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Chaostheorie in Ethik

geschrieben von Lilli 
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Chaostheorie in Ethik
08. January 2006 19:08
Hey

muss grad eine Facharbeit in Ethik (kl13) über Chaostheorie machen. Bin mir noch nicht ganz sicher was genau die CT mit Ethik zu tun hat. Versteh sie zwar im allgemeinen schon aber weiß nicht wie ich das auf Ethik beziehen kann. Wir hatten erst vorkurzem Determinismus und da soll ich irgendwelche vergleiche ziehen.
HELFT MIT BITTE!

Und dann hab ich noch ne Frage: Die CT sagt ja eigentlich das es keinen Zufall gibt oder? verbessert mich wenns net stimmt :-)

LG Lilli
Re: Chaostheorie in Ethik
09. January 2006 06:51
Hallo Lilli,

wie wäre es mit dem "freien Willen" des Menschen unter diesen Gesichtspunkten?

Na ja, entweder lässt sich der echte Zufall auf die Heisenbergsche Unschärferelation der Quantenmechanik zurückführen oder auf den spontanen Zerfall irgendeines einzelnen instabilen Isotops.

Alles andere dürfte wohl vom Prinzip her berechenbar sein, sofern man alle zum System dazu gehörende Faktoren genau genug kennen würde, was natürlich praktisch wiederum unmöglich ist.

Die CT spricht wohl eher von groben Mustern, die von Zeit zu Zeit auftreten.

Grüße Dich Tommy
Lilli
Re: Chaostheorie in Ethik
09. January 2006 17:42

Also meinst du das der Mensch keinen freien Willen hat, da er sozusagen von allen möglichen äußeren sowie auch inneren Einflüssen determiniert wird?

Fällt dir noch mehr ein ;-)

LG Lilli
Peter
Re: Chaostheorie in Ethik
10. January 2006 12:33
Freien Willen und deterministisches Chaos miteinander in Beziehung setzen heißt aus meiner Sicht Äpfel und Birnen - oder besser: Äpfel und Apfelkerne miteinander vergleichen.

Ob die Mikrowelt nun determiniert ist (determininsitsches Chaos) oder ab und zu gewürfelt wird (wie in der Quantenmechanik) hat keine Folgen für die Bedeutungsebene auf der der Begriff des freien Willens definiert ist. Freier Wille ist eine Erfahrungstatsache. Er ist, so komisch das klingt, durchaus mit einer determinierten Mikrowelt verträglich.

Ein anderes Bsp. ist der thermodynamische Zeitpfeil, der trotz der Zeitumkehrinvarianz der mikroskopischen Gesetze eindeutig gerichtet ist. Der Zeitpfeil existiert nur auf makroskopischer Ebene und kann auf mikroskopischer Ebene nicht verstanden werden.
Re: Chaostheorie in Ethik
11. January 2006 01:37
Hallo Lilli,
Ethik beinhaltet mehr als nur den "freien Willen". Da sie menschenbezogen ist, berücksichtigt sie alle Tugenden, die überhaupt einen menschlichen Charakter ausmachen. Menschlichkeit ist ein Zeichen von Individualität. Individualität bedeutet "Moral".
Wir finden die "Moral" in der Chaostheorie: Wir untersuchen das Phänomen: Kleine Ursache, große Wirkung: Moral - Ethik
Re: Chaostheorie in Ethik
11. January 2006 16:41
Hallo Peter,

die Makrowelt ist durch die Mikrowelt aufgebaut. Wenn nun die Mikrowelt determiniert wäre, sollte sich bei Kenntnis aller (Anfangs-)Bedingungen alles, einschließlich des Verhaltens aller Menschen (der Vorgänge in ihren Gehirnen), vorhersagen lassen. Da sehe ich keinen Platz für einen freien Willen.

Da nun in der Quantenwelt ab und zu gewürfelt wird (wie du so schön schreibst) könnte man den freien Willen, um ihn nicht gänzlich als Illusion abzutun, auf dieses Würfeln reduzieren. Mit der herkömmlichen Vorstellung der freien Entscheidungsmöglichkeiten (dem intellektmäßigen Abwägen des Für und Widers möglicher Folgen) dürfte das allerdings wenig zu tun haben.

Gruß Tommy
Peter
Re: Chaostheorie in Ethik
11. January 2006 18:20
Hallo Tommy,

Du schreibst: Mit der herkömmlichen Vorstellung der freien Entscheidungsmöglichkeiten (dem intellektmäßigen Abwägen des Für und Widers möglicher Folgen) dürfte das allerdings wenig zu tun haben.

Genau das meine ich. Die Bedeutungsebene des "freien Willens" umfasst Begriffe wie "intellektmäßiges Abwägen", "Gründe", "Argumente", "Launen", usw.. Man kann sie als empirische Realität, oder als Metaeigenschaft eines hochkomplexen Systems (menschliches Gehirn) interpretieren - auf der mikroskopischen Ebene existieren diese Begriffe jedoch nicht.

Gruß,

Peter
Re: Chaostheorie in Ethik
11. January 2006 19:51
Hallo, zusammen!

So wie ich die Chaostheorie verstehe ist es kein Problem den freien Willen auch dem determistischen Chaos zuzuordnen.

Denn, z. B. von Anfang eines Lebens eines Menschen, bis zur Antwort in einem Gespräch kann die Meinungsbildung logisch mitverfolgt werden. Wirkung - Ursache. Der Menschliche Wille könnte aber auch unter bestimmten Umständen auch ein Wenig vorausgesehen werden.

Wenn zum Beispiel ein Mensch eine andere Person so liebt, dass ihm dessen Leben wichtiger ist, als jedes andere, würde er auf jede frage, in der er entscheiden müsste, ob die Person die er liebt, oder eine andere Person sterben solle, nie mit der Person antworten, die er liebt.

Folglich ist der Freie Wille z. T. mindestens bis auf einen Schritt vorausgesehen werden.

Ergo unterliegt auch der Freie Wille der Chaostheorie.

Liebe Grüsse Hans
Re: Chaostheorie in Ethik
12. January 2006 16:15
Hi heel
Waere der freie Wille so wie du meinst chaotischer also determinierter Zufall, dann waere er vorherbestimmt und simulierbar. Alles was du tust waere vorherbestimmt.
Es gaebe keinen freien Willen ! Wir waeren nicht verantwortlich fuer unser Tun, denn es ist ja soundso alles ueber die Anfangsbedingungen seit dem Big Bang schon festgelegt.

Erst mit der heissenbergschen Unschaerferelation verliert sich der Determinismus.
Dann muesste man aber sagen der freie Wille ist reiner Zufall.
Und das ist irgendwie genauso unsinnig. Und wiederum waeren wir nicht verantwortlich fuer unser Tun, denn es waere rein zufaellig. Koennen wir etwas dafuer, dass wir keinen Lotto 6 er haben ? Nein.
Also das Thema passt schon in den Ethikunterricht

Der Fall wie wir den Sachverhalt momentan naturwissenschaftlich betrachten muessten waere der, dass der freie Wille eine Mischung aus Zufall und Vorherbestimmtheit ist. Aber auch das hilft nicht viel weiter.
Es bleibt also nur noch den freien Willen in den abstrakten Bereich zu verlagern.
Der freie Wille waere somit eine menschliche Emotion, die im Wechselspiel mit der Umwelt steht. Jede rein naturwissenschaftliche Deutung muss scheitern.

Wie "abgefahren" der Begriff freier Wille ist kann ich dir mal an folgendem Experiment zeigen, auf das du entweder eingehst oder nicht:

Bitte schau mal ab jetzt 5 Sekunden sinnlos in die Luft !

....1 2 3 4 5
Egal ob du darauf eingegangen bist oder nicht ... Aber die Antworten auf die Frage WARUM du jetzt 5 min in die Luft geschaut hast oder dir gesagt hast, pah hab ich keine Lust, was soll der Quatsch, koennen dich wenigstens erahnen lassen womit der freie Wille im Zusammenhang steht.

Es waere schon mal interessant solch ein "Entscheidungs-Experiment" mit vielen Personen auszuwerten. Warum eine (etwas intelligentere:-) Handlung durchgefuehrt wurde oder nicht. Eine Entscheidung getroffen.
Die haeufigsten Argumente waeren sicherlich:
Bringt mir nichts,bzw. koennte etwas bringen (Erfahrung)
Keine Lust (Emotion)
Spontat entschieden (Zufall)
Weil ich vor die Entscheidung gestellt wurde (Determinismus)

Das wurde hier aber auch schon alles diskutiert.
Und es bringt auch nicht sooo viel darueber nachzudenken :-)

ciao
richy



6-mal bearbeitet. Zuletzt am 12.01.06 17:01.
Re: Chaostheorie in Ethik
09. May 2015 11:27
Was quatscht ihr eigentlich alle für eine Scheiße
Re: Chaostheorie in Ethik
18. May 2015 11:58