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Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille

geschrieben von Ro 
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Hallo,
1- der LP-Dämon ist im einfachen Fall durch Heissenbergsche Unschärfe wiederlegt.
Ist in diesem Fall automatisch der freie Wille vorhanden. Das war hier öfters die Annahme?? Ist nicht eher dann lediglich der freie Wille eben möglich.

2.a) der Kopenhagener Interpretation der Quantenmechanik.
Es gibt keine verborgenen Variablen.
--> freier Willen möglich?

b) Bohm Interpretation
Alle Teilchen im Universum tauschen auf mysterioese ? Weise Information
ueber ihre Zustaende miteinander aus.
Gab es nicht erfolgreiche Experminet zu dieser Annahme: Wenn zwei Subatomare Teilchen getrennt werden und die Spinrichtung sich ändert, ändert sich die Spinnrichtung des anderen Bruderteilchen mit!? Darauf bauen doch auch Hoffnungen von Informationübertragungssystemen einer fernen Zukunft!? --> freier Willen unwarscheinlich?

c) Viele Welten Interpretation --> freier Wille ausgeschlossen!

3. Aus vielen Experimenten aus Psychologie und Gehirnforschung ergibt sich eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, das es keinen freien Willen gibt. Mal anders herum. Würde der Ausschluss eines freien Willen eine der physikalischen Varianten ausschliessen?

glg
Gandalf
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
20. September 2005 20:12
Warum soll Deiner Meinung nach bei der Viele-Welten-Interpretation der 'freie Wille' ausgeschlossen sein? (Du scheinst offenbar davon auszugehen, daß keinerlei Verbindung zwischen den 'Vielen-Welten' gibt?)
ro
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
22. September 2005 15:23
Ach so, ich hatte das hier im Forum so gelesen. Also das steht offen?!
Bei mir spukt dieses Experiment mit der Spinänderung im Kopf. Kannst du mir mehr dazu sagen?
Gandalf
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
22. September 2005 21:14
das ist schwierig in einem oder wenigen Sätzen abzuhandeln. Schau vielleicht erst mal hier rein, dann kann ich vielleicht etwas näher darauf eingehen: http://home2.vr-web.de/~gandalf/Quanten/VWT1.htm
Ro
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
24. September 2005 09:03
vielen Dank für den Hinweis auf deine Seiten. Sehr angenehm zu lesen und sehr verständlich. Das Viel-Welten-Modell wird für mich aktraktiv. Bleibt noch die beliebte Bohn-Interpretation.
Ich stimme mit dir überein das alles miteinander Zusammenhängt. Das ist auch meine Erfahrung. Wir sind nicht voneinander getrennt. Das wäre aber auch in der Bohn-Interpretation der Fall, soweit ich weis.
Das Bewusstsein ist frei, pure Freiheit. Unser Kern ist pure Freiheit. Darin stimme ich mit dir auch überein (oder mit der Viel-Welten-Interpretation nach dir). Aber unser tägliches EGO hat keinen freien Willen. Das ist ebenfalls meine Erfahrung. Also wenn ich nun mein Wissen und meine Erfahrung mit der Viel-Welten-Interpretation zumsammenmisch ergibt sich: Unser Gehirn bekommt einen Impuls, der aber nicht von meinem EGO kommt. Das zeigen auch eindrücklich die Gehirnforschung und nahezu sämtliche psychologische Experimente. Meine Laienhafte (und lange nicht so schicke Internetseite dazu: www.satsangs.de/forschung). Und in unendlich vielen Paralleluniversen einen anderen Impuls. Wir sind auch die göttlichen Impulse. Aber unser EGO verdeckt dieses göttliche als ein Art versteckspiel von sich selbst. Ganz ähnlich wie die Versteckspiele der anderen Universen! Und dieses eine Ego behauptet oftgenug alles zu sein....
Meine Erfahrung mit der Aussage der Mensch hat keine freien Willen auf andere Menschen: Diese Aussage hat viele Menschen in meiner Umwelt gelassener werden lassen. Sie konnten sich von ihrer Psyche erholen. Und das oft in ganz schneller Zeit. Freiheit vor der Angst Fehler zu machen, Chancen zu verpassen sowie den großen Schuldgefühlen schwerwiegende oder auch kleine Fehler begannen zu haben. Dies wäre beim Viel-Welten-Modell ja auch alles erledigt, weil sowieso alles vorkommt!!
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
24. September 2005 09:42
ZITAT
Ich glaube nicht an die Freiheit des Willens. Schopenhauers Wort: "Der Mensch kann wohl tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will" begleitet mich in allen Lebenslagen und versöhnt mich mit den Handlungen der Menschen, auch wenn sie mir recht schmerzlich sind. Diese Erkenntnis von der Unfreiheit des Willens schützt mich davor, mich selbst und die Mitmenschen als handelnde und urteilende Individuen allzu ernst zu nehmen und den guten Humor zu verlieren
(A.Einstein)

Nochmal Einstein über freien Willen:

Ich weiß ehrlich nicht, was die Leute meinen, wenn sie von der Freiheit des menschlichen Willens sprechen. Ich habe zum Beispiel das Gefühl, dass ich irgend etwas will; aber was das mit Freiheit zu tun hat, kann ich überhaupt nicht verstehen. Ich spüre, dass ich meine Pfeife anzünden will und tue das auch; aber wie kann ich das mit der Idee der Freiheit verbinden? Was liegt hinter dem Willensakt, dass ich meine Pfeife anzünden will? Ein anderer Willensakt? ...
ro
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
24. September 2005 11:00
hallo richy,
ich denke das ist unser christliches Erbe, was tief in unseren "Knochen" steckt. Die Sache mit dem freien Willen. Ein ehemals gutes mittel Menschen unter Kontrolle zu halten und "dem anderen" die Schuld in die Schuhe schieben = "Sündenbock".
af
Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
24. September 2005 21:07
Aus der Sicht der experimentellen Psychologie gilt, dass freier Wille empirisch gar nicht nachgewiesen werden kann, weil jedes Experiment logisch die Richtigkeit einer Vorhersage prüft. Wenn eine Handlung einem freien Willen entspringt, ist sie eben nicht vorhersagbar. Misserfolg in der Vorhersage kann aber immer mit irgendwelchen Fehlern erklärt werden (Exhaurierung). Wann ist etwas definitiv nicht vorhersag-BAR? Induktionsschlussproblem. -- Zugegeben, es gibt Psychologen, die wollen den freien Willen aus der Erfahrung ableiten und ihn so "beweisen". Das geht aber nicht, denn eine Post-hoc-Ana-lyse kommt da zu spät (und eine Ante-hoc-Analyse, eine Vorhersage also, kann wie oben dargestellt nur den nicht-freien Anteil betreffen).

Andererseits: Ein Menschenbild ohne auch nur einen Funken von Freiheit würde Begriffe wie Verantwortung, Schuld, Verdienst, Tugend, Gemeinheit etc. obsolet machen. Dann würde ich mich z. B. auch nie mehr anstrengen wollen. Es gäbe keinen moralisch grundgelegten Selbstwert. -- Damit ist natürlich der freie Wille nicht bewiesen, aber gezeigt, dass die leichtsinnige Aufgabe desselben ungeheure Folgen hätte.

Skinner hat mit seinem Buch "Beyond dignity and freedom" belegen wollen, dass es keine Freiheit gibt. Ich denke, dass er von mir als redlichem Leser erwartete, dass ich seine Argumentation ernst nehme und allenfalls meine Freiheitsillusion aufgebe. Wenn seine Botschaft aber stimmt und ich keine Freiheit habe, dann gibt es auch keine intellektuelle Redlichkeit und keinen Appell an meine freie Entscheidung, das Buch ernst zu nehmen. Nach der Lektüre von zwei Dritteln des Buches fing ich an, dies paradox zu finden, und hörte mit der Lektüre FREIWILLIG auf.

Re: Heissenbergsche Unschärfe & freier Wille
26. September 2005 21:15
ZITAT:
"Aus der Sicht der experimentellen Psychologie gilt, dass freier Wille empirisch gar nicht nachgewiesen werden kann, weil jedes Experiment logisch die Richtigkeit einer Vorhersage prüft. Wenn eine Handlung einem freien Willen entspringt, ist sie eben nicht vorhersagbar."

Aber ist 'der freie Wille' nicht etwas, daß dadurch definiert ist, einen Unterschied ... zu machen?

Klar, wenn ich z.B. als Charakter innerhalb eines Computerspiels steuere, kann dieser nur seinen vorgegebenen Programmsequenzen folgen. Alles was für den Charakter (in seiner Welt) physikalsich möglich ist, ist bereits fest auf die CD gebrannt.

Aber wir vergessen hierbei eines: Das Spiel enfaltet sich erst, wenn es von einem 'externen System' abgespielt und gelesen wird. Dieses externe System ist sogar in der Lage eine andere CD einzulegen, den Programmcode zu ändern und neu zu 'brennen'.

Unser Spielcharacter würde jedoch von dieser Umprogrammierung gar nichts merken (können)! - Genau das scheint die 'experimentelle Psychologie' zu beschreiben.

Wenn nun aber doch..., durch einen 'Akt gezielter Willensausübung', der Charakter selbst den Code umschreiben könnte... Wäre nicht das als Beweis zu werten, daß wir einen 'freien Willen haben' (zumindest innerhalb unseres Systems)?

Schau Dir hierzu vielleicht einmal das an:

Der Quanten-Zeno-Effekt: http://de.wikipedia.org/wiki/Quanten-Zeno-Effekt