markus
Re: Chaostheorie ist Unsinn
27. January 2005 15:37
dann berechne mal 1/pi mit ALL seinen kommastellen (die da unendlich sind) - bist immer noch überzeugt, dass sich alles berechnen läßt? unendliche zahlen bedingen unendliche ergebnisse mit unendlich großen rechenmaschinen. jede rationale, irrationale zahl ist unendlich.
eine kurzes zitat zu diesem thema:

"wo das chaos auf die ordung trifft, gewinnt meist das chaos, weil es besser organisiert ist"

- Friedrich Nietzcke -

wo der junge recht hat, hat er recht ;-)
Rübenzahn
Re: Chaostheorie ist Unsinn
03. April 2005 18:20
Schnöddelldidöddel
Re: Chaostheorie ist KEIN Unsinn
03. April 2005 19:57
@ rivenDarkness

Ich muss dir vollkommen recht geben. ich seh das ebenfalls so.


> Du gehst davon aus, das deine Schwester sauer sein wird...was
> ist aber, wenn sie sich am selben tag sowieso eine neuen wecker
> gekauft hat, weil der alte zu laut war, wird sie dann nicht
> eher sagen, das es sowieso egal war? und was ist wenn sie dann
> ihren alten wecker dir schenken wollte, weil deiner NOCH älter
> ist?

Es müssen nichtmal so ausschlaggebende parameter sein.
Es reicht wenn die Schwester zb. einen "milden" charakter hat und das alles nicht so schlimm sieht.

Und das ist auch schon der ausschlaggebende Punkt:
Man wird und kann niemals alles berrechnen, da die Menschen unterschiedlich im Charakter sind.

Was ich damit sagen will ist:
Die Kausaltheorie besagt, dass der selbe Ursache auch die selbe Wirkung hat.
Doch "das phänomen Mensch" kann nie die selbe Ursache haben. Denn jeder ist unterschiedlcih und jeder trifft unterschiedliche Entscheidungen, die wieder sehr wichtige Parameter für jegliche Chaostheorien sind.

Da der Mensch so ein wichtiger Parameter in jeder Beziehung ist, und er sozusagen "unberechenbar" ist, kann man nicht "alles" berechnen und in Formeln setzen, da die Wirkungen bei verschiedenen Ursachen unterschiedlich sind.

Auch Nostradamos (schreibt man den so?) versuchte jenes, doch der besagte 3. Weltkrieg der schon vor ein paar Jahren eintreten hätte sollen, kam nicht zu stande, was wiederum "beweist", dass der Mensch nicht berrechenbar ist.
(Zu Nostradamos muss man erwähnen, dass nicht erwiesen ist, ob es ihn "gab")

Natürlich lässt sich vieles, wenn nicht fast alles errechnen, unter der Voraussetzung, dass man alle Parameter exakt erfassen kann.

> Die einfachste Methode der Vorhersage eines Zustandes ist nicht
> von vorn nach hinten zu rechnen, sondern von hinten nach
> vorn...am beispiel wecker, ich werde von meiner schwester
> angeschrien, wenn vorher folgende parameter erfüllt werden: es
> ist ihr einzigster wecker, sie hat heute keinen neuen gekauft,
> er war nicht zu laut.

Diese Art zu "rechnen" ergibt in meinen Augen wirklich Sinn. Danke

>Dort fliesst die chaostheorie ein...was ist
> wenn ein kabelbrand die wohnung abbrennt, dann is der wecker
> sowieso kaputt...was ist wenn die decke von oben runterkommt
> wegen schlechter bauweise :-) ...alldiese faktoren sind BEDINGT
> vorhersehbar, haben eine beständigkeit eines gewissen
> prozentsatzes, auch wenn dieser nur 0,00000000000000034%
> beträgt. also die wahrscheinlichkeit von 1:34000000000000000
> das die decke runterkommt...

Dies meine ich, wie auch obenbeschrieben.
Doch was wäre wenn die Mutter der beiden Geschwister beschloßen hätte, das Zimmer der Schwester aufzuräumen und den Wecker selbst kaputt gemacht hätte, oder es reicht wenn sie ihn nur um ein paar Zentimeter verschoben hätte....wer weiß ob dem Bruder das Unglück dann passiert wäre. Und dies löst wieder eine eigene Kettenreagtion aus.

Und auf das wollte ich oben hinaus. Die Mutter ist sogut wie nicht berrechenbar, und sobald so ein "unberechenbarer Störfaktor" dazukommt, kann man die ganze Rechnung hinhauen...da sie nicht mehr erfassbar wird.

Soweit habe ich das verstanden.
"Verbesserungen" oder Anregungen erwünscht

Lg Alex


Ps.:
@ Oliver Schneider

Ich denke, du hast die Chaostheorie nicht ganz durchschaut, denn einer der so eine Behauptung [Menschen die es zu etwas
gebracht haben halten da natürlich nichts von ] aufstellen kann, kann es nicht verstanden haben.
Wobei ich jetzt nicht behaupten will, ich hätte sie durchblickt.
Doch denkst du nicht, dass das sehr oberflächig ist und auch sehr weit hergeholt.
Ich glaube auch das dieser Post inakzeptabel ist und auch indiskutabel.
Auch wenn hier freie Meinungsäußerung herrscht.
Vielleicht solltest du dir einfach mal ein paar mehr Gedanken darüber machen.
Sorry, für diese harte Ausdrucksweise.



Beitrag bearbeitet (03.04.05 20:12)
Re: Chaostheorie ist Unsinn
05. April 2005 15:04
eine kurzes zitat zu diesem thema:

"wo das chaos auf die ordung trifft, gewinnt meist das chaos, weil es besser organisiert ist"

- Friedrich Nietzcke -

wo der junge recht hat, hat er recht ;-)


Hallo!

Ich muß schon sagen, daß mich DEINE (Nietsche's) Antwort - Theorie ... furchtbar beschäftigt. Kannst DU mir etwas bei dieser Aussage weiterhelfen, bevor ich mich durch 1000 Bücher gearbeitet habe.

Finde den Ansatz aber grundsätzlich sehr überdenkenswert.

Bis dahin Danke
Heide

Peter
Re: Chaostheorie ist Unsinn
05. April 2005 16:52
Eine typische Nietschesche Wortblase...

Eine selbstbezuegliche Aussage, die in sich einen Widerspruch erzeugt - soviel steckt da wirklich nicht drin.

Ein Blatt Papier, wo auf beiden Seiten 'Bitte wenden!' steht, gibt dir sein Geheimnis durch ausdauerndes Rotieren nicht preis.

Trotzdem wirst du ziemlich schnell erkennen, dass die Anweisung ins Leere laeuft. Genauso hier: Ausser einem, zugegeben, ganz lustigen sprachlichen Effekt enthaelt die obige Aussage - nichts Sinnvolles.

Gruesse,

Peter
Re: Chaostheorie ist Unsinn
05. April 2005 17:45
@ peter...

hart aber wahr!
dieser Satz hat für mich auch nichts tiefsinnigeres...

lg Alex
Ich glaube hier hat oliver eher ein begriffliches Problem. Chaos sagt eigentlich doch nichts über Unoednung odgl. aus. Der Kernpunkt im Chaos sind stark parameterabhänige Gleichungen oder allgemeiner ausgedrückt: schwache Kausalitätsbeziehungen. Kleine Änderungen einzelner Faktoren beeinflussen sehr stark das Endergebnis. Die Eigenschaften von Selbstähnlichkeit lassen doch eher vermuten, daß Chaos eine der höchsten Formen der Ordnung ist . Vielleicht sogar die einzige Ordnung die funktioniert. Mit Charakter hat Chaos wohl überhaupt nichts zu tun. Wenn man sich z.B. die Strukturen in den Explosionen von Supernovae ansieht, findet man Mandelbrotmengen. Solche Dinger gibt es nun aber schon einige Milliarden Jahre länger als Menschen mit oder ohne Charakter.
Um einmal philosophisch zu werden :
Das Chaos an sich bedingt überhaupt erst eine Weiterentwicklung von Systemen. Eine Evolution (belebter sowie unbelebter Materie) ist erst durch Chaoseffekte denkbar.
Als Atheist hier mal ein Rundruf an alle religiösen Menschen : Die Sache mit dem Gott kann ich nicht nachvollziehen. Aber wenn man Gott als schöpferisches Element des Universums betrachten möchte, haben wir im Chaos zumindest einen kleinen Teil davon gefunden. So ganz unrecht habt ihr also offensichtlich nicht !
Nun noch zur Berechenbarkeit: ich bin der festen Überzeugung, daß die Mathematiker der Zukunft, das Chaos in den Griff bekommen werden. Es sagt ja nichts über Unvorhersehbarkeit aus, sondern nur über die Komplexität. Unberechenbarkeit ergibt sich aber trotzdem. Nämlich aus der Unschärferelation. Und die hat nichts mit technischem Stand, sondern mit dem grundsätzlichen Aufbau des Universums zu tun...



es ist die menschheit die unberechenbar ist
jakob
Re: Chaostheorie ist Unsinn
14. July 2005 00:49
bist du dir ganz sicher??????????????????????????????????
Re: Chaostheorie ist Unsinn
20. August 2005 01:20
@ jakob

Kannst du es denn widerlegen?


lg alex
Salvete, ihr Selbstähnlichen! ;)

Hi Gregor Koch

>> Mindestens im letzteren Fall interessiert es die Natur übrigens sehr wohl, was ein Mensch glaubt, weil sie genau daraus besteht: seinem Glauben. <<

Darüber musste ich nachdenken. Es passt zu nichts, was mir bekannt ist.
..Nach den Religiösen besteh die Natur aus dem Wort, nicht aus Glauben.
..Angeblich soll es die Natur gegeben haben, lang bevor es Menschen gab.
..Die Natur kann ewig sein. Doch bereits unserem Kosmos wird solches nicht vergönnt sein. Lange vor dem Exitus wird es mangels Menschen auch deren Glauben nicht mehr geben.
..Die Wissenschaft kennt die Natur gar nicht. Sie kennt nur einiges von dem, was in ihr existiert.
..Ein Bewusstsein um die Natur kann ungemein stark sein und Kraft vermitteln - während man sie selbst gar nicht kennt. Glauben und Bewusstsein dürften sich gegenseitig bis hin zu vollständig ausschließen.
..Bewusstsein findet, Glauben tut es ganz sicher nicht, folg meistens (immer?) nur der Spur. - Bewusstein findet, die Natur hat das Bewusstsein gefunden.

Magst du das Rätsel aufklären?


Gruß
Mosquito
Tobias
Re: Chaostheorie ist Unsinn
23. August 2005 17:08
CHAOSTHEORIE MACHT DOCH SINN
Hi @ alle!

Es sollte vielleicht mal gesagt werden, dass "Chaos" nichts mit unvorherbestimmt zu tun hat; im Gegenteil: streng genommen heißt es sogar "deterministisches Chaos", also vorherbestimmtes. Und Mathematiker sind auch in der Lage das Chaos zu berechnen. Das einzige Problem dabei ist die Rundungs(un)genauigkeit: da man nicht mit unendlich vielen geltenden Ziffern rechnen kann muss man runden und da es sich um chaotische Systeme (~kleine Ursache-große Wirkung) handelt, spielt das dann bald eine Rolle, welche es bei linearen Systemen nicht spielt. Prinzipiell IST das Chaos berechenbar, weil es deterministisch ist, aber vor allem wenn es sich um Systeme mit einem hohen Ljapunov-Exponenten (dieser gibt an, wie stark chaotisch ein System ist) handelt, SCHWER berechenbar. (Das ist auch das Problem der Meteorologen *g*)
Chaos hat überhaupt nichts mit Glauben zu tun, sondern existiert spätestens seit dem Urknall.
Jeder, der glaubt, es gibt keine Chaostheorie, sollte sich mal an einen Billiardtisch stellen und sich dort folgende Kombination aufstellen: Man schießt mit weiß auf einen Ball (etwa 2 Meter entfernt), dieser geht danach an die Bande (etwa einen Meter entfernt), berührt danach einen weiteren Ball (etwa 1,5 Meter entfernt) und dieser fällt dann in ein Loch (nochmal etwa ein Meter). Dabei sollte man sich die Punkte, wo die einzelnen Bälle liegen, auf dem Tisch markieren. Probiert diesen Kunststoß ein paar mal aus, aber achtet dabei, dass die Bälle davor immer genau gleich liegen. Falls ihr frustriert seit, dass es nicht klappt, dann lasst Euch sagen, dass nicht mal die Weltelite des Billiard diesen Stoß mit großer Sicherheit spielen kann. (Es ist nicht mal schlecht, wenn man den letzten Ball bei den genannten Distanzen in mehr als der Hälfte der Versuche trifft) Das Problem daran ist, dass es sich um ein chaotisches System handelt, das heißt: ein Minimaler Fehler am Anfang verursacht nach dem ersten Zusammenstoß einen größeren Fehler, welcher sich mit jedem weiteren Stoß exponentiell erhöht. Ich ha es zwar nicht durchgerechnet, aber eine Abweichung von 2Grad reicht auf jeden Fall aus, um die letzte Kugel zu verfehlen. Um die letzte Kugel einzulochen muss man auf einige wenige Winkelminuten genau zielen.
Falls jemand behaupten will, es gibt kein Chaos, sollte er erst das Experiment durchführen; dann sprechen wir weiter *g*
mfg Tobias

Mosquito
Re: Chaostheorie ist Unsinn
23. August 2005 18:49
Hi Tobias,

ich versteh die Chaostheorie etwas anders. Das Verhalten ist determiniert. Doch die Begegnung hat eine höhere oder geringere Wahrscheinlichkeit. Im Bilard-Cafe ist die Wahrscheinlichkeit, auf einen Schornsteinfeger in Arbeitsmontur zu treffen, nahe NULL.

Im Quantenbereich sieht es ähnlich aus. Wir haben es mit der Unbestimmtheit und der Superpositionierung zu tun.

Ereignisverläufe werden also niemals vorhersagbar sein können. Die Begegnungswahrscheinlichkeiten wirken sich sowohl im Mikro- als auch im Makrobereich aus. Somit sind nur Wahrscheinlichkeitsaussagen möglich. Einfache Vorgänge sind bereits in der klassischen Physik behandelt. Die Chaostheorie ist die Kybernetik der Dynamischen Systeme.

Gruß
ein Mosquito
Tobias
Re: Chaostheorie ist Unsinn
24. August 2005 22:15
@ Mosquito:
Das was Du da so schön erklärst ist die Quantentheorie und die Unschärferelation. In diesem Bereich gibt es zwar auch chaotische Vorgänge, aber nicht nur dort.
Könntest Du das mit dem Schornsteinfeger nochmal erklären; ich weiß nicht was Du damit meinst.
Bei meinem Beispielsversuch auf dem Billiardtisch handelt es sich auch um ein chaotisches System und ich glaube kaum, dass es von quantenphysikalischen Vorgängen abhängt. Bei einem bestimmten Winkel beim Abstoss wird dieser Stoss IMMER funktionieren und nicht nur mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit. Und das eben genau deshalb, weil es deterministisch ist.
Mit Deinem letzten Satz hab ich ein kleines begriffliches Problem: was verstehst Du genau unter Kybernetik???

Gruß Tobias

Mosquito
Re: Chaostheorie ist Unsinn
25. August 2005 05:01
Hi Tobias!

Dein Bilardbeispiel ist klasse. Du kombinierst allerdings 2 Aussagen, find ich.
1) Dass der Koe richtig trifft, ist zu n% wahrscheinlich.
2) Dass der Stoß erfolgreich verläuft, wenn er exakt ausgeführt wird, ist zu n% wahrscheinlich.

1) lässt sich durch viel Übung bedingt optimieren.
2) ist davon abhängig, dass der Ablauf nicht gestört wird. Wurde er nicht gestört, war der Erfolg zu 100% wahrscheinlich. Doch eine Vorhersage war nicht möglich. Es hätte eine minimale Störung auftreten können. Ein draußen vorbeidonnernder LKW kann genügen.


Der Schornsteinfeger meint eine Begegnungswahrscheinlichkeit. Ich kann zwar aus der Erahrung wissen, dass Mittwochs, 20:12 h mit etwa 25 Gästen im Billard-cafe zu rechnen ist. Doch ich kann sagen, ein Schornsteinfeger in Arbeitsmontur wird zu 99,98% nicht unter ihnen sein (einfach mal eine schätzung).


Unter Kybernetik verstand ich hier die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen. Ansich wird der Begriff mehr für komplexe Informationssysteme genutzt. Ich dachte allerdings nur an die verschiedenen Informationen, die von verschiedenen Disziplinen zusammen kommen. Na ja, gebräuchlich ist der Begriff sicher nicht. - Zusammenarbeit ist aber auch nicht unbedingt gebräuchlich. :D

Gruß
Mosquito
Tobias
Re: Chaostheorie ist Unsinn
25. August 2005 10:54
Hi Mosquito!

Der aussen vorbeidonnernde LKW mag zwar das System beeinflussen, aber trotzdem verändert er nichts an der Wahrscheinlichkeit ob der Stoß gelingt. Denn es steht im Moment des Abstoßes bereits fest, dass der LKW vorbeidonnert (er muss sich ja schon auf dem Weg befinden) und somit steht im Moment des Abstosses fest ob es gelingt oder nicht. Man kann zwar sagen, dass ein Spieler diesen Stoss mit 10% oder 90% Wahrscheinlichkeit schafft, aber das ist nur eine Schätzung vor dem Abstoss, während der Spieler ansetzt. Sobald er aber gestoßen hat verläuft alles rein deterministisch und es gelingt oder nicht. Wie wäre es Wissenschaftlern sonst möglich das Chaos durchzurechnen?? (BdW 4/2005)
Der bereich, wo man nur von gewissen Wahrscheinlichkeiten redet, mit der etwas eintritt, ist die Quantenmechanik. Das hängt aber damit zusammen, dass man die Anfangsbedingungen nicht haargenau weiß (Unschärferelation!). Ansonsten läuft diese auch rein deterministisch ab. Ich glaube, Du vermischst diese beiden Gebiete (Chaos und Cuantenmechanik) etwas miteinander. Aber es sind voneinander unabhängige Gebiete, welche zwar eine Überschneidung haben (Die Quantenmechanik verläuft in vielen Bereichen chaotisch), aber doch voneinander getrennt betrachtet werden müssen. Vor allem darf die Unschärferelation nicht auf den Makrokosmos übertragen werden, denn da kann man Impuls und Position der gegenstände so genau messen, dass diese Fehler nicht das Ergebnis beeinflussen (ein Messfehler im Angströmbereich wird meiner Meinung nach nicht das Ergebnis eines Billiardstoßes, welcher sich im Centimeter und Meterbereich abspielt, beeinflussen)
Gruß Tobias
PS: Falls Du weitere Informationen über Chaostheorie haben willst: "Das Chaos und seine Ordnung" von Stefan Greschik ist da eine sehr gute Einführung; ich benutze es zur Zeit für meine Facharbeit

Skynet
Re: Chaostheorie ist Unsinn
25. August 2005 12:07
Also, dass man das "Chaos" berechnen kann oder könnte halte ich für absurd!

@ Tobias

Du sagts ja, dass es bereits vorherbestimmt ist, dass der LKW an dem Cafe vorbei fährt!! Aber was ist, wenn der LKW durch einen Zufall oder "Hindernis" aufgehalten wird?

Man müsste ja dann auch alle anderen Möglichkeiten berechnen, die der LKW fähren könnte! Würden andere Autos dann nicht auch wiederum durch den LKW aufgehalten. So z.B. wenn der LKW in einer engen Straße rangieren muss. Die anderen Autofahrer würden dann später am Ziel ankommen uns so weiter und so weiter...

Also, dass will man alles berechnen??? Naja...

Außerdem hieße das doch, dass ALLES bereits vorherbestimmt ist!!!

Wie soll man dann noch überhaupt die Möglichkeit haben, zu entscheiden???!!! ( genau wie in Matrix :) )

Oder hab ich da etwas nicht verstanden??

Skynet
Mosquito
Re: Chaostheorie ist Unsinn
25. August 2005 12:46
Hi Tobias,

Zur Beschreibung des Mikrobereiches nutzt man QT, QED, QG und QCD. Man betrachtet Objekte und Ensembles von Objekten in einer Situation. Wenn etwa Objekte ihren Impuls an andere Objekte vermitteln, betrachten die Q-Theorien, wie es abläuft, die Ch-Theorie ;) (Chaos) betrachtet die Hergänge und Folgen des Geschehens in Gruppensituationen und die Auswirkungen des Gruppenverhaltens in größeren Zusammenhängen.

RT-ler und Quantenphysiker zeigen noch grundsätzliche Schwächen beim Verständnis der Objektrotation, etwa die Terra- oder Luna-Rotation. Betrachtet man mit chaos-trainierten Augen, wird einem die Neigung zum Drudeln bei den Satelliten nicht das Rätsel aufgeben, wie es sich den eher rein klassischen Physikern darstellt.

Die Welt hätte auch ganz ohne alles, auch ohne Vakuumpotential sein können - vielleicht. Doch sie ist mit Quantenvakuum mit allen Konsequenzen, also ist sie überall auch so'n klein bischen Chaos. Selbstorganisation in der Entropie, sowas bringt eine andere Wissenschaftsdisziplin sicher nicht zustande.


Frag den Hund des Nachbarn, ob der Billardstoß gelingen wird. Wenn dir der nicht kalkulierbare Lkw zu bekannt vorkommt, nimm ein Erdbeben. Der Hund weiß schon Stunden vorher, dass es kommen wird. Registriert er nun den Ereignisverlauf, oder kann er ggf. sonstwie sagen, wann exakt das Ereignis eintreffen wird? Bzw. kennt auch er den exakten Zeitpunkt nicht?

In der Natur gibt es zu 100% nur das Ereignis. Vergangenheit und Zukunft bleiben unbestimmt. Wäre es anders, wäre die Kristallkugelleserei eine Fakultät der exakten Wissenschaften. Sie könnte etwa aussagen, 'es wird nichts unvorhergesehenes geschehen, der Stoß wird gelingen'. Da man sich auf die Seher nie verlassen kann, wenn man sie tatsächlich mal brauchen würde, wird man sagen müssen, 'wenn nichts unvorhergesehenes geschieht, wird der Stoß zu 100% Erfolg haben - falls er tatsächlich richtig vorausberechnet war'. Ich käme mir jedenfalls als ein Wahrsager vor, wenn ich wie Gucky die Zukunft 1/10.000 sec vorhersagen könnte. Ein Billardspieler hat aber üblicherweise keine Seherfähigkeit.
Tobias
Re: Chaostheorie ist Unsinn
26. August 2005 18:52
nur ne kurze Antwort @ skynet:
Es heißt nicht, dass ALLES vorherbestimmt ist (kein totaler Determinismus, obwohl das nicht gerade wenige Wissenschaftler behaupten), sondern nur, dass in dem Moment, in dem der Queue die weiße Kugel vorherbestimmt ist ob sie fällt oder nicht. Denn der Stoß dauert max 3 Sekunden und in dieser Zeit kann der LKW auch nicht mehr viel anderes machen als auf der Straße vorbeifahren. Eigentlich hat das auch gar nichts mit Chaostheorie zu tun, sondern gilt als "äußerer Einfluss", welcher einfach in die Rechnung mit einbezogen wird.
Das Chaos ist schon berechenbar. Die Chaostheorie an sich behandelt Vorgänge, in denen sich minimale Abweichungen beim nächsten Ereignis nicht linear sondern exponentiell steigern. Durch diese exponentielle Steigerung weichen die Ergebnisse nach wenigen Ereignissen schon stark voneinander ab, wohingegen bei linearem Verhalten die Ergebnisse nah beienander liegender Startwerte nur sehr wenig variieren. Klingt so hochgestochen ziemlich kompliziert , also mal kleine Beispiele dazu:
1. Zu linearem Verhalten: Ein Autofahrer schätzt, dass eine Wegstrecke 60km lang ist und er mit 60km/h fahren kann. Also plant er eine Stunde zu brauchen. In Wirklichkeit ist die Strecke aber 65km lang, also braucht er 1h5min bis zum Ziel. Bei einer anderen Route schätzt er, dass sie 300km lang ist und er somit 5h braucht. Sie ist aber exakt 325km lang und somit braucht er 3h25min. Diese Reihe kann man beliebig fortsetzen, und der Fehler in der Zeit wird IMMER linear mit der Wegstrecke anwachsen. In diesem Beispiel verschätzt er sich immer um 1/12 (8,33%) also ist die Zeit, die er länger braucht, immer un 1/12 (8,33%) größer, denn sie wächst LINEAR mit der Wegstrecke an.
2. zu chaotischem Verhalten: Schau mein Billiard-beispiel in meinem Post vom 23.08.05 17:08 an und probier das aus. Dort vergrößert sich der Fehlerwinkel bei jedem Aufprall und somit steigt die Fehlerstrecke sehr stark an. Wenn es vor dem ersten Aufprall noch eine Abweichung von einigen Winkelsekunden ist, wird es danach schon eine in Grad messbare Abweichung sein. Und dann ist nicht mal sicher, dass man die dritte überhaupt noch trifft.
Uff, ist doch ziemlich lang geworden obwohl ich im Moment eigentlich keine Zeit hab
Gruß Tobias
@ Mosquito: Antwort auf Deinen Post kommt noch