Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Kerzen im Wasserbad

geschrieben von Ludger Schöcke 
In diesem Forum können zur Zeit keine Beiträge verfasst werden. Bitte versuche es später noch einmal.
Kerzen im Wasserbad
25. July 2003 11:54
Hallo!

Ich habe da mal eine Frage an Physiker:
Bei uns im Kollegenkreis ist eine interessamte Frage aufgetaucht, für die wir keine eindeutige Antwort finden.

Gelegentlich sieht man Wasserschalen, in denen Kerzen schwimmen. Diese Kerzen finden über kurz oder lang zusammen und bleiben dann auch auf "einem Haufen", verteilen sich also nicht gleichmäßig.

Woran liegt das?

Als Mögliche Erklärung haben wir:
1) Oberflächenspannung des Wassers und Oberflächenbeschaffenkeit der Kerzen (Lipophilie des Wachses)
2) Massenanziehung der Kerzen untereinander ist größer als der zu überwindende Widerstand des Wassers.
3) Verringerung von Wellen (Amplitudenhöhe) des Wassers auf Grund von Schwingungen (Schall, Brown'sche Molekularbewegung)

Wie seht Ihr das Ganze?

Bin gespannt!

Ludger
Re: Kerzen im Wasserbad
27. July 2003 12:06
Hallo Ludger,

möglicherweise Luftbewegungen.

heisse Luft und Verbrennungsgase steigen über der Flamme hoch. zum Ausgleich wird von unten kalte Luft nachgezogen.

Bei einer Kerze wird die Luft gleichmässig von allen Seiten angezogen.

Bei drei oder mehr Kerzen kann die Luft nur von aussen anstömen, dadurch werden die Kerzen zusammengetrieben.

Wie heftig dieser Luftzug werden kann, sieht man, wenn man viele Teelichter zusammenstellt und anzündet (von innen nach aussen, sonst verbrennt man sich ohnehin die Pfoten).

Die äussersten werden sofort wieder ausgepustet.


Konrad
Re: Kerzen im Wasserbad
28. July 2003 16:49
hi ihr Beiden
- Die Massenanziehung waere sicherlich viel zu gering um da etwas auszurichten !.
- Brownsche Molekularbewegung muss man wohl auch ausschliessen, da diese doch ungerichtet ist. Das wuerde gegen den Hauptsatz der Thermodynamik verstossen oder ?
- Schallwellen sind zwar longitudinal. Aber erst ab erheblichem Schalldruck entsteht eine Stroemung. Und ein konvergierender Schallwellenpuls wuerde durch den Focus des Gefaesses Laufen und als divergierende zurucklaufen. Die Kerzen also wieder auseinandertreiben.Ok mit Verlusten, also schon moeglich.
Bei haaarmonischem Dauerschall entsteht eine stehende Welle. Also noch schlechter. Aber werde ich mal testen :-).

Recht plausibel klingt das mit der Luftstoemung. Ich denke eine erhebliche Rolle spielt aber auch die Oberflaechenspannung. Man muesste das Experiment mal mit nichtbrennenden Lichtern machen. Ein einzelnes Teelicht tendiert daher auch dazu, am Rand des Gefaesses kleben zu bleiben. Irgendsoein Minimumprinzip spielt da ne Rolle. Die Beruehrflaeche vermindert die "Randflaeche" an der die Oberflaechenspanung auftritt.
Idealerweise muessten sich uebrigends 6 Teelichter um eines gruppieren.
Das ist naemlich die dichteste Kugel hier Kreispackung. Interessante Sache. Der Radius eines Kreises laesst sich naemlich exakt 6 mal an seinem Umfang abtragen. Man kann so also auch ein 6-Eck konstruiere.
Siehe Anhang. Im Gegensatz dazu ist das 5 Eck fuer den Chaostheoretiker natuerlich noch interessanter. Z.b. dass sich hier Diagonalen im goldenen Schnitt schneiden.

ciao
richy



Nachricht bearbeitet (28.07.03 17:06)
Hallo ihr beiden,

Danke schon mal für den Input.
Das ganze funktioniert auch bei ausgeblasenen bzw. nicht angezündeten Kerzen. Das spricht ja nicht gegen den Luftzug, allerdings dafür, dass zumindest ein anderer Effekt noch eine Rolle spielt.
Oberfächenspannung: Das müsste sich ja mit einem Tropfen Spülmittel im Wasser klären lassen.... Kam mir gestern abend, als ich so in meine Küche schaute.

Gruß, Ludger