d.) dagegen stellt eine relativ kühle
> Überlegung dar.

Ja, und warum willst Du das sinnlose Sterben beenden?
Wie kommst Du überhaupt zu der Behauptung, es sei sinnlos?
Was, frage ich Dich, hat das in Dir ausgelöst?

> Eine Ethik ohne jede menschliche Regung wäre eine
> unmenschliche Ethik. Das heißt aber nicht, dass
> Lynchjustiz okay wäre.

Man übertreib doch nicht gleich so maßlos! Wer redet denn von Lynchjustiz?


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gruß,
Alldaris


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4-mal bearbeitet. Zuletzt am 09.02.06 20:23.
Re: Ethik und Emotionen
10. February 2006 01:56
> Ich kann mich aber nicht erinnern, dass es in
> Kants Rechtslehre eine Passage gäbe, die die
> Notwendigkeit oder Zulässigkeit von Wertungen
> verneinte.

Man muß Kant fairerweise zugestehen, daß er nicht die Emotionen "außen vor lassen" wollte in dem Sinne, daß man sie schlicht ignoriert. Was er im Sinne hatte, war eher ein heroischer Kampf gegen ihren Einfluß, wenn es um ethische Entscheidungen geht. Das heißt: Wertungen ja, aber ganz emotionsfrei, nach restloser Besiegung der emotionalen Einflüsse. Besiegung heißt, wenn es um Emotionen geht, natürlich Verdrängung ins Unbewußte (was dem guten Philosophen leider nicht klar war). Nun haben es aber ins Unbewußte verdrängte Emotionen an sich, daß sie (d.h. ihre wahrnehmbaren Auswirkungen) eine besondere Qualität annehmen, die gewöhnlich für die Umwelt sehr unerfreulich ist. Konkret kann man das im Falle Kant an seinen Ausführungen zu Sinn und Zweck der Todesstrafe sehr schön beobachten, wie seine verdrängten Emotionen eine hochgradig perverse Qualität annahmen, ohne daß er irgend etwas davon bemerkte. Hätte er seine Emotionen nicht verdrängt, so wäre vielleicht mancher Satz ungeschrieben geblieben, der ihm zur ewigen Schande gereicht.

> Die Hirnforschung soll sich mal nicht so wichtig
> nehmen (womit ich nicht sagen will, dass sie nicht
> wichtig wäre).

Es ist wohl nicht die Hirnforschung selbst, die sich zu wichtig nimmt, sondern ihre Popularisierer in diesem extrem wissenschaftsgläubigen Zeitalter, und das riesige Heer der Gläubigen, die immer auf dem neusten Stand der Forschung sein wollen. Grob gesagt, sind die popularisierenden Psychologen die Priester dieses Glaubens und die Hirnforscher seine Kardinäle. (Kardinäle sind meistens vorsichtig-abwägend, diskret, ausgewogen in ihren Formulierungen, geben sich keine Blöße.) Kern des Wissenschaftsglaubens ist, daß die Realität eines Phänomens direkt proportional zu seiner Objektivität ist, letztere als Wiederholbarkeit und Meßbarkeit definiert. Das Einmalige, Subjektive und Nichtwiederholbare ist im Grunde nichtexistent, zumindest irrelevant.

Vielleicht sind wir in einigen Jahrzehnten soweit, daß ein Mensch, der Ärger verspürt, nicht mehr bereit ist, daraus zu folgern "ich ärgere mich". Sondern er wird auf sein Handy schauen, das per Funk mit einem Meßgerät in seinem Kopf verbunden ist. Das Meßgerät zeichnet die Hirnaktivität auf und das Handy wertet die Kurven aus, und dann erscheint die Anzeige "Ärger" mit Angabe der Ärgerintensität auf einer Skala. Jetzt erst weiß dieser Mensch, daß und wie sehr er sich ärgert, denn jetzt ist es gemessen. Vorher war es nur ein subjektiver Eindruck, und der ist bekanntlich irrtumsanfällig.

Was macht dieser Mensch aber, wenn er Vergnügen zu verspüren meint, aber auf dem Display die Anzeige "Ärger" erscheint? Dann gibt es zwei Möglichkeiten: 1. Am Gerät ist etwas kaputt. 2. Eine Fehlschaltung in seinem Gehirn hat bewirkt, daß er den Ärger irrtümlich als Vergnügen registriert hat. Nun ist guter Rat teuer: Muß er das Meßgerät reparieren lassen oder das Hirn?

Lang ist's her, da schrieb Egon Friedell folgende prophetische Sätze:
"Die offizielle Sowjetphilosophie ist die Reflexologie, die Professor Pawlow schon vor der Revolution in Petersburg begründete. Sie deckt sich vollkommen mit der amerikanischen Philosophie des Behaviourismus, deren Urheber John Watson ist. Diese läßt sich in einen einzigen Satz zusammenfassen: Es gibt nur Tun; mind is, what body does. Hieraus ergeben sich die Gleichungen: Bewußtsein = mechanisch-chemische Reaktionen; Denken = Wortgewohnheiten (language-habits); Wille = eine Kette von Handlungen, ein Verhaltenszyklus (behaviour-cycle). Jacques Loeb, ein vorzüglicher Chemiker, beobachtete mit Interesse den Heliotropismus der Blattläuse (die Tatsache, daß sie gern in die Sonne gehen) und wurde dadurch auf den Gedanken gebracht, andere Läusesorten durch Injektion von Säuren ebenfalls heliotropisch zu machen, was ihm auch vollkommen glückte ... Jedenfalls gelangte er hierdurch zu dem Schluß, daß das, was wir Ideen nennen, auf innere Sekretionen zurückzuführen sei. Der Beweis wurde lückenlos, als Pawlow zeigte, daß man die Behauptung auch umkehren könne, indem er an Versuchstieren durch optische und akustische Signale Speichelsekretion erzeugte. Ja der unermüdlich weiterstrebenden Forschung gelang es sogar, einwandfrei festzustellen, daß Hunde beim Vorweisen von Schinkenknochen Magensaft produzieren, auch lief ihnen bei diesem Anlaß das Wasser im Munde zusammen. Mit solchen wissenschaftlichen Experimenten verbringt die sogenannte Chicagoer Schule ihre Zeit. Sollten Behaviourismus und Reflexologie in ihren Geburtsländern wirklich das allgemeine Glaubensbekenntnis sein, so würde dies die traurige Feststellung beinhalten, daß auf der östlichen und der westlichen Halbkugel je ein Riesenvolk geisteskrank geworden ist."


Re: Ethik und Emotionen
23. April 2008 22:59
Alles ist subjektiv. Jeder kann seine eigenen Wahrheiten finden. Es ist schier unmöglich, etwas ohne Gefühle einzuschätzen und zu beurteilen.

Sapere aude!
Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!

Das sagte Kant.
Er hat den Subjektivismus und Individualismus geradezu herausgefordert.

Ich halte nicht viel von wissenschaftlichen Forschungen, die Dinge nachgewiesen haben wollen, die es ermöglichen, die Denkweise eines Menschen vorauszusagen.

Denn dazu würde es ihnen nicht mal helfen, jeden genau zu kennen.

Jeder lebt in seiner eigenen Welt, niemand kann nachvollziehen, wie sich sein Gegenüber fühlen mag. Wir können nur raten.

Wir mutmaßen uns zu Tode.
Und wenn wir es nicht tun, tut es jemand anderes.