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chaos im kommunistischen anarchismus

geschrieben von relita 
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chaos im kommunistischen anarchismus
25. January 2005 19:45
hallo,

ich werde bald einen vortrag über das thema "kommunistischer anarchismus" halten. hierbei macht mir das thema besondere gedanken.

einerseits geht man als anarchist davon aus im anarchismus, zumindest im kommunistischen, friedlich zusammenzuleben. hier ist der kommunistische anarchismus das ziel mit dem weg über den kommunismus. kommunismus und kommunistischer anarchismus unterscheiden sich nun nur in der regierung - ob es eine gibt oder nicht.
dennoch ist die frage: kann es ein land ohne regierung und staatssystem (einschließlich verfassung) geben, in dem nicht chaos und kriminalität herschen?

diese frage möchte ich hiermit an euch weitergeben.

danke für jede hilfe,

relita
hi,

ein funktionierender anarchokommunismus wäre die perfekte gesellschaft:
jeder wäre gleichberechtigt bzw. frei, es gäbe keine regierung und keine staatsgewalt, trotzdem würde die "wirtschaft", also die materielle versorgung aller gesellschaftsmitglieder, gewährleistet sein und keine kriminalität existieren.

ich glaube, dass diese gesellschaftsform möglich wäre, wenn man die entsprechenden voraussetzungen schafft.
und genau da liegt das problem:
der kapitalismus basiert auf dem egoismus und dem konkurrenzdenken, weches angeblich erst zu fortschritt führt. "durch konkurrenz wird fortschritt erst möglich" - dieses dogma wird uns immer und immer wieder eingetrichtert und der zusammenbruch der koruppten ostblockstaaten als beweis angeführt ^^ und auch andere bsp der geschichte so zurechtgebogen, dass sie anscheinend diesen "fakt" beweisen.
doch ich glaube eher das gegenteil ist der fall:
durch konkurrenz setzen sich nicht immer die besten ideen durch, sondern die, der einflussreicheren. eine kombination von verschiedenen ideen und das zusammenlegen von wissen wird ebenfalls verhindert, da konkurrenz immer personen-, firmen- bzw. staatengebunden ist, die jeweils auf ihren eigenen vorteil aus sind. d.h. duch konkurrenz wird nicht die beste iddee/ das best mögliche produkt umgesetzt, welches möglich wäre, wenn man zusammenarbeiten würde. konkurrenz ist meiner meinung nach also fortschrittshemmend und damit gesellschaftsschädlich.
(das sei nur schon mal gesagt, bevor jemand in diese fortschrittsrichtung argumentieren möchte)

so, in dieser perfekten gesellschaft dürfte es also keine konkurrenz geben, sondern eine konstruktive zusammenarbeit aller zu optimalen ergebniserzielung.

diese optimale ergebniserzielung entspricht konkreten enscheidungen und beschlüssen, die im anarchokommunismus unter der aktiven mitwirkung und direkten einflussnahme aller getroffen werden müssten, sonst hätte man ja wieder eine regierung (entscheidungsträger)
d.h. jedes mitglied dieser gesellschaft müsste das entsprechende wissen besitzen, um zu allen problemen stellung zu nehmen ^^ also glaube ich, das dieses system wenn, dann nur im sehr kleinen existieren könnte bzw. in kleinen dynamischen systemen, die wiederum zum vorteil aller untereinander agieren, da ansonsten zu viele umstände berücksichtigt werden müssten > chaostheorie: um all diese umstände und einflüsse zu erfassen und dann noch dere wirkung vorauszusehen, wäre allwissenheit nötig, bzw der entscheidungsprozess wäre sehr, sehr langsam und träge

desweiteren dürfte niemand egoistisch handeln und es keine gefühle, wie hass und begierde geben.
das können allerdings nur sehr wenige menschen. es ist zwar möglich, aber dazu braucht es noch sehr lange...

mein fazit: prinzipiell möglich. für die perfekte gesellschaft bedarf es jedoch
auch perfekte menschen, deren handeln durch das gute geleitet wird.
es ist also noch ein langer weg...

mfg
ich verstehe "kommunistischer anarchismus" noch nicht so recht. widerspricht sich das nicht? abgesehen davon, dass der anarchismus sich selbst schon als diktat im weg steht...
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
27. January 2005 16:42
der Teil "kommunistisch" in kommunistischer anarchismus bedeutet nur die gleichstellung aller in ihr lebenden menschen in jeder hinsicht. so soll ein arzt, ausgehend davon, dass es seine größte fähigkeit ist, genauso viel verdienen wie ein bauarbeiter, wenn dies das ist , was er am besten kann. die klassengesellschaft soll abgeschaft werden.
was nicht einfach zu halten ist. warum sollte im anarchismus jemandem diktiert werden koennen, wie er sich einschaetzt, und wieviel er dafuer haben moechte? das waere doch wieder auesserst beherrschend...
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
28. January 2005 17:46
es geht nicht um den wert der arbeitsleistung, sondern um die wertschätzung jeder arbeitsleistung im gleichen umfang
es ist völlig gleichgültig in welcher höhe das arbeitsentgelt ist, sondern, dass jeder, unabhängig von bildungsstandart, körperlichen fähigkeiten und künstlerischer begabung, innerhalb seiner fähigkeiten das beste gibt, was entlohnt wird.
Wenn Du dieses Thema glaubhaft bearbeiten und Pauschalkritiken den Boden entziehen möchtest, solltest Du nicht außer Acht lassen, dass der in dieser These unterstellte Gleichgerechtigkeitssinn eine kulturelle Zuschreibung und keine aus sich selbst heraus logische Komponente ist. Gleichgerechtigkeit im Sinne alle sind gleich und bekommen das Gleiche ist keine Naturgegebenheit (und selbst wenn...), sondern ein menschenproduziertes Politikum und sollte auch als solches kommuniziert werden. Und genau hier liegt der Knackpunkt der Anarchie, die selbst eine solche kulturelle Erfindung ist, sich nicht automatisch ergibt, somit durchgesetzt werden muss und damit immerschon sich selbst konterkariert.

Eine Diskussion, ob Arbeit immer gleich viel Wert ist, hier zu beginnen, bringt vielleicht nicht viel, aber dennoch muss ich dazu sagen, dass ich die Argumente verstehe, es begrüßen würde, wenn es so funktionieren würde und dennoch nicht der Meinung bin, dass alles gleich vergütet werden sollte. Das unterstellt schon, dass jeder mit gleichem Enthusiasmus an die Arbeit geht, was, wie wir wissen, nicht der Fall ist und nie der Fall sein wird. Ist es gerecht, jemandem der eine äußerst anstrengende Arbeit hat, genauso viel zu zahlen, wie jemand, der abends immer entspannt ist, weil der Tag stressfrei war? Ich halte das für unkommunistisch um Gleichgerechtigkeitssinn. Da sich Arbeit auf den Gesamtalltag auswirkt, wäre es genauso möglich eben Bezahlungne zu fordern, die sich an Anstrengung, Vorbereitungszeit, körperlicher oder geistiger "Abnutzung" und so weiter orientiert. Ignoriert man dies, ist es doch eher ein Gleichmachen als ein "Gleichgerechten". Es ist schöner, wenn man die Wahl hat, sich in den Job zu stürzen, weil man darin aufgeht oder aber mehr Wert auf Entspannung und Freizeit zu legen und dafür weniger zu bekommen.

Die Festmachung von Gleichheit an monetären Komponenten ist gerade heute so eher anachronistisch - eine unterstützenswerte Gleichwert ist für mich die Chance, seinen Weg zu Wählen und die Möglichkeit des Zugangs zu bestimmten Ressourcen (Informationen, Bildung, Internet) - und auch das nicht unbedingt immer kostenlos, sondern so, dass es nicht be-hindert.
kgsdInn
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
01. April 2005 19:13
Aber sein wir doch mal ehrlich, würde der Kommunissmus wirklich funktionieren?

Ich persöhnlich würde ein Befürworter dieser Regierungsform sein. Doch wenn man sich die heute Welt ansieht, ein stätiges Kongurenzdenken, die immer mehr werdende Diskriminierung und vor allem Geld regiert die Welt. Wie sollen diese Menschen zusammenleben, ohne Regierug (bzw. Verfassung)!? Jeder Mensch ist ein Egoist, was auch in unserer Natur liegt, jeder will nur das Beste für sich. Es wär zwar eine schöne Vorstellung, dass es so funktionieren könnte, aber in der Realität sieht dies ganz anders aus.

Mfg

Teetrinker
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
04. April 2005 16:48

Vernünftige Menschen aller Länder vereinigt euch!!!


Der wahre Anarchiste Kommunismus, in dem sich jedes Individuum frei entfalten kann, ohne jemanden zu schaden, kann nur dann funktionieren, wenn die Menschen ihr Bewußtsein erweitern und die Nächsten- und Selbstliebe praktizieren.
Altruismus, die Selbstlosigkeit, sollte das höchste Gebot und einziges Gesetz dieses Systems sein. Dienst an den anderen, Liebe, Vergebung und Freiheit sind der Weg, auf dem die Realität am besten funktioniert.

In diesem Sinne, Licht und Frieden
jakob
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
05. April 2005 22:48
traeum weiter von der revolution in den koepfen
ks
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
13. April 2005 09:17
ok. bis gleich, muss jetzt weg.
Hallo Teetrinker,

Altruismus KANN gar nicht das einzige Gesetz des Systems sein; denn jeder Helfer braucht jemanden, dem geholfen wird.

Sich helfen lassen ist aber kein altruistisch, sondern ein egoistisches Verhalten.

Stell dir vor, jemand, der nicht schwimmen kann, fällt ins Meer. normalerweise ruft man dann um Hilfe, und wenn man Glück hat springt ein anderer hinterher und zieht den Ertrinkenden raus.

Das aber ist gefährlich, und ein oberstes Gesetz des Altruismus verbietet es, andere zur eigenen Rettung in Gefahr zu bringen.

Demnach wäre es ein Verbrechen, als Ertrinkender durch Hilferufe auf sich aufmerksam zu machen, und sollte man gleichwohl bemerkt werden, müßte man alles daran setzen, den Helfer vom Helfen abzuhalten.

Da dieser aber durch das oberste Gesetz gezwungen wäre zu helfen, bleibt als einziger Ausweg für den Ertrinkenden, möglichst schnell zu sterben, denn erst dann kann der Retter seinen Rettungsversuch abbrechen, ohne egoistisch zu wirken.

Wer also ins Meer fällt, wäre verpflichtet, möglichst unauffällig möglichst weit rauszuschwimmen und dann abzusaufen.

Das kann es doch nicht sein, oder?

Grüße Grägar
Teetrinker feat. Augno der 1.
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
21. April 2005 00:33
Hallo Grägar,

Danke für deinen Denkanstoß.


Klar, wäre es selbstloser, zu ertrinken, als jemanden in Gefahr zu bringen, um gerettet zu werden.
Doch ist der Wille zu überleben, in uns Menschen, sehr stark und tief verwurzelt und jeder, würde um Hilfe schreien.

Es wäre töricht, nicht um Hilfe zu schreien, aufzugeben und hilflos zu ertrinken, nur aus Angst jemanden anders zu gefährden. Das Leben ist zu wertvoll. Letztendlich, ist dieser mögliche Retter für sich selbst verantwortlich und kann entscheiden ob er den Nichtschwimmer, retten will oder nicht.
Altruismus setzt voraus, dass eigene Leben aufs Spiel zu setzen, um ein anderes zu retten. So wäre es für den Retter selbstverständlich, sein eigenes Leben zu riskieren und sich der Gefahr auszusetzen, um den Ertrinkenden zu retten.


Warum sollte es egoistisch sein, sich helfen zu lassen???
Brauchen wir nicht alle, in manch schlechten Zeiten, Hilfe???
Sind wir nicht hier um anderen zu helfen und um Hilfe zu empfangen???

Es ist ein Geben und ein Nehmen.

Ohne Hilfsbedürftige, wäre Altruismus unmöglich.

Unser oberstes Gebot soll nun sein, seinem Nächsten, aus reinen Gewissen und so gut wie möglich, zu helfen
Hallo Relita !

Ich glaube nicht , das diese Gesellschaftsform möglich wäre ,
dafür haben einfach zu viele Menschen das Bedürfnis nach Macht .
Es würde sich also immer wieder eine Art Regierung aufbauen , weil
irgendwelche Gruppen die Macht an sich reißen würden und dann für
die anderen Gesetze aufstellen . Außerdem stellt sich ja schon die Frage
was friedlich zusammen leben überhaupt bedeutet . Auch hier haben
ja die meisten schon eine unterschiedliche Aufassung . Es gibt da einen
Spruch der heißt die Freiheit des einen hört da auf wo die Freiheit des
anderen anfängt . Wenn sich alle daran halten würden wäre die Welt auf
jeden fall schon mal besser . Aber für wen gilt das ? Nur für Menschen
oder auch für Tiere oder sogar Pflanzen ? Und wo ist da die Grenze ?
Der eine sagt es ist meine Freiheit Auto zufahren , der andere sagt , nein
damit schränkst du mein Recht auf saubere Luft ein . Es gibt einfach zu
viele Interessenkonflikte . Friedliches Zusammenleben würde meiner
Meinung nach nur funktionieren wenn alle das gleiche wollen würden .
Und das kanns ja auch irgendwie nicht sein .

Ameise
Re: chaos im kommunistischen anarchismus
25. April 2005 19:59
Hallo Relita !

Schon die Kommunisten, hätten für Ihr System andere Menschen gebraucht.
Denn die ewige Gleichmacherei, hinter dem Deckmantel der tollen
Gesellschaft, das hält kein normaler heute lebender Mensch, langfristig aus.

Es gibt aber in der Vergangenheit durchaus erfolgreich zusammen
arbeitende Menschen. Zum Beispiel der Templer Orden oder auch die Juden.
Diese hatten schon vor hunderten Jahren, ein Europäisches Netzwerk und
die Juden, waren schon damals globalisiert.

Sie alle hatten dann aber ein klares Regelwerk und
die individuelle Freiheit, ist dann freiwillig, erheblich eingeschränkt.

Und das Problem ist, wenn eine Gruppe zu Erfolgreich ist, wird sie von den
anderen, aus Neid und Haß früher oder später, einfach fertig gemacht.

Danach gab es kaum noch Templer und den Juden ging es nicht viel besser.

Also zu viel Ordnung, in einem Chaos,
ist langfristig nicht so gut, für die Ordnung !

Gruß Lutz !