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Chaos im Denken und Fühlen

geschrieben von Romy 
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Chaos im Denken und Fühlen
15. March 2004 19:34
Hallo, kann mir jemand helfen?

Ich muss einen Vortrag über Chaos im Denken und Fühlen halten.
Hatte diesen Vortrag schon einmal jemand?
(Es existiert zwar schon ein Beitrag zu diesem Thema, aber damit konnte ich nicht all zu viel anfangen.)
Kann mir noch jemand Ideen liefern?
Wäre für Antwort sehr dankbar.
Re: Chaos im Denken und Fühlen
16. March 2004 11:11
Ist das nicht eine eher rein psychologische Frage? Oder willst du etwas über das Denken und Fühlen aus der Sicht der Hirnforschung wissen? Was dann aber viele qualitative Dinge nicht beinhalten kann.

(Ich frage das nur, weil das Wort "Chaos" sowie auch "Denken und Fühlen", je nach Kontext eine andere Bedeutung haben.)

Wenn es um den psychologischen Aspekt geht, dann ist das allerbeste Studienobjekt bereits direkt in deiner Nähe - und zwar du selbst. ;)

Was gibt es da nun zu sagen? Ich denke, mit steigender emotionaler Belastung, nimmt das Chaos im Denken zu.

Emotionen, bzw. Gefühle, sind von Natur aus schon chaotisch, haben zugleich aber eine ordnende Bedeutung. Emotionen sind das Fundament des menschlichen Denkens. Emotionen haben eine selektive Funktion und sind für die Entscheidungsfindung unablässig.

Emotionen dienen der Bewertung! Und das ist etwas enorm wichtiges, da auf Grundlage dieser Bewertung eine Entscheidung getroffen wird.

Vielleicht mal eine kleine, nicht so ganz saubere Analogie: Logik ist die Ordnung und Emotion das Chaos - irgendwo dazwischen, an der Grenze zum Chaos, liegt menschliches Denken. ;)

Es gibt verschiedene Stufen der emotionalen Verarbeitung. In der einfachsten führt eine Empfindung auch zu einer Handlung. Bei einem geistig höher entwickelten Menschen werden Gefühle abstrahiert, symbolisiert, was es ermöglicht, sie mit Hilfe der Sprache auszudrücken und darüber nachzudenken.
Das empfindende Subjekt kann dann seine eigenen Empfindungen objektiv Betrachten, um eine wirklich "intelligente" und überlegte Entscheidung zu treffen. Auch ist die betreffende Person dann in der Lage seine eigenen Empfindungen mit seinem Denken und seinen Handlungen in Verbindung zu bringen.
(Das nennt man dann auch ein Selbstreflektierendes Bewusstsein, welches in der heutigen Zeit leider immer weniger Menschen wirklich entwickeln - und das meine ich ganz ohne Ironie, das ist eine Tatsache)

Allerdings bedeutet dies nicht, das jemand ein guter oder weiser Mensch ist, da er diese Fähigkeiten auch dazu verwenden kann, andere Menschen gezielt zu manipulieren etc.

Vielleicht stellst du deine Frage ein wenig konkreter, damit ich weiß, in welche Richtung du überhaupt willst.

Aber grundsätzlich lässt sich sagen, dass "Gefühle" das Chaos Strukturieren. Die einfachste Einteilung erfolgt in "gut" und "schlecht" - das mag ich, das mag ich nicht - positiv und negativ.

So einfach ist es zwar nicht, da noch sehr abstrakte Kategorien hinzukommen, wie zum Beispiel Pflichtbewusstsein, aber allein mit positiv und negativ kann man schon mal ein wenig arbeiten.

Zum Beispiel musst du sehr früh aufstehen, um zur Arbeit zu fahren. Du bist bereits aufgewacht und musst entscheiden, ob du liegen bleibst, oder nicht. (Wahrscheinlich wird es nur wenige Sekunden oder Augenblicke brauchen und du wirst womöglich nicht in Worten denken, da dies zu langsam ist)

"Liegen bleiben" - positiv bewertet "Aufstehen" - negativ bewertet

"Wenn ich nicht auf Arbeit gehe, werde ich gefeuert" - könnte ebenfalls positiv bewertet werden, falls du keinen Bock zum Arbeiten hast. ;)

"Wenn ich gefeuert werde, habe ich kein Geld" - wird aber höchstwahrscheinlich negativ bewertet und in diesem Fall führt die negative Bewertung dazu, dieser Möglichkeit vorbeugen zu wollen, weswegen das negativ bewertete "Aufstehen" nun positiv bewertet wird.

Das ist jetzt vielleicht ein "blödes" Beispiel und nicht absolut richtig. Aber diese Funktion haben Emotionen eben auch und so kommt etwas Ordnung ins Chaos.

Menschen mit einer Störung der emotionalen Verarbeitung sind zu solchen Dingen nicht mehr fähig, ihnen fehlt jegwedes Risikobewusstsein, gesunde menschliche Alltagslogik etc. Ohne Betreuung würden sie jeglichen Boden unter den Füßen verlieren und in der Welt nicht mehr zurechtkommen, das Chaos würde überhand nehmen. ;)



Nachricht bearbeitet (16.03.04 11:18)
Re: Chaos im Denken und Fühlen
16. March 2004 15:19
Vielen Dank, dass du mir so schnell geantwortet hast.
Ich meinte mit meiner Frage hauptsächlich theoretische Grundlagen, aber nicht so sehr philosophisch, sondern zum Teil, wie du sagtest Hirnforschung.
Das Kapitel 6 aus "Wendezeit" von Capra hat mir da z.B. nich großartig weiter geholfen.
Deswegen suche ich weitere Quellen, auf die ich mich beziehen könnte.
Aber trotzdem vielen Dank für deine Mühe.

Hallo Andre,

ich habe mit Interesse Ihre Antwort auf "Chaos im Denken und Fühlen" gelesen.

Vielleicht sind dabei von Interesse meine "fühleGebote", die ich aus einem bestimmten Anlaß mal privat zusammengestellt habe.

Herzliche Grüße!
Gerd

Anhänge:
Öffnen | Download - fühleGebote3.JPG (61.6 KB)
Hallo Andre,

ich habe mit Interesse Ihre Antwort auf "Chaos im Denken und Fühlen" gelesen.

Vielleicht sind dabei von Interesse meine "fühleGebote", die ich aus einem bestimmten Anlaß mal privat zusammengestellt habe.

Herzliche Grüße!
Gerd
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