Chaos Blitz
08. March 2005 14:25
Mein Physiklehrer hat mir versucht zu erklären, dass nicht nur das gesammte Wetter der Erde nicht voraussagbar ist sondern auch nur ein gewöhnlicher Blitz. Er behauptete, dass man nicht sagen könne, wo der Blitz anfängt, welchen Weg er nimmt und wo er am Ende einschlagen wird.

Nun habe ich aber einige Fragen, die er mir auch er nicht erklären konnte.
Ein Blitz ist Strom. Strom ist Physikalisch und Physik lässt sich berechnen. Warum lässt sich dann ein Blitz nicht berechnen?

Man müsste doch berechnen könne wo er einschlägt, wenn man weiß, wie viele Teilchen sich auf dem Weg zum Ziel befinden und welchen Widerstand sie habenn und wenn man weiß, wie stark positiv die verschiedenen möglichen Ziele sind. Da Strom immer den Weg nimmt, der am einfachsten zu überwinden ist, müsste der Blitz dort einschlagen, wo die Summe aus Widerstand * Weg und (+) Ladung des Zieles am geringsten ist. Oder?
ccm
Re: Chaos Blitz
08. March 2005 14:33
Heisenberg.
Re: Chaos Blitz
08. March 2005 15:02
Vor dem Blitz existiert erstmal ein hohes elektrisches Feld. Das ist ausser durch die Ladung in den Wolken auch durch die Form der Bodenoberflaeche
bestimmt.An spitzen Gegenstaenden ist die Feldstaerke am Groessten. So wird der Blitz im Dorf meist in den Kirchturm einschlagen. Allerdings muss dazu die Luft erstmal leitend gemacht werden (ionisiert). Das ist wohl der
hauptsaechliche unvorhersehbare Faktor, denn hierbei spielen auch Faktoren wie Strahlung aus dem Weltraum eine Rolle. Wie der Blitz seinen Weg nimmt ist daher voellig unvorhersehbar. Es gibt diese Hochspannungskugel in der ein Blitz rumtanzt, da kann man das sehr schoen sehen.
Oder auch hier:
http://www.deutsches-museum.de/mum/video/video03.htm
Glaube die Faustregel ist: fuer 1 cm Lichbogen benoetigt man 1 kV Spannung.
Weiterhin sind bei einem Lichtbogen alle Feldgroessen so hoch, dass die linearen Maxwell Gleichungen (Aus denen sind alle Gleichungen der Elektotechnik abgeleitet) wohl nicht mehr gelten.
Auch daher laesst sich ein Blitz nicht berechnen.

ciao



Beitrag bearbeitet (08.03.05 15:28)
Satyr
Re: Chaos Blitz
08. March 2005 18:50
Hi Richy!
Perfekt erklärt! Habe dem nichts hinzuzufügen!
Grüße Satyr
jakob
Re: Chaos Blitz
18. March 2005 02:45
ich bin der meinung ALLES ist (theoretisch) berrechenbar

seht es doch mal so , dass der es schon geblitzt hat und der blitz ist genau 1 bestimmten weg gegangen
und warum?
weil ihm der weg aus den (ALLEN) vorhergehenden ereignissen sozusagen vorherbestimmt war
das 1sige problem ist das alte : keine chance ALLES mit einberechnen zu koennen
Re: Chaos Blitz
18. March 2005 15:20
Hi jakob,

wenn Du meinst, alles ist theoretisch berechenbar, so bleibt doch immer noch die Frage: wann?

Bei einem, der rettungslos im Ozean treibt, ist es relativ leicht zu berechnen, wann er stirbt (obwohl es auch hier noch verschiedene Ursachen gibt: Unterkühlung, ertrinken, Haiangriff, vom Tanker überfahren, auf eine WW-II-Mine gelaufen).

Aber wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, Todesart und -zeitpunkt bei demselben Menschen zum Zeitpunkt seiner Geburt zu berechnen? Obwohl doch auch der Stoffwechsel - und mit ihm der ganze Mensch - nur Biochemie und damit letztlich Physik ist ('tschuldigung an alle Biologen)?

Damit stellt sich "theoretisch" folgendes Problem: Im Zeitpunkt A sind n Daten entweder gleichzeitig zu erheben oder so zu erheben, daß sie auf den Zeitpunkt A exakt bestimmbar sind.

Um nun den Zustand des betrachteten Systems im Zeitpunkt B vorhersagen zu können, müssen sämtliche Änderungen in einer Zeit von C = B-A- 1 jur. sec. (oder genauer: minus der Zeit, die man braucht, um das Ergebnis ablesen, verstehen und ggf. anderen miteilen zu können; ansonsten bleibt es bei "BUMM! Seht ihr; das hätte ich Euch gleich sagen können.", was ja nicht der Sinn einer Vorhersage ist.) berechnet werden.

Da gibt es aber eine verhängnisvolle Interpendenz:

Je mehr Eingangsdaten man hat, desto länger muß man rechnen.

Je länger man rechnen muß, desto mehr Zeit muß zwischen A und B liegen.

Je mehr Zeit zwischen A und B liegt, desto mehr Eingangsdaten muß man in die Rechnung einstellen. Womit wir wieder am Anfang wären.

Nun steigt aber die Rechenkapazität vermutlich linear mit der Zeit: Rechenoperationen pro Zeiteinheit mal Zeiteinheit.

Die Zahl der Eingangsdaten steigt aber vermutlich exponentiell (z. B. kann man ziemlich genau berechnen, wann ein LKW, der mit 100 km/h auf eine vor ihm liegende Mauer zuast, dort aufprallen wird. Aber berechne das mal zwanzig Jahre im voraus!).

Damit gibt es eine Obergrenze für "theoretische Berechenbarkeit", die abhängig ist von Rechenoperationen pro Zeiteinheit. Und für diese Einheit gibt es eine physikalische Obergrenze.

Somit gibt es eine physikalische Obergrenze dafür, was sich theoretisch berechnen läßt und was nicht.

Grüße

Grägar
jakob
Re: Chaos Blitz
23. March 2005 02:22
es kommt also (nur) auf die rechengeschwindigkeit an
und die kann man sich theoretisch ja hoch genug denken ;)

ich muss mich verbessern:
anstatt das es "theoretische Berechenbar" ist meine ich ehr
was passiert ist sozusagen vorherbestimmt du das was passiert ist

du kannst den kurs zwar aendern aber letztendlich gibt es nur den einen weg
Re: Chaos Blitz
20. October 2008 18:02
Schon 10 Antworten ???
Re: Chaos Blitz
22. December 2008 08:16
Lieber bad salzungen,

denke doch mal an den Helmut Schmidt ( siehe die Werbung unten ) : Der badet auch täglich !