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Die wahre Essenz der Materie

geschrieben von seras 
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Re: Die wahre Essenz der Materie
12. October 2005 03:54
Stefan schrieb:
-------------------------------------------------------
> Mein erster Beitrag. Ich hoffe der ist nicht ganz
> fehl am Platz.

Ich finde nicht.

>
> Das eigene Gewissen wird geprägt durch die
> Einflüsse der Umwelt. Andere Menschen basteln also
> mit an meinem/unserem Gewissen. Den Anfang machen
> Eltern und Geschwister. Wir orientieren uns nach
> deren Wertvorstellungen und übernehmen diese
> teilweise. Dann kommt die Schule, die Freunde und
> der Beruf. Das ganze kommt in einen großen Eimer
> und wird dann so sortiert, dass es für die
> jeweilige Person am besten passt. wie das alles
> funktioniert kann ich nicht sagen. Ich bezweifle
> auch, dass es jemals jemanden geben wird, der die
> Abläufe genau erklären kann. Ein eigenes Gewissen
> gibt es also nicht wirklich. Irgendwie macht uns
> das "abgucken" von anderen zu Mitläufern.

Sehr schön, und alles richtig. Aber Du verschweigst, oder erwähnst ganz beiläufig einen ganz wichtigen Punkt. Nämlich das "sortieren".
Warum sortiere ich mein Gewissen anders als Du?
Wie kommt es überhaupt zu Individualität?
Wenn wir doch alle nur Mitläufer sind, warum gibt es dann Menschen, die sich der Gesellschaft entgegen stellen?
Wieso?
Gerade das "Sortieren" macht jeder Mensch anders. Was der eine an äußeren Einflüssen aufnimmt, verwirft der andere wieder. Denn nach der Kindheit geht's ja noch weiter. Ehrlich gesagt wird es erst dann spannend. Nämlich erst dann "vergeistigt" sich der Mensch, er nimmt nicht einfach nur noch auf, sondern er reflektiert. Und dies geschieht bei jedem anders. Das hängt zusammen mit den unterschiedlichen Erfahrungen die wir machen, andere Menschen die wir treffen, unterschiedliche Konflikte die wir durchleben.
Aus dieser einzigartigen Kombination von Einflüssen, eigenen Ideen (denn es gibt ja auch Innovation, sonst gäbe es keienn Fortschritt) und der Reflexion bildet sich ein einzigartiges Gewissen.
Klar kommen Moralvorstellungen auch von aussen, aber das individuum entscheidet, ob es sie übernimmt. Und das ist bei Weitem nicht bei jedem Menschen gleich.
Und genau deswegen sind wir auch nicht alle Mitläufer.


> Das eigene Gewissen ist meiner Meinung nach nur
> eine Art Verhaltensmuster welches von Geburt an
> angelernt wird. Man folgt nicht seinem eigenen
> Gewissen, sondern den Regeln und
> Verhaltensmustern, welche einem von der
> Gesellschaft aufgedrängt werden.

Wenn das stimmen würde, dann gäbe es keine Innovationen, keine neuen Ideen.
Ist das wirklich so?
Du hast sicherlich Recht bis zur Kindheit.
Aber was geschieht dann? Wieso wendet sich der Mensch dann mitunter gegen seine Umwelt? Obwohl seine Umwelt ihm etwas anderes vorlebt?
Wenn das was Du sagst stimmen würde, dann gäbe es überhaupt keine neuen Vorstellungen. Wenn ich in Sklaverei aufwachse, dann erfahre ich Leid an meiner Person und zweifle an der herrschenden Moral. Wieso?
So wie Du es darstellst dürfte es das nicht geben, denn meine Umwelt vermittelt mir doch : "Sklaverei ist in Ordnung. Du darfst versklavt werden", wir sind alle Mitläufer, ohhne eigenes Gewissen, also ist die Meinung der Umwelt absolut.
Und trotzdem halte ich Sklaverei für schelcht. Wieso?
Du könntest jetzt antworten: Eine Erfahrung hat den Gedanken (die Alternative), dass Sklaverei schlecht sei in mich eingepflanzt, und deshalb lehne ich mich auf. Aber das beantwortet die Frage nicht. Denn, woher kommt diese neue Idee, die Alternative? Und wie kommt es zu dem Schluss, dass Sklaverei schlecht sei? Wenn alle Menschen beide Zustände kennen, also Sklaverei und Keine-Sklaverei, wieso entscheiden die einen, dass es mit dem Gewissen vereinbart werden kann, und andere nicht? Wie kommt es zu dieser Unterscheidung? Wer macht die? Erziehung? Wie kann ich zu einer Innovation erzogen werden? Wie kann mich jemand zu etwas erziehen, was zum ersten Mal gedacht wird?
Um das zu widerlegen müsste man behaupten, dass NICHTS zum ersten Mal gedacht wird.
Halte ich für Unsinn, und auch nicht für beweisbar.

Also
1. Deine Theorie berücksichtigt Innovationen nicht.
2. Die Sortierung der Umwelteinflüsse ist ein individueller Prozess, der Innovation mit einschliesst.
3. Eigene Gedanken können zu einem eigenen Gewissen führen.


>
> Eine Person, die ganz allein ihrem eigenen
> Gewissen folgen könnte - einem wirklich eigenen
> Gewissen - wäre eine Person, welche ohne Kontakt
> zu anderen Menschen und vielleicht sogar ganz ohne
> andere Lebewesen aufwächst. So könnte sich das
> eigene Gewissen entwickeln, ohne das es von der
> Umwelt und anderen Wertvorstellungen gesteuert
> wird. Aber wonach soll sich ein Gewissen bilden,
> wenn es nichts gibt wonach es sich richten kann?
> Ein Gewissen hätte dann auch keinen Sinn.

Ich gebe Dir einen Stapel Karten. Und nun sollst Du sie sortieren.
Anschliessend mach ich das Gleiche.
Wirst Du mir zustimmen, das wir die Karten höchstwahrscheinlich unterschiedlich anordnen?
Warum?
Der Stapel ist der selbe....
Warum habe ich meine anders angeordnet als Du?

Wenn Gewissen ausschliesslich eine Erziehungsfrage ist, wieso hat sich dann im Laufe der Geschichte das Moralverständniss in den Menschen gewandelt? Irgendwer muss doch anders gedacht haben als seine Umwelt, oder? Und wieso? Woher kam dieser neue Gedanke?

Du hast schon Recht, ohne äußere Einflüsse gäbe es kein Gewissen. Worauf sollte ein solches auch abzielen, aber jeder verarbeitet äußere Einflüsse auf andere Art und Weise.
Wenn zwei Menschen z.B. das gleiche Leid erfahren, heisst das noch lange nicht, das sie deshalb aus dieser Erfahrung die gleichen Konsequenzen ziehen. So einfach ist es nicht.

Anderes Beispiel:
Eine Mutter hat zwei Söhne.
Beiden lehrt sie Gehorsam. Das ist ihre Erziehung.
Der eine gehorcht. Der andere nicht. Warum?
Der eine will gehorchen, und hat bei Missachtung ein schlechtes Gewissen, der andere gehorcht nicht, und fühlt sich gut dabei.
Warum? Beide werden doch von der gleichen Mutter erzogen. Trotzem haben sie die Einflüsse der Mutter unterschiedlich sortiert. Warum?

Lange Rede, kurzer Sinn, es m u s s eine Komponente geben, die individuell ist, die eine Varianz erlaubt. Nicht jeder zieht aus den gleichen Erlebnissen die gleichen Schlüsse. Und deshalb ist mein Gewissen auch MEIN Gewissen.
Es wird von MIR sortiert, und von sonst niemandem (und wenn doch, ist es Zeit sich zu wehren).
ICH entscheide, was reinkommt, und was rausfliegt.
Umwelt hin oder her.

Ein Mitläufer ist also nach meiner Definition ein Mensch, der nicht reflektiert.
Er begreift sich selbst nicht im Kontrast mit der Umwelt, es findet in ihm überhaupt keine "Sortierung" statt. Andere sagen ihm, wie er zu sortieren hat.
Ein Mitläufer hat ü b e r h a u p t k e i n Gewissen in diesem Sinne.

Wenn die GewissensBILDUNG ein individueller Prozess ist, dann muss auch das so entstandene Gewissen ein individuelles (eigenes, einzigartiges) Gewissen sein.

gruß
Alldaris






6-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.05 05:04.
Re: Die wahre Essenz der Materie
12. October 2005 10:54
Noch ein Versuch. Ich hoffe ich schaffe es dieses mal genau zu schreiben was ich meine. Ich bin nicht sehr geübt im Formulieren.

Mit S. Freud kennt sich jeder ein wenig aus. Ich habe nur mein Schulwissen. Das dürfte aber erst mal reichen.

Freud hatte ja die 3 Instanzen, die das handeln der Menschen leiten. Das ES (die Triebe), das ÜBER-ICH (kommt dem Gewissen wohl sehr nahe) und das ICH. Ich versuche mal an einem leichten Beispiel die Instanzen zu erklären und ihr könnt sehen, ob ich das ganze überhaupt verstanden habe.

Ich sitze in meinem Auto und möchte mit 100 km/h durch die Innenstadt fahren. Das wäre dann der Trieb der mir vom ES vorgegeben wird. Mein ÜBER-ICH sagt mir aber, dass das nicht geht. Es gibt Gesetze und andere gesellschaftliche Regeln. Die wurden mir schon als Kind beigebracht. Das ES und das ÜBER-ICH stehen sich also gegenüber. Das ES möchte, dass ich mich als Person so ausbreiten wie es meine Triebe vorgeben. Es möchte, das ich schnell Fahre ohne Rücksicht auf andere, weil ich mich dadurch wohl fühlen könnte. Das ÜBER-ICH hat das Ziel, mich so in die Gesellschaft einzugliedern, dass ich mit allen und allem möglichst gut auskomme. Wenn ich niemanden ärgere und nichts böses mache, passiert mir auch nichts und alle mögen mich. Die beiden Instanzen wollen also nur das beste für mich – nur auf unterschiedliche Weise. Wenn ich nur dem ES folge, kann ich zwar machen was ich ganz toll finde, werde aber von der Gesellschaft dafür bestraft. Ist also nicht so toll. Wenn ich nur den gesellschaftlichen Vorgaben Folge ohne meinen persönlichen Trieben nachzugeben, mag mich zwar meine Umwelt aber ich bin ein Gefangener der Gesellschaft. Wahrscheinlich wären das dann die Mitläufer. Auch nicht sehr erstrebenswert. Das ICH als dritte Instanz muss nun versuchen zwischen ES und ÜBER-ICH zu vermitteln. Was ist das beste für mich? wie kann ich meinen Trieben nachgehen ohne von der Gesellschaft verstoßen zu werden?. Das ICH hat nun die Aufgabe einen Mittelweg zu finden oder es muss sich entscheiden einer der beiden Instanzen völlig nachzugehen. Ich kann also mit 100 km/h durch die Stadt fahren und meinem ES nachgeben, ich kann mich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten und meinem ÜBER-ICH nachgeben oder mein ICH entscheidet sich für den Mittelweg und ich fahre nur mit 70 km/h durch die Stadt.

Wenn das Gewissen oder das ÜBER-ICH nun bei allen Menschen durch die Gesellschaft geprägt wird, wird es bei allen relativ gleich sein. Und das werden dann Regeln und Vorgaben sein, die notwendig sind um in der Gesellschaft gut zurecht zu kommen. Stehlen ist schlecht, nicht schlagen, ... Die Triebe werden von der Natur aus mitgegeben. Also auch bei fast allen gleich. Genau wie Triebe kein Individuum ausmachen können, kann es das Gewissen auch nicht. Alle haben die gleichen Vorgaben anerzogen bekommen. Natürlich gibt es kleine Abweichungen. Aber allgemein ist das Gewissen bei allen gleich Strukturiert.

Das Individuum kann also nur durch das ICH geprägt werden. Und das ICH lernt aus Erfahrungen. Mein ICH hat gelernt, dass ich auch mit 100 km/h durch die Stadt fahren kann ohne von der Polizei oder anderen bestraft werde. Eine andere Person ist vielleicht mit 30 durch die gleiche Stadt gefahren und hatte dabei einen schweren Unfall mit einem kleinen Kind. Daraus würde dann folgen, dass ich mich weiterhin mehr an mein ES halte und die andere Person eher ihrem ÜBER-ICH nachgibt. Das was Menschen also so sehr voneinander unterscheidet beruht auf den Erfahrungen der einzelnen Personen. Die Karten würde ich sehr wahrscheinlich anders sortieren, weil es sich für mich als praktischer erwiesen hat, Farben oder Mustern zu sortieren, weil ich Künstler bin und du würdest die Karten nach Zahlen ordnen, weil du beruflich mit Zahlen zu tun hast und dich so beim Sortieren besser zurecht findest.

Ich glaube immer noch, dass das Gewissen von der Gesellschaft geprägt wird. Egal in welchem Alter man gerade ist. Natürlich wird es in der Kindheit stärker geprägt als im Erwachsenenalter. Das was das Individuum ausmacht, ist das Resultat aus Erfahrungen, die ja bei jedem Menschen anders sind. Und das obwohl alle den gleichen Normen nachgehen sollten oder nach meinem Text sogar müssten. Verschiedene Erfahrungen beruhen eben oft auf Zufällen. Wenn ich schnell durch die Stadt gefahren bin, hatte ich Glück, dass keine Polizei in der Nähe war. Bei der anderen Person ist zufällig ein Kind über die Straße gelaufen.

Warum einige Menschen dann aber trotzdem solche Entdeckungen machen wie Einstein oder nur stumpfsinnig dem folgen, was die Bildzeitung ihnen vorgibt kann ich nicht sagen. Da muss noch einiges mehr sein, als mein ICH entscheiden zu lassen, wie es zwischen ES und ÜBER-ICH vermittelt. Das sind ja keine wirklichen Gedanken, welche die Welt betreffen, sondern nur die eigene Person. Meine Triebe, mein Ansehen in der Gesellschaft usw. Das Gewissen gibt nur Richtig oder Falsch vor. Mord kann man vielleicht auch noch durch das ES erklären. Aber was ist für die Gedanken zuständig, die mir helfen einen Plan dafür auszuarbeiten? Das kann nicht durch Triebe oder das Gewissen geschehen. Der Plan kommt erst nach der Entscheidung des ICH zwischen „ich will“ und „das darfst du nicht/das ist OK“. Das Gewissen beeinflusst eventuell den Plan, wenn es zu zusätzlichen Schwierigkeiten mit der Gesellschaft kommen wird während der Plan ausgeführt wird (z.B. Auto stehlen), aber es hat keine eigenen Ideen. Dafür ist etwas anderes zuständig.

Neue Ideen – oder Ideen im allgemeinen – beruhen nicht auf dem Gewissen einzelner Personen. Ich denke auch nicht, dass Ideen sich nur aus dem Verknüpfen von Erlebtem zusammensetzen. Wenn das so wäre, gäbe es wirklichen keine ungedachten Gedanken, sondern nur neue Verknüpfungen zwischen den Gedanken. Jemand hat mal eine Kutsche gebaut und ein anderer kam irgendwann mal auf die Idee eine Dampfmaschine zu bauen. Der Erfinder der Dampflokomotive hat sicherlich die Ideen der Kutschen- und der Dampfmaschinenbauer verbunden, aber er muss auch irgendwie eine neue Idee gehabt haben wie diese beiden Geräte zu kombinieren sind.

Wie entstehen also wirklich eigene Gedanken, die nicht durch Vorgaben anderer geprägt sind?

Re: Die wahre Essenz der Materie
12. October 2005 14:50
Hallo Stefan.

Ich werde es auch noch einmal versuchen.
Grundsätzlich gebe ich Dir ja recht, wenn Du sagst, dass ein Großteil unseres Gewissens durch die Gesellschaft geprägt wird. Das ist natürlich so. Die geltenden Normen werden mir von den Eltern, und meinen sonstigen sozialen Kontakten übermittelt.
Auch gebe ich Dir recht, dass Innovation nicht gleich Gewissen ist. Das sind zwei unterschiedliche Dinge.
Was ich meinte war, dass ein innovativer Gedanke Einfluß auf die Gewissens b i l d u n g haben kann. Ich kann ein Gewissen entwickeln, welches vor mir kein Mensch hatte.

Nimm das Sklavenbeispiel noch einmal. Stell Dir eine Welt vor, in der Sklaverei normal ist (das ist noch gar nicht so lange her).
In dieser Welt wird Sklaverei eine alltägliche Erfahrung sein. Die Norm sagt Dir, Sklaverei ist in Ordnung. Du wirst in dem Glauben erzogen, dass man Menschen versklaven darf. Wenn Sklaven sich auflehnen, darfst Du sie verprügeln, und hast deswegen kein schlechtes Gewissen, weil das die Norm ist. Man verprügelt halt Sklaven.
Das ist das Gewissen, welches durch die Umwelt geprägt wird. Du lernst es durch Erfahrung, durch den Umgang mit Deinen Mitmenschen.

Jetzt geschieht Folgendes:
Eines Tages kommst Du nach einem schweren Tag nach Hause. Einer der Sklaven, mit denen Du Dich angefreundet hattest, wurde totgeprügelt. Niemand verspürt Reue. Es ist die Norm. Auch Du nicht, denn so hast Du es gelernt. Aber Dir macht dieses Erlebnis schwer zu schaffen. Du vermisst Deinen Kumpel. Auch das ist noch Erfahrung, Du hast ein schlechtes Gefühl, aufgrund von Erfahrung. Aber auflehnen kannst Du dich nicht, weil dein dir angelerntes Gewissen dir sagt, dass es falsch wäre sich gegen die herrschende Norm aufzulehnen.
Jatzt geschieht in dir die Innovation. Du hast eine Idee, eine Idee von einer Welt, in der es keine Sklaven mehr gibt. Diese Idee kann nicht aus der Erfahrung stammen, denn es g i b t ja keine Welt ohne Sklaven. Es kann auch nicht aus der Gesellschaft kommen, denn in ihr ist Sklaverei die Norm.
Die Idee (Deine Idee) ist tatsächlich grundsätzlich neu. Du prüfst die Idee und kommst zu dem Schluss, dass ihre Umsetzung aus deiner Perspektive zu einer besseren Welt führen wird. Jetzt entscheidest Du dich, diese Idee in die Tat umzusetzen. Dabei stösst du auf die Staatsgewalt, als du versuchst Sklaven zu befreien. Du wirst verhaftet, der Richter wirft Dir eine Verletzung der geltenden Gesetze vor.
Hast Du ihm gegenüber ein schlechtes Gewissen?
Nein?
Warum nicht?
Weil Deine Idee nun Teil Deines Gewissens wurde. Du hast die alten Moralvorstellungen (die erlernten) aufgrund Deiner Idee verworfen, und folgst einer eigenen Überzeugung. Dafür hast du ein eigenes Gewissen entwickelt, geformt aus einer eigenen Idee. Jetzt wirst Du damit beginnen Dir rationale Argumente für deine Weltvorstellung (ohne Sklaven) zurechtzulegen, weil in unser idiotischen Welt es nicht ausreicht einfach zu sagen "Ich will", "Ich will nicht", oder "Ich fühle, dass...". Und wenn Du Glück hast, wirst Du Anhänger Deiner Idee finden, die Dich unterstützen. Entweder weil sie ähnliche Erfahrungen wie Du gemacht haben, oder weil sie Deinen Argumenten zugänglich sind. Und das gemeine Gewissen wird sich verschieben. Ausgehend von einer Innovation. Ausgehend von einem eigenem Gewissen.

Die Innovation formt das Gewissen mit.
Es ist beileibe nicht nur Erfahrung.
Und u.a. deshalb ist das Gewissen auch nicht bei allen Menschen gleich.
Und genau deshalb gibt es auch ein EIGENES Gewissen, weil EIGENE Ideen Grundlage für die GewissensBILDUNG sein können.

Gott sei dank.

Natürlich kann man jetzt darüber streiten, woher diese Innovationen kommen (oder wodurch sie motiviert sind), ob aus dem ES, oder dem Über-Ich, oder eben aus einer Komponente unseres Ichs, die wir noch nicht kennen.
Ich behaupte in den meisten Fällen ist es das ES, welches uns motiviert nach Lösungen zu suchen, um einen Zustand zu ändern. Aber ich gebe zu, es gibt Leute die das anders begreifen.


gruß
Alldaris




5-mal bearbeitet. Zuletzt am 13.10.05 18:17.
Re: Die wahre Essenz der Materie
12. October 2005 15:33
Hallo Stefan, Hallo Alladaris (Mr.T),

Ich nehme mal als Beispiel die Geschwister Scholl in denen das Gewissen in mehrere Hinsicht eine Rolle spielt.

Die Geschichte ist hinlänglich bekannt. Die beiden Geschwister (u.a) entschließen sich gegen das System etwas zu unternehmen. Bei der Verteilung der Flugblätter werden sie vom Hausmeister erwischt (ein SA Mann) und gemeldet. Es handelt sich ja, bei den Flugblättern um eine Wehrkraftzersetzung (dies war ein Anklagepunkt). Ihm -dem Hausmeister- kann man ja zugute halten er hat das Gesetz unterstützt. Nach seinem Empfinden war dies ja eine gesetzlose Tat. Die Gesellschaft unterstützt ihn ja durch das Propagieren der Nationalsozialistischen Denkweise. Wer in dieser Situation aufgezogen wurde, wird dem ja beipflichten.
Der gesamte Beamtenapparat hat genauso gedacht. Da liegt eine Straftat vor. Auf Basis dessen haben sie ja richtig gehandelt. Der Volksgerichtshof hat nur die Gesetze ausgelegt und die Geschwister verurteilt.
Bezüglich des Volksgerichtshofes hat der Bundesgerichtshof entschieden (Quelle Wikipedia):
Zitat:
"Der Bundesgerichtshof billigte 1956 den Angehörigen des Volksgerichtshofs das so genannte Richterprivileg zu, wonach keiner wegen Rechtsbeugung oder anderen Delikten verurteilt werden kann, wenn er sich an damals geltende Gesetze gehalten hat bzw. das Unrecht seines Tuns nicht erkannt hat. Die Berliner Staatsanwaltschaft stellte 1986 die Ermittlungsverfahren endgültig ein, obwohl der Bundestag am 25. Januar 1985 den Volksgerichtshof als „Terrorinstrument zur Durchsetzung nationalsozialistischer Willkürherrschaft“ bezeichnet hatte und dessen Urteilen jede Rechtswirkung in der Bundesrepublik Deutschland absprach.

Bis auf einen von einem amerikanischen Gericht Verurteilten wurde somit keiner der etwa 570 Richter und Staatsanwälte zur Rechenschaft gezogen. Für Beihilfe und Denunziation wurden von der Bundesrepublik Deutschland vier Personen strafrechtlich haftbar gemacht."

So So. Solange sie auf Basis der Gesetze geurteilt haben, ist das ja alles in Ordnung. Wo war deren Gewissen ?

In diesem Verfahren hat in der Summe keiner falsch gehandelt.Oder ?
Wie hätten wir gehandelt? Was ginge in dieser Situation in uns vor?
Wo ist hier das anerzogene Gewissen ? Was bringt ein Gewissen, wenn es -ich sag es mal wie Stefan- vom Es und Ich übersteuert wird?

Die Erziehung sag, man muß die Gesetze befolgen. Wenn das die Basis des Gewissens ist, dann hat der Mitläufer ein Gewissen. Auch kein gutes Gewissen, ist ja nicht sein eigenes.
In Ihm läuft, dann ein Programm der Konflikbewältigung.
Wenn er die Regeln einfach hinnimmt, braucht er nicht mehr weiterzudenken. Sein Gewissen ist rein. Er schläft gut.
Gerät er nun mit dem Es in Konflikt. Gegen das System zu sein, bringt mir den tot. Hat er gegenüber sich selbst eine schwere Entscheidung zu treffen. Wer meint so idealistisch zu sein und zu glauben er würde es anders machen.... Nicht viele.
Oder er Gerät in Konflikt mit seiner Umwelt. Will er als Querulant gelten?
Nee. Lieber den Mittelweg. Klappe halten und immer jaja sagen.Sein Gewissen berühige ich damit "Ich kann ja nichts dagegen machen." Schlafen tut er dann auch gut, weil er überlebt.

Den Geschwistern Scholl sind in Konflikt mit dem System bekommen, Ihre Denkweise entsprach nicht der gewünschten Norm. Sie wurden als gewissenlose Schmarotzer bezeichnet.

Was nutzt ein Gewissen, wenn es nicht in der Lage ist, sich durchzusetzen.?

Gruß

das_x



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.10.05 15:37.
Re: Die wahre Essenz der Materie
18. October 2005 21:27
Fast schon genial, nur in sich in die falsche Richtung gehend
Re: Die wahre Essenz der Materie
19. October 2005 08:25
warum in die falsche richtung? was meinst du?
ich lese gerade eine menge bücher und einträge im internet um etwas besseres sagen zu können. nicht das das alles sinnlos ist (für hier - ansonsten ist es natürlich nicht sinnlos)
Re: Die wahre Essenz der Materie
19. October 2005 19:17
@Egal:

Könntest Du das vieleicht etwas ausführlicher erläutern?
Welche Richtung wäre denn Deiner Meinung nach die richtige?



---
gruß,
Alldaris


... und wenn am Ende alle Stricke reissen, dann häng ich mich auf!

Homepage: http://people.freenet.de/Sandy.dynalias.org/
Forum: http://30967-0.forum.alluwant.de/
oX
Re: Die wahre Essenz der Materie
07. September 2007 15:28
also folgende meinung...
Materie kann keine "Wahre Essenz" haben..
sie IST die ESSENZ / KONSEQUENZ von bewusstsein

wegen freier wille..

ich frag mich immer wieder wieso so viele wissenschaftler
permanent davon ausgehen das das gehirn die quelle des
bewusstseins ist? und daher am gehirn nach einem willen forschen

beispiel:
ich habe ein rechner A der über W-LAN einen anderen rechner B steuert
dieser (A) rechner befindet sich in einem geheimen raum..
wissenschaftler untersuchen nun Rechner B im RAM und auf der festplatte
ob der rechner B die software von selbst generiert hat oder nicht und erkennen
einfach nicht das funkverbindung zwischen Rechner A und B besteht
zum teil aus unkenntnis zum teil aus ignoranz zum teil aus begrenztem vorstellungsvermögen
angenommen rechner B würde ausgeschaltet werden und alle daten würden gelöscht werden
festplatte wird erased und und und..
ich am rechner A habe den löschvorgang erahnt
und ein sonderprogramm zur datenrettung gestartet
der rechner B wird wieder angemacht also übertrage ich die
daten zurück.. die sonderübertragung habe ich nicht verhindern koennen
die wissenschaftler wundern sich das immernoch die daten vorhanden sind

das selbe spiel kennen wir aus der nahtod/nachtodforschung die
obwohl mnangels vorstellungsvermögen/toleranz immernoch trotz offensichtlicher
direkter hinweise das resultat heisst..
BEWUSSTSEIN ist NICHT Gehirn

ich finde es daher muessig Freien willen aufgrund von hirnforschungsergebnissen zu diskutieren
Mork vom Ork
Re: Die wahre Essenz der Materie
16. October 2007 01:07
Das würde aber eine Seele oder etwas ähnliches voraussetzen. Damit kommt man wieder von der Wissenschaft zur Religion oder Glauben.

Nahtod/-forschung hat die gleiche Bedeutung wie Astrologie - keine.

Wenn ich sage, ich konnte in der Zeit in der ich tot auf dem Bett lag sehen wie die Ärzte an meinem Herz rumgeschnippelt haben, kann niemand beweisen das es nicht so war.

Ich war noch nie tot, Aber ich wurde mal von Aliens entführt. Die haben mich mit in eine andere Dimension genommen und mich während des Fluges gefoltert indem sie mich permanent mit Austern vollgestopft haben.

Das ist ebenso glaubwürdig und wird "wissenschaftlich" untersucht.

Dann gibt es noch "Wissenschaftler", die Geister in alten Schlössern fotografieren. Dummerweise erkennt man auf den Bildern nie etwas.
oX
Re: Die wahre Essenz der Materie
17. October 2007 01:35
Nahtodforschung ist inzwischen eine ernsthafter
empirischer Wissenschaftszweig...

nimm dir bitte mal Zeit..
hab hier ein Link zu der bisher umfassendsten Infoquelle
die ich gefunden habe
es lohnt sich bis zum Ende zu lesen
http://www.esoterikforum.at/forum/showthread.php?t=44297
selbst BBC und Galileo haben dies als ernstes Thema aufgegriffen

da ich selbst Erfahrungen in dieser Richtung habe
würde ich Deine Auffassung davon eher damit vergleichen
wie wenn Blinde versuchen einen Film zu bewerten