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Börse

geschrieben von Chaot 
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Börse
19. January 2005 14:07
Hallo Ihr,

ich studiere Wirtschaft und befinde mich in der letzten Phase(keuch).
Wollte mich in meiner Diplomarbeit über die Chaostheoretischen Ansätze bezüglich Aktienverläufen beschäftigen, jedoch hab ich hiervon noch keine Ahnung. Meint ihr es ist möglich, sich in dieses Thema innerhalb von 3-4 Monaten anzuarbeiten? Ich habe leider auch noch keine Literatur. Könnt ihr was empfehlen?

Greets
Re: Börse
12. April 2005 21:07
hallo

ich schreibe atm eine diplomarbeit im bereich ta und handelssysteme. dort gehte ich in einem kapitel "oberflächlich" auf diese ansätze ein. meiner meinung nach ist das kein geeignetes thema für eine diplomarbeit, da sehr komplex (ich weiß ja nicht wie euer studiengang aufgebaut ist). als literatur kann ich dir zum einlesen/überblick verschaffen folgendes empfehlen:
Edgar E. Peters - Chaos and Order in the Capital Markets
Edgar E. Peters - Fractal Market Analysis

auch stichwort: "random walk" mal recherchieren...

falls es fragen gibt gerne über icq...

greets
markus
Re: Börse
14. April 2005 16:09
@ fragender / b

da stecken interessante sachen drin. könntest du das nochmal ein bisschen deutlicher ausführen was du damit meinst, dass gewisse attraktoren ausgeschlossen sind, wenn ein system selbstreflexiv ist?

verstehe ich dich recht, dass der attraktor nur dann zustande kommt, wenn das ergebnis xn nicht weiß dass es das es zb das ergebnis der funktion
f(xn+1)=xn ist?

markus
fragender
Re: Börse
15. April 2005 14:52
Hallo Markus,

tja, vielmehr kann ich dazu nicht sagen...

Die Hypothese von der Informationseffizienz des Marktes sagt:

Saemtliche zur Zeit verfuegbare Information ueber moegliche Kursentwicklungen ist bereits im Kurs enthalten.

Ein Beispiel:
Nehmen wir an, es wird jetzt bekannt, dass 2006 der Verkauf von Kartoffeln in der EU verboten wird -> d.h. Kartoffelbauaktien sind voraussichtlich 2006 nichts mehr wert.
Dann braucht man nicht bis 2006 zu warten, bis die Aktien tatsaechlich fallen. Da die Kartoffelaktienbesitzer die Aktien so schnell wie moeglich los werden wollen und niemand einen hohen Preis dafuer bezahlen will, faellt der Kurs instantan - also mit dem Bekanntwerden der Information.

Mit anderen Worten:
Welche Informationen man auch immer fuer die Vorhersage von Aktienkursen nutzen will - sie nuetzen nichts, solange sie allgemein bekannt sind. Die Vorhersage fuer den zukuenftigen Kurs entspricht genau dem Kurswert im jetzigen Moment.

Das heisst eben auch, dass es keine Zyklen oder Schwankungen um einen Mittelwert gibt. Einen dem Raeuber-Beute-Zyklus aehnlichen Attraktor gibt es also beim Aktienkurs nicht.

Ein paar "Kurse", die mit der Informationseffizienz kompatibel sind:
(a) ein konstanter Kurs
(b) ein Zufallsprozess (ohne Gedaechtnis), dessen Erwartungswert gerade dem aktuellen Kurs entspricht

fuer (b) koennte man noch zwei Faelle unterscheiden:
(1) endliche Standardabweichung:
fuer grosse Zeitskalen wird jede Verteilung zu einer Gaussverteilung (zentraler Grenzwertsatz) und die Kursaenderung zu einem Gaussschen Random Walk.
(2) allgemeiner ist es ohne Beschraenkung fuer die Standardabeichung:
Dann braucht man die Levy-Statistik und den verallgemeinerten zentralen Grenzwertsatz. Fuer grosse Zeitskalen wird die Kursaenderung zu einem Levy-Flug - im allgemeinen Fall mit divergierender (!) mittlerer quadratischer Schwankung. Viel Spass beim Risikomanagement.... ;-)

Bleibt die Frage, ob man noch mehr Eigenschaften der Verteilung herausfinden kann - z.B. aus der Attraktoren-Richtung.

Gruesse,

Peter