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Chaos im Denken und Fühlen

geschrieben von Luise 
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Chaos im Denken und Fühlen
27. October 2002 15:23
moin!
also ich hab da ein Problem...soll in Systemtheorie ein referat ausarbeiten über Chaos im Denken und Fühlen.
Problem: wo bekomm ich dafür Material her?
also ein buch hab ich ja schonma:Wendezeit von Capra
aber das reicht ja irgendwo nich.
also wär nich schlecht, wenn mir da jemand ma bitte helfen würde...
danke.
luise
Hallo Luise,


ich nehme an, Du sprichst von Luhmann'scher Systemtheorie?


Bist Du Dir sicher, dass sich der Begriff "Chaos" hier auch wirklich auf das chaostheoretische Chaos bezieht?


Liebe Gryße,


ccm :o)
Re: Chaos im Denken und Fühlen
28. October 2002 18:44
also die sache is die!
ich bin in der oberstufe vom gymnasium und beleg da nen fachübergreifenden kurs: systemtheorie.
thema des 1. jahres: die 4 großen theorien.
zur zeit hängen wir halt bei der chaostheorie.
da muß jeder halt ein referat halten, ich hab halt "chaos im denken und fühlen" andere ham chaos in der sprache usw.
nun hab ich das problem, dass zu meinem referat als "hinweise" nur stand:
*Capra Kapitel 6
*Bifurkationspunkte im denken
*Bifurkationspunkte im fühlen
*Begriff chaos in den verschiedenen religoinen
also unsere bibliotehk hat nich ein buch hergegeben-muß wahrscheinlich nochma in die stadtbibl.
naja und ein buch is mir einfach zu wenig.
das is also mein problem.
ich bin also hilfe sehr dankbar.
bis denne luise.
Gregor Koch
Re: Chaos im Denken und Fühlen
30. October 2002 12:50
Hallo Luise,

ich bin zwar schon eine ganze Weile aus der Schule raus, aber mir kommt das Thema doch recht unhandlich vor.

Zum Thema Chaos im Denken und Fühlen empfehlen sich ja wohl vor allem psychologische Fachbücher, aber die sind in der Regel armdick und staubtrocken.

Auch bei den Stichworten "Bifurkationspunkte im Denken" und "Bifurkationspunkte im Fühlen" kommt mir nicht gerade eine Erleuchtung. Bifukrationspunkte sind doch nur Gelegenheiten, sich zwischen zwei Möglichkeiten zu entscheiden.

Insofern scheint mir die beste Bearbeitung Deines Themas ein Song der Gruppe Fettes Brot zu sein, der - glaube ich - Jein hieß. Der Refrain ging jedenfalls "Ja - Nein - Jein. Soll ich's wirklich machen oder laß ich's lieber sein?", aber mit dem Lied alleine wirst Du wohl nicht über die Runden kommen.

Chaotisch ist ein System m. E. dann, wenn es aufgrund gradueller Änderungen abrupte Wechsel durchmacht; also Liebe schlägt um in Haß und Freundschaft in Feindschaft - aber eben nicht aufgrund eines dramtischen Erlebnisses, sondern einfach so.

Ein Beispiel: eine Frau (entschuldige bitte, wenn ich hier den schwarzen Peter der holden Weiblichkeit zuschiebe, aber in welchem Mann steckt kein kleiner Chauvi?) verliebt sich in einen Typen, weil er so jungenhaft und unbekümmert ist. Man kann schon Wetten abschließen, wie lange das gut geht: erst findet sie es süß, dann nimmt sie es hin, weil er halt so ist, dann nervt es sie, und irgendwann bringt es sie zur Weißglut.

Irgendwo zwischen dem vorletzten und dem letzten Schritt hat dann das "System" (= ihre Einstellung zur Beziehung) den Einflußbereich des Attraktors Zuneigung verlassen und sich um den Attraktor Ablehnung formiert: das System ist schlagartig umgekippt.

Das hat aber mit Chaostheorie im eigentlichen Sinne nichts zu tun, denn diese ist eine physikalische Theorie, und die Gefühlswelt aller Menschen hat mit Physik nur ganz entfernt was zu tun. Insofern handelt es sich hier eher um eine Metapher (vielleicht in Form einer Heuristik oder eines Paradigmas) als um eine Erklärung der Ursachen des Phänomenes.

Physikalischer und somit näher an der "echten" Chaostheorie wäre da schon eine Abhandlung zum menschlichen Gehirn, vor allem zu der Frage, wie einzelne Sinneseindrücke Erinnerungen, Assoziationen oder Eingebungen auslösen können.

Sinneseindrücke werden dem Gehirn ja als Nervenimpuls mitgeteilt, und auch jede andere Gehinrtätigkeit basiert auf diesen elektrochemischen Vorgängen. Wie kommte es aber, das manche Nervenimpulse zu nur geringer Hirnaktivität führen, andere dagegen ein wahres Gedanken-Feuerwerk (Man kennt ja Redewendungen wie "plötzlich fällt Dir alles wieder ein" oder "Auf einmal wußte ich, wo der Fehler war") auslösen? Das könnte auf physiologischem Niveau durchaus eine chaostheoretische Fragestellung sein.

Literatur dazu findest Du sicherlich in den Sonderheften der Zeitschrift "Spektrum der Wissenschaft".

Ansonsten kann ich Dir nur empfehlen: Grenze Dein Thema ein, BEVOR Du anfängst, Dich einzulesen, sonst verirrst Du Dich in der Unendlichkeit der Materie.

Viel Spaß und laß hören, was draus geworden ist

Gregor Koch
hmm was fürn zufall ich muss auch denselben vortrag halten .. welche schule biste luise ?
Hallo Luise,


mich erstaunt der Titel "Bifurkationskurve" im Denken und Fühlen ebenso wie Gregor. Da Bifurkation sich auf einer einfachen Perdionenverdopplung aufbaut, handelt es sich ja faktisch um ja/nein, bzw. entweder/oder. Es wäre sehr interessant darüber von Dir mehr zu hören.

Ansonsten liegt das Thema "Chaos im Denken und Fühlen" gar nicht so weit entfernt. Argumentiert man mit der Chaostheorie, sind kleine Ursachen verantwortlich für große Auswirkungen. Ein Beispiel:

"Ich liebe Dich" - "Dich liebe ich" - "Liebe ich Dich"

Ja, ein wenig plump, aber es zeigt ganz gut, worauf ich hinaus möchte. Im Denken und Fühlen sind es kleinste Begebenheiten, die größte Ursachen haben. Wir denken und fühlen nicht streng deterministisch, sondern "überreagieren" stetig auf scheinbare Belanglosigkeiten. Die Birfurkationskurve kann hier aus meiner (bescheidenen ;) Sicht nur als reines Theoriemodell zur Veranschaulichung dienen - dass Gefühle und Gedanken jedoch mehr als eine ein bis zwei Dimensionen haben, da sind wir uns wohl einig.

Oder?


ccm.
Hallo Luise,

wahrscheinlich ist es für meinen Buchtipp schon zu spät, da deine Frage aus dem vergangenen Jahr stammt. Falls du doch noch an dem Referat arbeitest: Es gibt ein Buch mit dem Titel: "Die emotionalen Grundlagen des Denkens. Entwurf einer fraktalen Affektlogik". Es ist 1997 bei dem Verlag Vandenhoeck & Ruprecht erschienen. Der Autor, Luc Ciompi, wendet hier die Chaostheorie auf dynamische Prozesse des Fühlens und Denkens an. Sicher würdest hier wichtige Hinweise für dein Thema finden.

Viele Grüße, ach und noch, da ich schon etwas älter bin und die Schule lange hinter mir habe, wundere ich mich mit was für anspruchsvollen Themen ihr euch in der Schule beschäftigt. Das war zu meiner Zeit nicht so.

Viel Glück beim Abitur,

Elke
Hallo,

ich habe einen Guten Buchtipp für das Thema Chaos im Fühlen und Denken: "Die emotionalen Grundlagen des Denkens. Entwurf einer fraktalen Affektlogik". Der Autor Luc Ciompi wendet hier die Chaostheorie auf dynamische Prozesse des Fühlens und Denkens an. Siehe auch Antwort an Luise.

Viele Grüße,
Elke
luise
Re: Chaos im Denken und Fühlen
20. March 2003 17:03
also
hab mein referat jetzt gehalten
hab 15 punkte bekommen

hat richtig spass gemacht...
danke, für die hilfe
luise
Hallo Luise,

danke für die Nachricht :)

Viel Spaß weiterhin,


ccm.
Re: Chaos im Denken und Fühlen
28. March 2007 16:49
Ha..wie lustig,lass mich raten Luise du kommst aus sachsen!??!?!
umgebung leipzig????
dein referat kommt mir sehr verdächtig vor.....
ich sitz jetzt genau vor dem selben thema....wär ja echt cool,wenn du mir einige fragen beantworten könntest!?!??!
liebe grüße.....
AnNa
Re: Chaos im Denken und Fühlen
18. April 2007 18:47
hallo...ihr sytemtheoretiker da draußen!!!!X(
ich hab ein riiiiiiesen problem....muss einen vortrag über chaos im denken und fühlen halten.....!?!?!?jaaaa.... und was is das????hmm....capra...ganz toll....nagut wenn jemand da ist,bitte zurück schreiben,ich mach mich mal ans lesen!!!!tschüüüü(:P)
nicht wichtig
Re: Chaos im Denken und Fühlen
03. May 2007 20:24
Was willst du wissen?

Wie Gefühle organisiert werden und Wechselwirken können??

Dann denk mal in mathematischen Kategorien....

Gefühle sind wie emotionale Ladungen, die sich nach den Gesetzen der Mengenlehre zueinander in Beziehung stellen lassen und sich daraus ihre jeweiligen Auswirkungen auf ihre zugehörigen Träger abschätzen lassen...

Und genau diese bestimmen, wie und auf welche Art und Weise du dein Umfeld jeweils wahrnimmst,(offensiv/defensiv) denkst,(positiv/negativ) abstrahierst,(gut oder schlecht) und handelst.(passend oder unpassend)

Dementsprechend kriegst du die Ergebnisse aus deiner Umwelt wieder zurück an den Kopf geworfen..


Der Rest ist nur pure Beobachtungsarbeit und "Berechnung"
(das eigene Verhalten an die angetroffenen Umstände anpassen)

Dieser Kreislauf wiederholt sich von Augenblick zu Augenblick....