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Schmetterlingseffekt

geschrieben von Michel 
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Schmetterlingseffekt
05. July 2003 12:06
Fremder und zufälliger Besucher, nicht vom Fach, stolpere ich ins Forum.
Schmetterlingseffekt: Kleine Ursache = große Wirkung ? Das ist doch wohl nicht ernst gemeint. Ich denke so:
Der Schmetterling flattert ja nicht irgendwo plötzlich herum, sondern befindet sich - ich nenne ihn mal Bush - bedingungsbezogen in einem interaktiven, multidimensionalen Netz eines Wesens und Ver-Wesens. Er ist ein hochstilisierter Wirkungsfaktor.
Kriegt er es fertig Chaos zu entfesseln? So, wie ich Chaos verstehe, nein.
Für mich ist Chaos eine in- und miteinander verflochtene, gegenseitig aufeinander bezogene und von einander abhängige, undefinierte(!) Ordnung. Als zerfallende, zerstörte Ordnung verstandenes Chaos beginnt im Kopf und endet in den Auswirkungen möglichen menschlichen Handelns.
Tschüs

Ike Van Dyke
Re: Schmetterlingseffekt
05. July 2003 15:27
Deiner Definition von Chaos stimme ich zu

ABER:

Du vergisst scheinbar dass das Chaos sich ( wie du ja selbst sagst ) aus unzähligen Faktoren zusammensetzt. Und einer dieser Faktoren könnte nun zum Beispiel der Schmetterling sein, den du angesprochen hast. Er ist zwar nur ein verschwindend geringer Teil des Chaos, aber doch genau so bedeutend ( oder unbedeutend ) wie die restlichen Faktoren auch!

Ike Van Dyke
Hallo Michel,


Deine Kritik ist sicher berechtigt, wenn man, wie Du, sich nicht wirklich mit der Chaostheorie beschäftigt hat. Du gibst mit Deinen eigenen Worten eigentlich nur Teile der Chaostheorie wieder. Wo Du allerdings an die Grenze der Chaostheorie stößt, ist, dass Dein Chaos stark deterministisch ist. Zu stark, würde ich sagen, aber das würde wohl in esoterische Diskussionen führen.

ccm.
richy
Re: Schmetterlingseffekt
06. July 2003 17:31
a) Urknall ohne Schmetterling
Nehmen wir mal an die Urknall Singularitaet waere schoen geleichmaessig explodiert. Also eine ideale symetrische divergierende Kugelwelle. Im
dem Universum gaebe es nur Wasserstoff. Wenn ueberhaupt. (Alle schweren Teilchen haben ja Supervovas erzeugt). Der ganze Raum waere schon ordentlich von H-Atomen homogen durchsetzt. Das waere langweilig oder ?

a) Urknall mit Schmetterling
Jetzt lassen wir eine ms nach dem Big Bang da nen Schmetterling vorbeifliegen. ( Das Univesum war ja wirklich mal Stecknadelkopfgross)
Ok der hat da zwar nix zu suchen. Aber lassen wir ihn mal da. Seine einzigste Aufgabe besteht darin die Symmetrie des Vorgangs etwas zu veraendern. Ploetzlich kommen sich an gewissen Stellen H-Atome
naeher. Sie ziehen sich an verdichten sich. Es entstehen Sonnen usw.
Rest der Geschichte is ja bekannt.
Irgendwo in einem Buch hab ich mal ne Berechnung gesehen. Wie Gravitation eines einzelnen Atoms in einer entfernten Galaxie die
Bahn einer Billiardkugel signifikant veraendert.
Kleine Wirkung grosse Ursache. Das ist eben das Erstaunliche bei nichtlinearen Vorgaengen.
Das soll dieser Schmetterlingseffekt veranschaulichen. Ein Schmetterlig
kann einen Wirbelsturm verursachen. Muss er aber nicht.

ciao
richy
Re: Schmetterlingseffekt
26. August 2004 11:10
nun ihr lieben die chaostheorie besteht zu haufe und sie begleitet uns mit jedem tag. ich beschreibe den begriff kleine ursache große wirkung am liebsten so, man nehme das stärkste Rauptier dieser erde (den Löwen) man vergleiche seinen killerinstinkt mit der zerstörungskraft eines tornados nun ich mus sagen da geht eine mänge kaputt das gebe ich zu.

nun nehmen wir statt des löwen einen winzlin auch bekannt als cc Flige nun der name sagt alles nichtwahr ihre vernichtende wirkung stellt nun den begriff kleine wirkung große ursache ins richtige licht den mal ehrlich hier hat der löwe im gegensatz bei der jagd nur ein wenig staub aufgewirbelt.

nun den

ich verabschiede mich mit

MFG
Ich bin auch ein befürworter der Chaostheorie und somit befasse ich mich auch mit dem Schmetterlingseffekt. Dieser Effekt beeinflußt unser ganzes Leben und zwar jede Sekund - nur merken wir es (Gott sei Dank) nicht. Sonst könnten wir ihn ja beeinflussen und dann wäre es ja ein physikalisches Gesetz.
Doch auch das Chaos ist an Gesetze gebunden. "Jede Aktion bewirkt eine Reaktion". Nichtmal das Chaos kann sich dem widersetzen. Doch welche Reaktion wird wann und wo und wie auf welche Aktion hervorgerufen???

Der Schlüssel ist, daß eine Aktion eine reaktion, diese eine Re-reaktion und diese eine Re-re-reaktion bewirkt usw. und das ganze gilt für jede Reaktion. Es müßte also rein mathematisch gesehen eine berechenbares Phänomen sein, aber bedenke die praktische Auswirkung. Jede kleinste Aktion (z.b. der Flügelschlag eines Schmetterlings im April in New York) kann eine unglaubliche Reaktion bewirken (einen Hurican im November in Japan). Es kann sein, muß aber nicht sein -> sonst wäre es berechenbar und somit ein Gesetz.

Jeder von uns kann auf Ereignisse zurückdenken, die sein Leben vielleicht in bestimmte Bahnen gelenkt hat. Doch was wäre gewesen, wenn du zu einem bestimmten (nur für dich wichtigen Zeitpunkt, oder einen ganz unwichtigen Zeitpunkt FÜR DICH) etwas getan oder unterlassen hättest?!

Ich gebe euch ein kurzes Beispiel: Ein junger Mann trifft die Liebe seines Lebens. Sie wird schwanger, der Mann kämpft sich als Tankwart durch. Das Kind kommt zur Welt, der Mann arbeitet rund um die Uhr, bis es ihm zuviel wird und er die Frau samt Kind verläßt.
Die Mutter des Kindes kann sich selbst und das Kind nur gerade so durchbringen. Sie verzichtet auf alles was sie selber gerne hätte und läßt das Kind zur Schule gehen. Das Kind lernt gut und sieht von der Mutter, was Verzicht bedeutet. Bald ist es an einer 2. klassigen Uni und studiert Medizin und macht seinen Doktor.
An einem Neugeborenen übersieht der "Jung-Doktor" einen angeborenen Herzfehler. Dieses Baby stirbt.

Jetzt versucht mal zu erkennen, wieviele Unbekannte es in alleine diesen paar Zeilen gibt. Ein kleines Baby ist gestorben, aber warum??? Weil ein Arzt einen Herzfehler übersehen hat? Weil der Arzt schlecht gelernt hat? Hat er selbst arbeiten müssen, um sich sein Studium zu finanzieren und hatte darum keine Zeit zu lernen? Hat er zuviel Geld und Zeit in Alkohol und Nutten investiert???

Was hätte dieses Baby aber alles tun können??? Vielleicht Kanalräumer, vielleicht IKEA-Verkäufer, vielleicht Nobelpreisträger für eine neue Energiequelle???!!!
Ich will jetzt nicht fragen, was die Freunde oder Kinder dieses Babys alles sein hätten können.

Ich denke mir so funktioniert der Schmetterlings-effekt. Was wäre geschehen, wenn der Ur-ur-urgroßvater, des Mannes zu Beginn der Geschichte, schwul gewesen wäre.!!!???

Kleine Wirkung - große Ursache. So kleine bzw. groß, das wir sie nicht begreifen können. Seien wir froh darüber.

Ein kleiner Mann!!!!!!!


PS: Wie denkt ihr darüber, schreibt bis die Finger glühen!!!

Re: Schmetterlingseffekt
30. August 2004 02:32
Hi
Bei dieser ganzen Schmetterlingsgeschichte faellt mir immer wieder auf, dass das ganze mit binaeren Ereignissen ver-mischt/wechselt wird.
Das ist auch ein Thema der Chaostheorie, eben Birfurkationsstellen,
aber das ist nicht die eigentliche Aussage, die der Schmetterlingseffekt
darzustellen versucht.
"Der Fluegelschlag eines Schmettelings in Suedamerika kann einen
Tornado in Canada ausloesen."
Das ist in etwa die Aussage. Ich weiss, falsch zitiert :-)
Mal ein krasser Satz, der zeigen soll, was NICHT ! damit gemeint ist :

Der Fingerdruck auf einen roten Knopf kann einen Planeten ausloeschen.

Nehmen wir mal diese Wirkungskette:
Der Finger schliesst ueber einen Schalter einen elektrischen Stromkreis.
Es fliessen in diesem Kreis nun wenig Milliampere. Dieser Stromfluss dient auch nur der Weitergabe einer digitalen Information. Damit eine Kette daran angeschlossener Prozesse ablaeuft.
( So ist es auch, wenn man den Lichtschalter im Auto betaetigt. )
( Natuerlich wird das ueber ein Relais gesteuert. )
Im Falle des roten Knopfes wird die Information an energetisch immer
hoeher liegende Systeme weitergeleitet.
Am Ende der Wirkungskette ... Kann sich jeder selbst ausmalen :-(

Solch eine Wirkungskette ist energetisch aktiv.
D.h. es wird an den Schnittstellen Energie in das System gepumpt.
Die Information "roter Knopf" energetisch immer weiter verstaerkt.

Anders beim Schmetterlingseffekt.
Hier wird nur ein einziges System betrachtet. Die physikalischen
Vorgaenge in der Atmosphaere. Zwar pumpt die Sonne staendig Energie
in das System, aber es ist dennoch eher als passiv anzusehen, da dieser
Energiebeitrag auf die gesammte Erde mehr oder weniger gleichmaessig einwirkt. (denke ich mal)
Wueden alle klimatischen Vorgaenge auf der Erde linear ablaufen gebe es wohl keine Wirbelstuerme. Keine Konzentration von Energie auf spezielle
Punkte. Lauwarme lineare Suppe :-)
Sitzen wir in lauwarmer Nacht *seufz am Baggersee und flattern da jede
Menge Nachtfalter rum aehem ...
Also net todschlagen, die koennen nix fuer die Tornados.
Anders bei turbulenter Wetterlage, am Rande einer Birfurkationsstelle.
Faszinierend :-)
Aber soweit ich weiss, haben neuere Simulationen ergeben, dass selbst
da Schmetterlinge eher keine Rolle spielen.
Die Viecher sind also meist net schuld an den Wirbelstuermen :-)

>Ich bin auch ein befürworter der Chaostheorie .....

*fg
Wenn Du auch auf dem Planeten Erde lebst, beibt Dir wohl auch nix
anderes uebrig.

ciao
richy


Io vorrei che migliaia di farfalle colorassero l'aria intorno a me
poi vorrei vederle tutte quante come un vestito posarsi su di te...



Beitrag bearbeitet (30.08.04 18:21)
TwiS
Re: Schmetterlingseffekt
31. August 2004 21:17
Schmetterlingseffekt

Als Schmetterlingseffekt bezeichnet man den Effekt, dass in manchen Systemen kleine Ursachen große, meist unvorhersehbare Wirkungen haben können.
Die Bezeichnung Schmetterlingseffekt stammt von einer bildhaften Veranschaulichung dieses Effekts von Edward N. Lorenz am Beispiel des Wetters:

Der Schlag eines Schmetterlingsflügels im Amazonas-Urwald kann einen Orkan in Europa auslösen.

(Oft werden auch andere Orte, wie z. B. New York und Tokyo etc. und andere Wettererscheinungen wie Regen oder Taifune genannt.)

Dieses Phänomens beruht auf der Tatsache, dass manche komplexe Systeme (wie etwas das Wetter) langfristig gesehen sehr empfindlich (instabil) gegenüber Änderungen sind. Im Gegensatz dazu bezeichnet man Systeme, die indifferent gegenüber Störungen sind, als stabil. Der Effekt der Störungen kann sich soweit auswirken, dass instabile Systeme von einem Zustand in den anderen übergehen (Phasenübergang, Bifurkation).

Eine Konsequenz dieses Effekt für instabile, komplexe Systeme ist, dass es unmöglich wird, das Verhalten solcher Systeme für längere Zeiten vorherzusagen oder zu berechnen, obwohl dies kurzfristig sehr wohl möglich ist. (Das Wetter kann für einen Tag relativ genau prognostiziert werden, eine Vorhersage für einen Monat ist kaum möglich).


Der Schmetterlingseffekt wurde 1963 vom Meteorologen Edward N. Lorenz entdeckt, als er eine Berechnung zur Wettervorhersage mit dem Computer machte. Bei seiner ersten Berechnung gab er einen Startwertwert für eine Iteration auf sechs Dezimalstellen genau an (0,506127), bei der zweiten Berechnung auf drei (0,506), und obwohl diese Werte nur um etwa 1/1000 voneinander abwichen, also einer Differenz, die mit dem vom Flügelschlag eines Schmetterlings erzeugten Windhauch vergleichbar ist, wich im weiteren Verlauf diese Berechnung mit der Zeit von der ersten stark ab.
Die einprägsame Formulierung des Schmetterlingseffekts stammt aus einer Arbeit von Lorenz aus dem Jahre 1963 (in seiner ursprünglich Form verwendete er allerdings den Flügelschlag einer Möve statt des Schmetterlings).

Der Schmetterlingseffekt tritt nicht nur beim Wetter auf, sondern zum Beispiel auch wenn man den Verlauf der Geschichte betrachtet. Eine einzige, unbedeutende Entscheidung, als 1914 der Chauffeur des österreichischen Kronprinzen Ferdinand eine falsch abbog, führte dazu, dass beide ermordet wurden, worauf sich in einer fatalen Kettenreaktion der erste Weltkrieg entfaltete. Allerdings war dieses Ereignis nur ein Auslöser, denn dem Krieg lagen viele tieferliegende Spannungen zugrunde.

Der Schmetterlingsseffekt sollte aber nicht allzu wörtlich genommen werden, es gibt keinen Möglickeit zu beweisen, dass ein kleiner Flügelschlag einen Sturm auslösen kann - der Effekt kann auch (und wird in vielen Fällen auch) einfach verpuffen. Es ist jedoch allgemeiner Konsens - und die Wettermodelle bestätigen dies, dass gewisse kleine Störungen langfristig tatsächlich zu unverhersehbaren Ereignissen führen können
Re: Schmetterlingseffekt
09. September 2004 14:54
Em ich bin heute durch zufall auf dieses forum gekommen und muss sagen das mich soetwas faziniert und ich hab mir schon einige eurer beiträge durchgelesen und nun hab ich eine frage zu dem schmetterlingseffekt.(bitte nicht auslachen wenn die frage dumm ist aber ich hab mich noch nicht weiter mit sowas beschäftigt.

Mir hat ein guter freund von dem BUTTERFLYEFFECT erzählt von wegen schmetterling ....flügelschlag...tornato....

ich hab das für absoluten schwachsin gehalten bis gerade eben.

nun meien Frage:

Wenn mann rein theoretisch alle auch nur kleinste bewegungen die von jedem tier und jedem menschen und halt von allem auf der gesamten Erde in einen supercomputer eingeben würde, könnte man doch vorhersagen was passiert.
oder hab ich da irgend was falsch verstanden?
Re: Schmetterlingseffekt
10. September 2004 10:18
Hallo Neuer,

nein, das funktioniert aus mehreren Gründen nicht.

Zunächst einmal: die Idee eines "Alles-Berechner" ist nicht neu; sie wird in der Regel unter dem Stichwort "LaPlacescher Dämon" abgehandelt.

Ein Problem dieser Konstruktion ist, daß Dein Supercomputer selber Teil der Welt ist. Wenn man alles in ihn eingeben wollte, müßte man also auch ihn selbst in ihn eingeben; der Rechner müßte dann berechnen, was er berechnen würde, um zu wissen, was er berechnen soll.

Ein weiteres Problem ist, daß nicht alle Ereignisse genau vorhersagbar sind; einige sind es nur ungefähr. Beispiel Radioaktivität: die Halbwertszeit gibt an, nach welcher Zeit bei einem radioaktiven Isotop die Hälfte der Atome zerfallen sein werden. Der Zerall selber geschieht aber spontan; das heißt, man kann nicht sagen, wann genau welches Atom genau zerfällt. Und Halbwertszeiten werden in der Regel nur in einer Einheit angegeben, also z. B. 90 Jahre - nicht: 90 Jahre, vier Monate, sieben Tage, zwölf Stunden, fünfunddreißig Minuten und vier Sekunden (wobei vier Sekunden auf atomarer Ebene Äonen sind; eine Atomuhr mißt über neun Milliarden Schwingungen pro Sekunde).

Die Sache mit der Willensfreiheit und so lasse ich mal weg; jedenfalls ist der LaPlacesche Dämon schon theoretisch unmöglich.

Grüße

Grägar
Re: Schmetterlingseffekt
10. September 2004 14:06
Hi Grägar,

Kannst du mir eine Internet seite zu dem Thema "LaPlacescher Dämon" empfehlen?

CIh finde dieses Thema sehr interessant obwohl manche von euch wahrscheinlich denken würden das ich das eh noch nich versteh, wenn cih sage das ich "erst 16 jahre alt" bin.

ICh hab auch nur einen Qualifizierten Hauptschulabschluss(nicht weil ich nicht konnte sonder weil cih nicht wollte steht auch in meienm Abschluss zeugniss).

Aber für soetwas hab ich mich irgendwie schon immer interessiert.

*ich schweife schon wieder von Thema ab*

vielendank im vorraus

mfg

der neue

ps: wer rechtschreibfehler findet, darf sie behalten.
don't think too much
Re: Schmetterlingseffekt
19. December 2004 03:06
> nein, das funktioniert aus mehreren Gründen nicht.
...
> jedenfalls ist der LaPlacesche Dämon schon theoretisch
> unmöglich.

Ich kann hierbei leider nicht zustimmen, denn rein theoretisch ist es sehr wohl möglich solch eine Berechnung durchzuführen. Du kannst doch nicht solch eine Frage negieren, sonst wiederlegst du doch damit die Chaostheorie selbst.
Wenn man jede kleinste Aktivität, jede winzige Kleinigkeit, berechnen könnte, wäre es möglich in die Zukunft blicken.

Re: Schmetterlingseffekt
22. December 2004 19:57
Wenn man jede kleinste Aktivität, jede winzige Kleinigkeit, berechnen könnte, wäre es möglich in die Zukunft blicken.



Ja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre ...

Die Sache ist halt die, daß es Dinge gibt, die schon grundsätzlich nicht zu berechnen sind. Ich sage nur: Heisenbergsche Unschärferelation. Der LaPlacesche Dämon müßte beide Werte zugleich exakt kennen, und das widerspricht den Naturgesetzen.

Grüße

Grägar
Re: Schmetterlingseffekt
07. March 2005 01:42
Hallo Zusammen,
auch ich bin alles andere als ein Profi und habe mich mit dem LaPlaceschen Dämon nur im Bereich der Philosophie beschäftigt. Allerdings stößt man dabei zwangsweise irgendwann auf Chaostheorie und Schmetterlingseffekt.
Ich würde die oben gestellte Frage etwas umformen, da ich mit der Tatsache übereinstimme, dass eine praktische Anwendung des Fatalistischen Determinismus also dem Laplaceschen Dämon unmöglich ist. Es bleibt aber die Frage ob sie nicht trotzdem ein Faktum bleibt. Nur weil ich etwas nicht berechenen kann, heisst das nicht, das es keine Lösung gibt. Dazu gehört auch die Heisenbergsche Unschärferelation. Man kann nicht Ort und Impuls eines Teilchens beliebig genau bestimmen, aber das heisst ja nicht, dass es keinen definierten Ort und keinen definierten Impuls hat.
Den Schluss den ich daraus ziehe ist, dass nur der Mensch nicht in der Lage ist das Universum vorauzuberechnen, es jedoch grunsätzlich möglich sein müsste
Ich bin gespannt was ich jetzt für einen Haufen Kritik und Fachbegriffe um die Ohren gehauen kriege. Sollte diese Formulierung zu stümperhaft sein, so habt Nachsicht. Wie gesagt ich bin nicht vom Fach.
Arnie

Re: Schmetterlingseffekt
23. May 2005 21:52
Hallo alle!

Ich möchte nur kurz einen Gedanken zum Laplaceschen Dämon loswerden. In der Chaos-theorie bin ich leider weniger beflügelt. kann mir jemand ne gute page sagen?

Wir müssen uns den Laplaceschen Dämon als aussenstehenden Betrachter denken. Ein Messgerät also, das die Messung nicht beeinträchtigt. Wäre er im Bezugssystem, müsste er sich selbst mitberechnen. das geht aber nicht weil: Keine Maschine kann sich selber schneller berechnen als sie selbst rechnet. das heisst der supercomputer könnte nicht einmal sich selbst vorausberechnen, schon gar nicht das universum in dem er steckt.

Ob das LaPlace gewusst hat? hmmmmm...

Grüsse, Branx
de Buer
Re: Schmetterlingseffekt
03. June 2005 23:13
Ja ja - die Sache mit der Butterfliege.
Kleine Ursache – große Wirkung – oder so.
Das ist wohl mit das schönste Beispiel für eine populärwissenschaftliche Fehlinterpretation wissenschaftlicher Ergebnisse, welche so eingängig formuliert wurde, dass sie sich seit 30 Jahren im öffentlichen Bewusstsein hält. Jeder wissenschaftlich halbwegs interessierte Mensch hat schon mal was davon gehört und weiß auch um was es geht: Schmetterlings-Effekt? – genau, das war doch die Geschichte mit dem Schmetterling der nen Sturm am anderen Ende der Welt verursacht.

Mit Verlaub gesagt, das ist Blödsinn!

TwiS hat den historischen Zusammenhang ja schon dargestellt. So in etwa habe ich das auch in Erinnerung. E.N. Lorenz befasste sich mit der numerischen Modellierung von Wetterphänomenen mit dem Ziel, die Grundlagen für längerfristige Wettervorhersagen mittels Computern zu erarbeiten. Dabei stellte er fest, dass in seinen Modellrechnungen schon geringe Änderungen in den Anfangsbedingungen nach einer gewissen Laufzeit zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen führten. Auf der Suche nach den Ursachen zeigte sich, dass die von Lorenz benutzten Differentialgleichungen einen bis dahin unbekannten Attraktor im Phasenraum beschrieben. Dieser sogenannte Lorenz-Attraktor ist eine im dreidimensionalen Raum einmal gefaltete Fläche und wird aufgrund seiner Form auch gerne als Schmetterlings-Effekt bezeichnet. Wer so einen „Schmetterling“ mal sehen möchte, einfach bei google „lorenz“ und „attraktor“ eingeben und nach Bildern suchen. Dann versteht jeder warum die Dinger so heißen.

Ein kleiner Exkurs zum Thema Phasenraum und Attraktor muss jetzt aber doch sein. Phasenraum und Attraktor sind Begriffe, die eine Beschreibung dynamischer Systeme ermöglichen. Ein einfaches dyn. System ist z.B. ein Pendel. Der Zustand des Pendels wird durch die Wertepaare Ort und Geschwindigkeit bestimmt. Stößt man ein Pendel an, misst zeitabhängig Ort und Geschwindigkeit des Pendels und stellt diese Werte in einem dreidimensionalen Koordinatensystem (z-Achse entspricht der Zeit) dar, würde man eine Linie erkennen, die spiralartig auf einen Punkt zuläuft. Diese Veranschaulichung der zeitlichen Entwicklung des Systems erfolgt im sog. Phasenraum, der Punkt auf den alles zuläuft (der scheinbar alles anzieht) ist der Attraktor, in diesem einfachen Fall ist das eben ein Punkt-Attraktor.

Was bedeutet das jetzt?
i) Kennt man Anfangsort und Anfangsgeschwindigkeit eines Pendels, ist dessen Bewegung vollständig bestimmt – d.h. man kann für jeden Zeitpunkt Ort und Geschwindigkeit vorhersagen und am Ende bleibt es immer „nach unten hängen“.
ii) Dagegen ist ein dynamisches System, das dem Schmetterlings-Effekt unterliegt nicht durch nur einen möglichen Endpunkt bestimmt, es ist sogar weitgehend unbestimmt auf welchem Weg es einen der Endpunkte erreicht. Im Gegensatz zu dem deterministischen Punkt-Attraktor zeigt der Lorenz-Attraktor eindeutig chaotische Züge.

Wenn das Wettergeschehen einem Lorenz-Attraktor entspricht, also dem Schmetterlings-Effekt unterliegt, bedeutet das: in letzter Konsequenz ist Wetter nicht vorhersagbar. Es funktioniert anfangs noch ganz gut aber je weiter Prognosen in der Zukunft liegen und je genauer sie sein sollen, desto weniger wahrscheinlich ist, dass sie mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Zeiträume die halbwegs genaue Vorhersagen liefern und mit einem vernünftigen Aufwand realisierbar sind, liegen so bei drei Tagen und das wird sich auch zukünftig nicht wesentlich ändern, eben bedingt durch den Schmetterlings-Effekt. Man denke nur an folgendes Beispiel: ein Tornado bewegt sich durch die Karibik auf die amerikanische Küste zu. Heerscharen von Meteorologen, ausgerüstet mit Hochleistungsrechnern beschäftigen sich mit der Frage: wo geht er in einer Woche an Land? Das ist doch nur ne popelige Zugbahn eines Tornados, das muss man doch endlich mal vorhersagen können – oder?

Also nochmal deutlich. Beim Schmetterlings-Effekt (wahlweise auch Butterfly-Effekt) geht es um die Vorhersagbarkeit dynamischer Systeme. Er hat nichts, aber auch überhaupt nichts mit Schmetterlingen und Tornados zu tun. Dummerweise wurde der Effekt erstmals bei einem meteorologischen Problem entdeckt und dann auch noch Schmetterlings-Effekt genannt. Seine meteorologische „Vorbelastung“ führte wohl auch dazu, dass E.N. Lorenz selbst das Beispiel mit dem Tornado und dem Schmetterling brachte, um die Größenordnung des Effektes zu veranschaulichen.

Naja, und das wurde dann von Wissenschaftjournalisten der interessierten Öffentlichkeit nahegebracht und durch vielfache Wiederholung fest im Bewusstsein verankert. Deswegen weiß heute jeder: CHAOSTHEORIE BEWEIST: Der Flügelschlag eines Schmetterlings löst Tornado in den USA aus.

Nein der Schmetterling ist nicht verantwortlich für den Tornado – wo auch immer. Aber er ist verantwortlich dafür, dass man den Tornado nicht vorhersagen kann – zumindest könnte er dafür verantwortlich sein, theoretisch.

Johannes
Re: Schmetterlingseffekt
04. June 2005 11:31
Als wir in der Schule über die Chaostheorie redeten stand unser Physiklehrer vor uns und schlug mit der Faust in die Luft.Er sagte er könne beweisen, dass das was er gemacht hat reiner Zufall war und er hätte auch genauso gut mit dem Fuß in die luft schlagen können.Gehört dieses Problem nicht in die Philosophie?Könnt ihr mir vielleicht erklären was er gemeint hat oder war er einfach nur ein Spinner?!(er hat den Beweis nämlich nie gemacht).Stimmt es dass selbst Einstein glaubte dass alles vorausberechenbar ist?
ccm
Re: Schmetterlingseffekt
04. June 2005 13:18
@Johannes:

Das Problem gehört auch in die Philosophie. Die Frage des Freien Willens ist eine grundlegende Thematik der Philosophie - aber auch der Biologie und anderer Disziplinen.

Dein Lehrer hat natürlich keinen Beweis vollzogen. Die Tatsache, dass er behauptet, einen freien Willen zu haben, weil er ja auch etwas anderes hätte tun können, ist kein Argument - es lässt sich leicht die Gegenthese aufstellen, dass er eben genauso handeln musste und unter völlig gleichen Voraussetzungen auch so gehandelt hätte.
Der neue NR. 2
Re: Schmetterlingseffekt
07. August 2005 11:44
Somit ist der Satz (Der Fluegelschlag eines Schmettelings in Suedamerika kann einen
Tornado in Canada ausloesen) von Lorenz falsch, weil der Flügelschlag nicht der Auslöser des Tornados ist sondern etwas was den Lauf so negativ beinflusst, dass ein Tornado dadurch ausgelöst wird.

Ich denke das einfach der weltbekannteste Satz des Schmetterlings, falsch aufgebaut und somit überall falsch verstanden wird, was der Grund ist das es eher zu Diskussionen kommt statt der bildung einer "Gemeinsamen Meinung".

Re: Schmetterlingseffekt
07. August 2005 18:32
hallo NR.2,
ich denke das der satz keineswegs falsch ist, da ich ihn eher als metaffer versteh...der flügelschlag(entscheidendes ereigniss...) und tornado (...hat verheerdende folgen),
sorry no time
peaZZ