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Rückkopplung

geschrieben von Oliver 
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Rückkopplung
15. November 2003 16:59
Hi Leute.

Ich bin ein österreichischer BWL Student, der im Rahmen der VO Management komplexer Systeme ein ca. 5 min. Referat zum Thema Rückkopplung halten muss.

Nun ja, es gibt zwar schon ein paar Informationen, aber das Thema is doch recht eng; also ich bin bis jetzt noch nicht zufrieden mit meinen Infos.

Deswegen die Frage, ob mir jemand hier evtl. mit links oder sonstigen Informationen weiterhelfen kann???

Wäre super, weil das Referat is schu am MOntag, hehe


Thx,

oli
Re: Rückkopplung
07. January 2004 17:36
Rückgekoppelt ist ein System dann wenn sein output wiederum als inputvariable dient. In der kybernetik kennt man die negative und positive Rückkopplung. Am Beispiel einer Heizung läßt sich das leicht erläutern. Ein Sensor mißt die Raumtemperatur (Regelgröße). Unterschreitet diese den Sollwert, so heizt der Brenner stärker (Stellgröße). Es wird wärmer. Wird die Solltemperatur überschritten, so stoppt der Brenner. Ähnlich funktionieren die Hormonsysteme des Körpers. Die Hypophyse sondert ein Hormon (Gonadotropin) ab, welches die Hoden zur Produktion von Testosteron stimuliert. Hohe Testosteronwerte führen in der Hypophyse zu einer Verminderung des Gonadotropinausstoßes. Auf diese Weise regelt sich der Hormonspiegel selbst.
Bei der positiven Rückkopplung liegt im kybernetischen Sinne keine Regelung vor. Eine Erhöhung der Ausgangsgröße führt zu einer weiteren Stimulation. Der output wird immer größer und zerstört letztlich das system.
Das ist z.B. bei einer Explosion der fall. Das beste beispiel für einen BWLer ist aber der Zins. Kapital erbringt Zinsen. Diese erhöhen das kapital. Das bringt noch höhere Zinsen usw.
Genau aus diesem Grund steigen die Geldvermögen exponentiell an. Um die darauf fäkkigen habenzinsen erbringen zu können, müssen die banken immer mehr Kredite in Umlauf bringen. Deshalb stehen den Guthaben immer Schulden in etwa gleicher Höhe gegenüber. Das führt zu einer immer weiter steigenden Zinsbelastung der schuldner und letztlich auch zum Zusammenbruch des Systems hatten wir 1870, 1929 und 1948.
Re: Rückkopplung
08. January 2004 16:28
Da fällt mir auf, dass der offensichtliche Zusammenhang von Kybernetik und Chaostheorie eigentlich nie so rech Beachtung findet.
Re: Rückkopplung
08. January 2004 19:28
Kybernetik und Chaostheorie.

Ich glaube, man sollte den Begriff Chaostheorie auch nur für das deterministische Chaos oder niedrigdimensionale Chaos verwenden, ansonsten aber von Komplexitätsforschung oder von Nichtlinearer Dynamik sprechen. Es gibt nämlich eine Menge Entdeckungen, die allesamt mit Chaos und Ordnung zusammenhängen, die aber sehr unterschiedliche Teilaspekte behandeln. Ich nenne nur ein paar Begriffe: deterministisches Chaos, Fraktale, Skalierungsgesetze, Selbstorganisation, Synergetik, stochastische Resonanz, Kritikalität, Katastrophentheorie usw., usw.

Die Kybernetik (manchmal auch regelungstechnik genannt) ist die Wissenschaft von der Regelung und beschäftigt sich eigentlich nur mit negativ rückgekoppelten Systemen. Diese Systeme besitzen Regler mit unterschiedlichen Charakteristiken, die zu unterschiedlichem Schwingungsverhalten bei Störungen führen. Geregelte Systeme können sich aufschaukeln und selbst zerstören, aber sie führen normalerweise nicht zu chaotischem Verhalten.

Chaotische Systeme sind dagegen häufig positiv rückgekoppelt. es existieren Schwellen, an denen Phasensprünge, Periodenverdopplungen usw. auftreten. Die meisten chaotischen Systeme sind im Gegensatz zu geregelten Systemen hochdimensional, z.B. alle Systeme, die aus vielen gleichartigen Elementen bestehen, die miteinander gekoppelt sind, wie Schwärme, reaktive Flüssigkeiten etc. Typisch sind lawinenartig sich selbstverstärkende Prozesse, wie z.B. der Ionentransport an Zellmembranen, Wirbelstürme. Typisch sind aber auch die spontane Ausbildung kollektiver Synchronisation (z.B. rhythmischer applaus in einem theater, die Laola-Welle, Ausrichtung von roten Blutkörperchen im Blutstrom, synchron blinkende Glühwürmchen in Malaysia, Spiralwellen in erregbaren medien, wie herzmuskel oder belusov-Zhabotinsky-reaktion) etc.).

Insofern haben chaotische Systeme und kybernetische Systeme nicht viel gemein.
Re: Rückkopplung
08. January 2004 22:03
hi Oliver
Systeme mit Totzeit , also Verzoegerung waeren fuer BWL wohl auch interessant. Vielleicht findest du bei Google hierzu etwas unter dem Stichwort SCHWEINEZYKLUS (hehe)
Das ist das Paradebeispiel fuer einen instabilen Regelkreis in der Wirtschaft.
(hey 1130 treffer bei google :-)



Nachricht bearbeitet (08.01.04 22:15)